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SPD will 49-Euro-Ticket: HVV hält Nachfolger für 9-Euro-Ticket für „umsetzbar“

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Von: Jakob Koch

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Fast 40 Millionen 9-Euro-Tickets wurden verkauft, der Wunsch nach einem echten Nachfolger auch im HVV ist groß. Die SPD will ein 49-Euro-Ticket.

Hamburg – Wie geht es weiter mit dem 9-Euro-Ticket im HVV? Das im Juni gestartete 9-Euro-Ticket läuft Ende August aus. Bislang hat der Verkehrsverbund eine eigene Lösung als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket im HVV präsentiert – diese ist jedoch deutlich teurer und richtet sich lediglich an Neukunden. Doch auf bundesweiter Ebene könnte sich bald etwas tun: Die Verkehrsminister der Länder fordern den Bund auf, „zeitnah“ einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag für eine Nachfolge des 9-Euro-Tickets vorzulegen. Und tatsächlich sagte SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz kürzlich zu einem Nachfolger für das 9-Euro-Ticket: „Wir haben uns vorgenommen, dass wir da etwas entwickeln, das demnächst kommt.“ Die SPD-Fraktion im Bundestag hat nun einen Vorschlag präsentiert: das 49-Euro-Ticket.

Fahrkarte im HVV:9-Euro-Ticket
Kosten:9 Euro pro Monat
Gültigkeit:01. Juni bis 31. August 2022
Nachfolger:das 49-Euro-Ticket (SPD-Vorschlag)

9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV: „Auch ein 49-Euro-Ticket wird mit einer gewissen Vorlaufzeit umsetzbar sein“

„Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Ländern ein bundesweit gültiges ÖPNV-Ticket mit einem monatlichen Preis von 49 Euro einführen, das von Bund und Ländern jeweils zu 50 Prozent getragen wird“, heißt es in einem Beschlussentwurf für eine Fraktionsklausur der SPD am 1. und 2. September 2022. Das berichtet tagesschau.de. Das 49-Euro-Ticket wäre Teil eines neuen Entlastungspakets der Bundesregierung. Und tatsächlich könnte der HVV dies als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket entsprechend einführen: „Auch ein 49-Euro-Ticket wird mit einer gewissen Vorlaufzeit umsetzbar sein. Voraussetzung ist natürlich die Sicherstellung der Finanzierung“, sagte ein HVV-Sprecher auf 24hamburg.de-Anfrage.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat bislang stets betont: Er sieht keine Mittel für ein neues 9-Euro-Ticket. Der Bund hatte die dreimonatige Aktion mit 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Verkehrsunternehmen finanziert.

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S-Bahn Hamburg
9 von 10 Fahrern halten laut einer Umfrage des HVV das 9-Euro-Ticket für ein attraktives Angebot. Kommt als Nachfolger das 49-Euro-Ticket? © Christian Charisius/dpa

9-Euro-Ticket-Nachfolger: HVV hat bereits jetzt zahlreiche Optionen – auch bald das 49-Euro-Ticket?

Kurz vor Auslaufen der letzten 9-Euro-Tickets für den Nahverkehr wollen die Verkehrsbetriebe an diesem Montag (13 Uhr) Bilanz ziehen. Die dürfte mehr als positiv ausfallen: Allein bis Anfang August waren rund 38 Millionen Exemplare verkauft worden. Die Monatskarten wurden für Juni, Juli und August angeboten; Fahrgäste konnten damit bundesweit den Nahverkehr nutzen. Bereits jetzt bietet der HVV zahlreiche Optionen für einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger. Das 49-Euro-Ticket aus dem SPD-Vorschlag dürfte eine von vielen Varianten sein, die nun ernsthaft überlegt werden.

Die Deutsche Bahn sieht einen Erfolg in dem Experiment. „In den letzten drei Monaten sind im Schnitt zehn Prozent mehr Fahrgäste in unserem Regionalverkehr unterwegs gewesen als vor Corona“, hatte Vorstandsmitglied Evelyn Palla am Sonntag mitgeteilt. Jeder fünfte Nutzer habe öffentliche Verkehrsmittel neu für sich entdeckt. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen setzt sich für ein 69-Euro-Ticket als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket ein. Die Kosten beziffert er auf zwei Milliarden Euro pro Jahr. Mittlerweile haben Hunderttausende Menschen eine Petition unterzeichnet, die das 9-Euro-Ticket retten möchte.

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Wann kommt der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket?

Ein nahtloser Übergang zum 01. September 2022 gilt als ausgeschlossen. Selbst Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) an eine Lösung erst Ende 2022 oder Anfang des Jahres 2023 – als Teil des neuen Entlassungspakets?

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