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9-Euro-Ticket-Nachfolger in den Startlöchern – Scholz: „Kommt demnächst“

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Von: Jakob Koch

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Jetzt könnte alles ganz schnell gehen: Ende August 2022 läuft das 9-Euro-Ticket aus, ein Nachfolger steht bundesweit offenbar bereit. Was wir bislang über das neue Deutschlandticket wissen.

Update vom 26. August 2022, 14.46 Uhr: Die Verkehrsminister der Länder fordern den Bund auf, „zeitnah“ einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets vorzulegen. „Die hohe Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket hat deutlich gezeigt, dass der ÖPNV genutzt wird, aber auch die Qualität noch deutlich ausgebaut werden muss“, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne), am Freitag nach einer digitalen Sondersitzung des Gremiums. Der Bund müsse die Finanzierung einer Nachfolgeregelung vollständig übernehmen. „Hier ist der Bund in der Verantwortung“, sagte Schaefer. Das im Juni gestartete 9-Euro-Ticket läuft Ende August aus.

Fahrkarte:9-Euro-Ticket
Preis:9 Euro pro Monat
Gültigkeit:01. Juni bis 31. August 2022
Nachfolger:bislang keine bundesweit einheitliche Lösung

9-Euro-Ticket-Nachfolger in den Startlöchern – Bundeskanzler Scholz: „Kommt demnächst“

Ursprungsartikel vom 26. August 2022, 10.58 Uhr: Hamburg – Hunderttausende Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die das 9-Euro-Ticket retten möchte. Das Signal hat auch die Bundespolitik erkannt und hat das Thema auf die Tagesordnung einer Sonderkonferenz der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Länder an diesem Freitag, 26. August 2022, gesetzt. Allein im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) gingen fast zwei Millionen Tickets über die virtuelle Ladentheke. Die Nutzer sind mehr als zufrieden: 9 von 10 Fahrern halten laut einer Umfrage des HVV das 9-Euro-Ticket für ein attraktives Angebot. Der HVV hat bereits für die Metropolregion Hamburg ein eigenes Nachfolge-Angebot auf den Weg gebracht – das ist jedoch deutlich teurer. Und so machen die Worte von Bundeskanzler Olaf Scholz hellhörig, der nun einen bundesweiten 9-Euro-Ticket-Nachfolger ins Gespräch bringt.

9-Euro-Ticket, Olaf Scholz, Bahnsteig, Deutschland
Viele Menschen wünschen sich einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket. Olaf Scholz ist zuversichtlich. © Arne Dedert/dpa und Political-Moments/Imago

„Wir haben uns vorgenommen, dass wir da etwas entwickeln, das demnächst kommt“, sagte der vom Cum-Ex-Skandal belastete SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz bei einem Bürgerdialog in Magdeburg. Das 9-Euro-Ticket sei eine tolle Sache, sagte Scholz, da es billig sei. „Der Preis ist jedoch so günstig, dass jeder ahnt, dass wir das nicht auf Dauer durchhalten können“, sagte Scholz weiter. Auch die Einfachheit sei ein enormer Vorteil. Das solle nun aufgegriffen werden. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) „ist da dran“, so Scholz zu einem Nachfolger des 9-Euro-Tickets.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann hält zunächst eine bundesweite erhebliche Verbesserung der Grundfinanzierung für vordringlich. „Für uns ist das Allerwichtigste, dass die Regionalisierungsmittel deutlich erhöht werden, damit die Länder ausreichend Züge für den regionalen Bahnverkehr bestellen können“, sagte der Grünen-Politiker laut DPA. „Ein billiges Ticket würde nichts nützen, wenn die Länder gezwungen wären, Züge abzubestellen, weil die Energie- und Personalkosten steigen“, erläuterte der Grünen-Politiker.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket – Althusmann: „Der grundsätzliche Ansatz eines Deutschlandtickets scheint mir richtig“

Der Städte- und Gemeindebund fordert von den Ministern eine Einigung auf eine Nachfolgelösung für das auslaufende 9-Euro-Ticket. „Ziel sollte ein dauerhaft günstiges einheitliches Ticket, wie etwa ein 365-Euro-Jahres-Ticket sein“, sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg, der „Augsburger Allgemeinen“. Städte und Gemeinden erwarteten, dass die Minister „endlich die Vielstimmigkeit beenden und sich auf eine einheitliche Linie verständigen, wie die Verkehrswende vorangetrieben werden muss“. Landsberg sagte, dazu gehöre unter anderem die Beendigung des Tarifdschungels im ÖPNV.

Eine Einigung der Länder auf ein Nachfolgemodell steht nach Angaben von Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) aber noch aus. „Es herrscht keine Einigkeit, weil zunächst einmal im Vordergrund steht, dass knapp eine Milliarde Euro fehlen für eine Aufrechterhaltung des Nahverkehrs“, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Darüber wollten die Länder mit dem Bund sprechen. Grund für den Erfolg des 9-Euro-Tickets sei die Kundenfreundlichkeit der einheitlichen Tarifstruktur gewesen. „Der grundsätzliche Ansatz eines Deutschlandtickets scheint mir richtig“, sagte Althusmann. „Aber dafür brauchen wir natürlich auch die Infrastruktur.“ (jkk/dpa)

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