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Raiffeisenbank gibt kein Bargeld mehr raus – und schließt Filialen

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Von: Robin Dittrich

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Die erste Raiffeisenbank in Deutschland gibt künftig kein Bargeld mehr an Kunden aus. Zusätzlich gibt es immer mehr Schließungen von Filialen.

Hamburg – Bargeld abheben wird für einige Kunden der Raiffeisenbank zukünftig deutlich erschwert. Wie die erste Raiffeisenbank in Deutschland jetzt beschloss, sind Ein- und Auszahlungen dort nicht mehr möglich. Auch ihre Filialen schließt die Bank – und liegt damit im Trend: Sogar die Commerzbank, Haspa und Postbank macht immer mehr Standorte dicht.

Bank:Raiffeisenbank
Von Schließung betroffene Filialen:Vier
Bargeld abheben:Ab 1. Dezember nicht mehr möglich

Erste Raiffeisenbank macht Abheben von Bargeld unmöglich

Einfach an den Geldautomaten gehen und Bargeld abheben – das ist von gestern. Immer mehr Banken wollen deutlich stärker auf Online-Banking setzen. Der klassische Geldautomat wird deshalb zukünftig vom Aussterben bedroht sein. Den Anfang macht die Raiffeisenbank Hochtaunus: „Ein- und Auszahlungen in der Filiale (Schalter sowie Geldautomat) sind in Zukunft nicht mehr möglich“, gibt die Bank an seine Kunden weiter. Schon ab dem 1. Dezember 2022 soll das Abheben von Bargeld abgeschafft werden.

Erste Raiffeisenbank in Deutschland schließt alle Bankfilialen und Geldautomaten – nur noch Online-Banking möglich.
Erste Raiffeisenbank in Deutschland schließt alle Bankfilialen und Geldautomaten – nur noch Online-Banking möglich. © Wolfgang Filser/Imago

Doch es ist nicht die einzige Nachricht der Raiffeisenbank Hochtaunus an ihre Kunden. Wie Finanz-Szene zuerst berichtete, werden alle vier Filialen geschlossen, nur die Zentrale in Bad Homburg bleibt Kunden weiterhin zugänglich. Als Grund nennt die Bank fehlenden Kundenverkehr, das Betreiben lohnt sich schlicht nicht mehr: „Im Schnitt haben wir pro Stunde über die bestehenden vier Filialen zwei Besucher, die Zahl der Bargeld-Transaktionen lag zuletzt bei rund zehn pro Tag“, sagte Achim Brunner, Vorstand der Bank, gegenüber Finanz-Szene.

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Wem gehört die Raiffeisen Bank?

Die Volksbanken Raiffeisenbanken wurden schon vor über 170 Jahren gegründet – sie sind Genossenschaftsbanken. Heute haben die Genossenschaftsbanken über 18 Millionen Mitglieder. Die Volksbanken Raiffeisenbanken gehören ihren Mitgliedern, was sogar in Paragraf 1 des Genossenschaftsgesetzes festgesetzt ist. Jeder Kunde ist damit automatisch Teilhaber der Bank.

Raiffeisenbank schließt seine Filialen – und folgt damit anderen großen Banken

Mit der Schließung von gleich vier Bankfilialen ist die Raiffeisenbank bei weitem nicht alleine – sie liegt sogar im Trend. Auch in Hamburg machen immer mehr Bankfilialen dicht: so auch von den großen Banken Sparkasse, Commerzbank und Postbank. Den Trend zum Online-Banking gibt es nicht erst seit diesem Jahr, alleine die Haspa wollte schon 2021 gleich 15 Standorte schließen. Vielen von ihnen fehlt es an Wirtschaftlichkeit, die Postbank schloss deshalb sogar eine Filiale in Hamburg Winterhude.

Die Raiffeisenbank bietet ihren Kunden weiterhin ihren digitalen Service „OnlineOnly“ an. Das „FullService-Konto“, das 30 Euro pro Monat kostete, wird gänzlich abgeschafft. Viele Banken empfehlen mittlerweile ohnehin, Bargeld im Supermarkt abzuheben, da die Anzahl der Bankautomaten immer weiter zurückgehen wird. Genau wie die Anzahl der Girokarten: Viele Banken bieten Girokarten gar nicht mehr an, weil dafür oft Gebühren gezahlt werden müssen. Langfristig müssen sich Bankkunden darauf einstellen, ihre Bankgeschäfte online zu erledigen.

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