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Antrag zur Erwerbsminderungsrente 2023: Was Rentner für den Erfolgsfall wissen müssen

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Von: Christian Einfeldt

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Die Rentenversicherung unterscheidet zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderungsrente: Wie Betroffene 2023 auf einen erfolgreichen Antrag hoffen können.

Update vom 29. Januar 2023: Auch Rentner können Ausgaben von der Steuer absetzen. Neben Krankheits- oder Pflegekosten zählt dazu unter anderem auch die Kfz-Steuer. Was es zu beachten gilt.

Update vom 27. Januar 2023: Schon gewusst? 5, 20, 25, 35, 45 Jahre: Welchen finanziellen Anspruch man als Rentner hat.

Erstmeldung vom 14. Januar 2023: Hamburg – Ob nach einem Arbeitsunfall oder einer schweren Erkrankung: Bundesweit fängt die Deutsche Rentenversicherung rund 1,8 Millionen Menschen auf, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Die Erwerbsminderungsrente ersetzt das Einkommen des Betroffenen, der Anspruch auf volle oder teilweise Erwerbsminderung hat. Eine entsprechende Beantragung kann jedoch mitunter mit vielen Behördengängen einhergehen.

Was sind die Voraussetzungen, um fortan Bezüge einer Erwerbsminderungsrente zu erhalten – und was, wenn, die Deutsche Rentenversicherung dafür nicht aufkommen will?

Sozialversicherung:Deutsche Rentenversicherung
Gründung:1. Oktober 2005
Versicherte:56,7 Mio. (31. Dezember 2019)
Rentner:21,2 Mio. (1. Juli 2020)

Erwerbsminderungsrente: Wem steht die Rente wegen voller Erwerbsminderung zu?

Unfälle und Verletzungen können den Alltag schlagartig auf den Kopf stellen. Im schlimmsten Fall ist es der betroffenen Person nicht mehr möglich, ihre Arbeit wie gewohnt auszuüben. Noch zu jung, um in Rente zu gehen – doch macht die Deutsche Rentenversicherung einen vorzeitigen Renteneintritt möglich. Eine sofortige Erstattung des Einkommens bedeutet das jedoch keineswegs. Behörden brauchen Nachweise, die belegen, dass ein teilweiser oder gar voller Bezug der Erwerbsminderungsrente notwendig wird.

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Erwerbsminderungsrente im Jahr 2023: Voraussetzungen für einen erfolgreichen Antrag. © GlobalImagens und blickwinkel / Imago

Grundsätzlich gilt, dass je nach individuellem Fall zunächst alle Optionen in Betracht gezogen werden. Als Arbeitnehmer hat man laut Stiftung Warentest innerhalb eines maximalen Zeitraums von 72 Wochen Anspruch auf die Auszahlung von Krankengeld. Bei anhaltenden gesundheitlichen Problemen bietet die Rentenversicherungen Maßnahmen an. Zu denen gehört etwa der Zugang zu Reha-Angeboten und eine mögliche berufliche (Neu-)Orientierung. Eine Erwerbsminderungsrente kommt nur dann infrage, wenn der Arbeitsmarkt trotz ergriffener Maßnahmen weiterhin verschlossen bleibt.

Erwerbsminderungsrente beantragen: Voraussetzungen eines erfolgreichen Antrags

Die Deutsche Rentenversicherung prüft im nächsten Schritt, ob ein potenzieller Frührentner mit den vollen Bezügen rechnen kann. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass der Betroffene zwar weniger, aber dennoch arbeitet. In dem Fall greift entsprechend die teilweise Erwerbsminderungsrente. Die Rentenversicherung nennt auf ihrer Homepage weitere Voraussetzungen, die es im Vorfeld einer entsprechenden Beantragung zu überprüfen gilt.

Bezüge einer Erwerbsminderungsrente erwartet einem im Krankheitsfall nur dann, wenn die allgemeine Wartezeit eingehalten wurde. Das heißt: Mindestens fünf Jahre muss man in der Deutschen Rentenversicherung versichert sein und darüber hinaus mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Ausnahmen gibt es, wenn der Ausgang der Erwerbsminderungsbeantragung ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit war. Wie die Versicherung CosmosDirekt berichtet, sind die meisten erfolgreichen Anträge übrigens mit psychischen Erkrankungen begründet.

Erwerbsminderungsrente und Job: Wann beides möglich ist

Eine teilweise Erwerbsminderung entspricht der Arbeitszeit von mindestens drei Stunden am Tag. Krankheitsbedingt kann der Arbeitnehmer keine sechs Stunden am Tag arbeiten. Im Gegensatz zu Menschen mit Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente stellt die Rentenversicherung dem Betroffenen die Hälfte des entsprechenden Einkommens in Aussicht.

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Stimmt die Rentenversicherung Anträge einer Erwerbsminderung zu, ist es dem Antragsteller hinterher noch immer gestattet, einen Minijob anzunehmen – ob volle oder teilweise Erwerbsminderung spielt hier keine Rolle. Auch sie haben dann übrigens Anspruch auf acht staatliche Zuschüsse oder die Möglichkeit, Ausgaben von der Steuer abzusetzen.

Einzige Bedingung: Der Gesundheitszustand muss eine solche Anstellung legitimieren. Seitens der Deutschen Rentenversicherung heißt es, dass die Hinzuverdienstgrenze bei einer vollen Erwerbsminderung bei 17.820 Euro liegt. Liegen Arbeiten des Minijobs über dem ermittelten Leistungsvermögen, ist es jedoch möglich, dass die Rentenversicherung Bezüge der Erwerbsminderung einstreicht.

Antrag auf Erwerbsminderung abgelehnt: Was Betroffene jetzt tun können

Trotz nachweislicher Erkrankung kann die Rentenversicherung entsprechende Anträge ablehnen. Antragsteller können einer solchen Entscheidung widersprechen. Das sollte unmittelbar nach dessen Kenntnisnahme geschehen. Als Zeitraum der Widerspruchserklärung gilt eine Monatsfrist. Im Zuge dessen ist es wichtig, dass man sich bereits im Vorfeld über die Voraussetzungen einer Erwerbsminderung informiert.

Allgemeine Formel zur Berechnung der Erwerbsminderungsrente:

Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor x Rentenwert = Erwerbsminderungsrente pro Monat

Rentenberater bieten ihre entsprechende Hilfe an, um im konkreten Fall zu helfen. Gleichermaßen tun es Rechtsanwälte, Sozialverbände oder Gewerkschaften. Eine Hinzunahme von Experten erhöht die Chance auf einen Antrag, dem doch erfolgreich zugestimmt werden könnte – dann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Wie hoch die Rente dann konkret ausfällt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt von Faktoren ab, die auch zur Berechnung der Altersrente relevant werden. Laut Online-Portal anwalt.de gilt die allgemeine Formel: Erwerbsminderungsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor x Rentenwert.

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