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So sparen Sie bares Geld – Entlastung bei der Steuer ab 2023

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Von: Robin Dittrich

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Bundesfinanzminister Christian Lindner will Steuer-Entlastungen in Milliardenhöhe – schon 2023. Das Ziel: Die Inflation ausgleichen. Kritiker sind skeptisch.

Berlin – Verbraucher in ganz Deutschland verzweifeln zunehmend. Die Inflationsrate lag auch im Juli 2022 bei satten 7,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag sie im gleichen Monat noch bei 3,8 Prozent. Bundesfinanzminister Christian Lindner von der FDP stellte in Berlin deshalb seine Steuerpläne für das Jahr 2023 vor. Dort sollen 48 Millionen Menschen vor der zusätzlichen Belastung durch die Inflation geschützt werden. Die Steuerpläne zur geplanten Entlastung 2023 von Christian Lindner im Überblick.

Person:Christian Lindner
Geboren:7. Januar 1979 in Wuppertal
Beruf:Politiker
Posten:Bundesfinanzminister Deutschland
Partei:Freie Demokratische Partei (FDP)

Christian Lindner plant 2023 Entlastung bei der Steuer – das sind seine Pläne

Seit März 2022 liegt die Inflationsrate in Deutschland konstant bei über sieben Prozent. Viele deutsche Verbraucher verzweifeln an der Vorstellung daran, wie sich das im Laufe des Jahres und im nächsten Jahr entwickeln wird. Bundesfinanzminister Christian Lindner stellte deshalb in Berlin seine Steuerpläne für 2023 vor. Dabei will er kein neues Entlastungspaket, ihm geht es insbesondere darum, deutsche Verbraucher durch die hohe Inflationsrate nicht noch zusätzlich zu belasten: „Hier geht es um den Verzicht auf Steuererhöhung“ sagte er dazu.

Bundesfinanzminister Christian Lindner stellt seine Steuerpläne für das Jahr 2023 vor – Entlastungen stehen bevor.
Bundesfinanzminister Christian Lindner stellt seine Steuerpläne für das Jahr 2023 vor – Entlastungen stehen bevor. © Leon Kuegeler/Imago (Montage)

Rund 48 Millionen deutsche Steuerzahler sollen durch Lindners Pläne entlastet werden und dadurch mehr Geld auf dem Konto haben. Kostenpunkt: knapp 10 Milliarden Euro. Lindner spricht bei seinen Steuerplänen immer wieder vom Ausgleich der „kalten Inflation.“ Das Bundesfinanzministerium definiert die kalte Inflation als „eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn eine Gehaltserhöhung komplett durch die Inflation aufgefressen wird, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führt.“ Konkret bedeutet das, dass trotz Gehalterhöhung am Ende des Monats Netto weniger Geld auf dem Konto ankommt.

Steuerentlastungen 2023 – so viel Geld können Sie im nächsten Jahr einsparen

Laut Christian Lindners Steuerplänen läge die Entlastung für deutsche Steuerzahler im Durchschnitt bei 192 Euro. Entlastungen sollen durch verschiedene Maßnahmen herbeigeführt werden. Zunächst soll der Grundfreibetrag von 10.633 Euro auf 10.933 Euro erhöht werden. Zusätzlich wird der Spitzensteuersatz erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 61.972 Euro greifen. Aktuell liegt die Grenze bei 59.597 – 2024 soll das benötigte Einkommen schon bei über 63.000 Euro liegen. Bei den Koalitionspartnern der SPD und Grünen wird dieser Schritt teils stark kritisiert.

Zu versteuerndes EinkommenEntlastung 2023Entlastung 2024
20.000 Euro115 Euro198 Euro
30.000 Euro172 Euro278 Euro
60.000 Euro471 Euro706 Euro
Über 64.000 Euro479 Euro730 Euro

SPD-Fraktionsvize Achim Post gab seine Meinung zu Lindners Steuerplänen klar wieder: „Ein kräftiger Entlastungsimpuls bis in die Mitte der Gesellschaft ist notwendig. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden aber hohe Einkommen besonders stark entlasten. Hier sollten wir nachbessern.“ Der Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch wird deutlicher: „Topverdiener profitieren dreimal so stark. Das geht an der Realität vorbei.“ Das ist insbesondere problematisch, weil die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise geringere Einkommen deutlich stärker treffen.

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Die Opposition sieht Lindners Pläne als „Witz“: „Die unteren 70 Prozent der Bevölkerung würden fast komplett leer ausgehen, da sie kaum Einkommenssteuer zahlen“ sagt Christian Görke, finanzpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion. Eine weitere geplante Maßnahme von Christian Lindner ist die Erhöhung des Kindergelds 2023. Für die ersten beiden Kinder soll es um acht Euro auf 227 Euro steigen. 2024 kommen dann noch einmal sechs Euro drauf. Ob Christian Lindners „Inflationsausgleichsgesetz“ in der geplanten Form umgesetzt werden kann, wird sich spätestens 2023 zeigen.

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