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Mehr Geld: 8 Zuschüsse vom Staat, die Rentner kennen sollten – Hunderte Euro möglich

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Von: Christian Einfeldt

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Rentner haben Anspruch auf 8 Zuschüsse vom Staat. Welche das sind und wie viel Geld Rentner damit sparen können, zeigt unsere Übersicht.

Update vom 6. Februar 2023: Für die Altersvorsorge von Rentnern hat ein Verband ein neues Konzept vorgestellt: die „Bürgerrente“. Wie Rentner in Zukunft von der Bürgerrente finanziell profitieren könnten.

Erstmeldung vom 26. Dezember 2022: Hamburg – Eine Lebensqualität, die sie sich angesichts jahrzehntelanger Arbeit wohl verdient hätten: In Deutschland können sich längst nicht alle Menschen einen entspannten Ruhestand leisten. Nach Angaben der Bundesregierung lebten etwa 2019 rund 9,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Armut. Die aktuellen Zeiten könnten nun mitunter ein besonderes Maß an Selbstdisziplin und Sparvermögen einfordern.

Regierungsinstitution:Bundesregierung
Gründung:15. September 1949
Sitz:Berlin, Deutschland
Vorsitz:Olaf Scholz (Bundeskanzler), Robert Habeck (Vizekanzler)

Mehr Geld: Diese acht Zuschüsse sollten Rentner 2023 kennen – hunderte Euro möglich

Was für einen Großteil von ihnen bis heute unbekannt sein könnte: Es gibt zusätzliche Hilfe von Staat, Pflege- und Krankenkasse – und das nicht nur für Bedürftige. Extra Zuschüsse im Alter: Welche es gibt und wie Rentnerinnen und Rentner sie bekommen.

Die Koalition will Schwarzarbeit im Haushalt eindämmen.
Acht Zuschüsse sollten Rentner 2023 kennen – hunderte Euro möglich. (Symbolfoto) © Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Wohngeld: Zusätzliches Geld für Rentner vom Staat

Die Inflation hat Deutschland im Griff, seit Monaten schon und auch weiterhin. Doch: Was steht mir eigentlich als Rentner zu, um die sich summierenden Mehrkosten aufzufangen? Eine Frage, die besonders in aktuellen Zeiten beschäftigt. Anspruch auf Bürgergeld, Rentenfreibetrag oder Energiepauschale: Zwischen bekannten Zuschüssen haben Menschen im Ruhestand auch ein Anrecht, weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Mal kommt es vom Staat, mal von der Kranken- oder Pflegekasse. Der Staat stellt für Rentner etwa einen Zuschuss in Form des Wohngeldes in Aussicht. Eine Entlastung, die die monatliche Miete bzw. Finanzierung des eigenen Hauses sichern soll. Wie Focus Online berichtet, haben Berechtigte Anspruch auf eine zwölfmonatige Auszahlung. Das Wohngeld muss im Vorfeld beantragt werden, nach Ablauf des Jahres, ein weiteres Mal.

Faktoren, die die Höhe der Auszahlung bestimmen: Einkommen, monatliche Miete und Mietniveau. Eine Maßnahme, die in Großstädten besonders relevant wird: Mietpreise steigen in die Höhe – das notorisch teure Hamburg kann hier als Negativbeispiel dieser Entwicklung genannt werden. Wie viel Wohngeld gibt es denn für Rentnerinnen und Rentner? Eine Beantwortung dieser Frage hängt wesentlich mit der Bruttorente zusammen. Nach Informationen der Bundesregierung beträgt das Wohngeld in Deutschland durchschnittlich etwa 180 Euro. Bereits in wenigen Wochen gibt es übrigens mehr als doppelt so viel. 2023 steigt das Wohngeld um rund 190 Euro.

Rentner mit Pflegestufe: Die Pflegekasse unterstüzt sie finanziell beim Hausumbau

Eine Maßnahme, die viele Rentnerinnen und Rentner zwangsläufig trifft: Im Alter muss das Eigenheim altersgerecht umgebaut werden. Bauarbeiten für einen Treppenlift und weitere Maßnahmen, die das Zuhause barrierefrei machen sollen, kosten viel Geld. Die Pflegekasse unterstützt Rentnerinnen und Rentner dabei – in dem Fall mit Geldern bis zu 4.000 Euro.

Die Voraussetzung: Betroffene müssen einer Pflegestufe zugewiesen sein. Nach entsprechendem Antrag und Kalkulation der Kosten gibt es das Geld. Wie Focus Online berichtet, gibt es dann nur noch eine wichtige Sache für Rentnerinnen und Rentner zu beachten: erst umbauen, wenn der Umbau bewilligt wurde.

Kosten von Steuern absetzen: Diesen Anspruch haben alle Rentner

Nicht alle Kosten, die infolge ärztlicher Eingriffe entstehen, werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Mitunter sind sie sogar zwingend notwendig und dennoch bleiben Rentnerinnen und Rentner auf Kosten sitzen – zumindest vorerst. Etwaige Maßnahmen lassen sich nämlich von der Steuer absetzen. Nach Berichten von Focus Online zählen zu den Maßnahmen ärztliche Behandlungen, genau wie Kosten für Pflege, Kuren oder auch Beerdigungskosten.

Ob eine außergewöhnliche Belastung vorliegt oder es absetzbare Sonderausgaben sind: So können Menschen im Ruhestand viel Geld sparen.

Sie müssen nicht alle Ausgaben tragen: Krankenkasse entlastet Rentner

Kosten für Medikamente, Reha oder einen Gehwagen – kurzum bei gesundheitlichen Maßnahmen, bei denen ein Teil der Kosten beim Patienten bleibt, sorgt eine festgelegte Belastungsgrenze dafür, dass sie auch hier zusätzliche Zuschüsse geltend gemacht werden können. Etwaige Ausgaben dürfen nicht die jährliche Belastungsgrenze von zwei Prozent des Bruttoeinkommens übersteigen. Bei chronisch Erkrankten ist die Grenze bereits bei einem Prozent gesetzt.

Rentnerinnen und Rentner können dann von zusätzlichen Kosten befreit werden. Neben allen relevanten Quittungen und Belegen müssen auch Einkommensnachweise bei der Krankenkasse eingereicht werden. Bei Bewilligung fallen bis Ablauf des Jahres keine weiteren Mehrkosten an.

Entlastung wegen Pflegestufe: Wie viel Geld für die Arbeit von Angehörigen zusteht

Eine Pflegestufe kann sogar eine finanzielle Unterstützung von Dritten ermöglichen. Die Pflegekasse sieht je nach Pflegegrad eine unterschiedliche Aufschlüsselung der monatlichen Zuschüsse vor: Pflegegrad 2 erhält monatlich 316 Euro, Pflegegrad 3 monatlich 545 Euro, Pflegegrad 4 erhält 728 Euro und Pflegegrad 5 sogar 901 Euro.

Alle Zuschüsse für Rentnerinnen und Rentner in der Übersicht:

- Wohngeld

- finanzielle Unterstützung beim Hausumbau (für Rentner mit Pflegestufe)

- Kosten für ärztliche Eingriffe von den Steuern absetzen

- Zuzahlungsbefreiung von Rentner

- Pflegegeld für Angehörige

- Kostenübernahme von verschriebenen (Pflege-)Hilfsmitteln

- Rentenfreibetrag

- Energiepauschale

Rollstuhl oder Rollator: Inwiefern Kranken- und Pflegekasse weitere Kosten übernimmt

Einige Kosten für Anschaffungen, die vom Arzt an Rentner verschrieben werden, werden von Kranken- oder Pflegekasse übernommen. Sollte die Krankenkasse keinen Grund zur finanziellen Unterstützung sehen, können sich Rentnerinnen und Rentner auch an die Pflegekasse wenden. Per Beantragung können bedürftige Rentnerinnen und Rentner Geld einfordern, um sich so auch zukünftig ihre Pflege leisten zu können. Die Unterstützung zur Finanzierung von Gegenständen, die täglich im Gebrauch sind, leistet die Pflegekasse mit bis zu 40 Euro im Monat. Dazu zählen etwa Windeln oder Unterlagen – doch auch Notrufsysteme oder Treppenlift können so (teil)finanziert werden.

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Grundsicherung: Erhöhter Rentenfreibetrag macht bis zu 223 Euro im Monat locker

Wenn Rentnerinnen und Rentner trotz legaler Steuertricks und den Ansprüchen von staatlichen und gesetzlichen Zuschüssen, weiterhin vor einem Berg hoher Ausgaben stehen, gibt es immer noch die Grundsicherung. Wie bei anderen Zuschüssen hängt eine Auszahlung von individuellen Faktoren ab. Dank des zum 1. Januar 2021 angepassten Regelsatzes zur Grundsicherung bekommen Rentnerinnen und Rentner aufgrund des Rentenfreibetrags monatlich bis zu 223 Euro zusätzlich. Um die Angelegenheit kümmert sich das Sozialamt. Im Vorfeld gilt es also, eine entsprechende Beantragung in die Wege zu leiten.

Energiepauschale: Staat überweist die 300 Euro auch an Rentner

Und dann gibt es da zu guter Letzt auch noch die Energiepauschale. 300 Euro, die zusätzlich auf den Konten deutscher Rentnerinnen und Rentner landen sollen. Die Auszahlung geschieht automatisch und hängt nicht mit den Auszahlungsterminen der Rente bzw. dessen Höhe zusammen. Seit Dezember 2022 haben viele Rentner den Zuschuss bereits erhalten. Manche Konten weisen jedoch noch keine Energiepauschale für Rentner aus – das müssen Sie jetzt tun.

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