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Energiepreise explodieren: So können Mieter gegen hohe Nebenkosten vorgehen

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Die Preise für Strom, Gas und Heizöl gehen durch die Decke und der Endverbraucher muss zahlen. Ein paar Schlupflöcher hat der Mieter aber, wenn er eine hohe Nebenkostenabrechnung bekommt.

Hamburg – Die Preise in Hamburg steigen – für alles. Wer aber denkt, bei horrenden Tankpreisen und teuren Lebensmitteln im Supermarkt hören die Erhöhungen auf, der wird spätestens bei der Nebenkostenabrechnung ein böses Erwachen erleben. Auch für Heizöl, Gas und Strom steigen die Kosten ins Unermessliche, was besonders für Mieter bald zum Problem werden könnte.

Die gestiegenen Preise für Strom und Heizung, nicht zuletzt im Russland-Ukraine-Krieg begründet, treffen die ganze Gesellschaft. Die Anbieter müssen von den Herstellern teurer einkaufen, ergo auch teurer an Immobilieneigentümer verkaufen, die wiederum die hohen Energiekosten an die Mieter weitergeben. Allerdings ist der Endverbraucher nicht machtlos – das können Sie bei einer erschreckenden Nebenkostenabrechnung tun.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Sozialamt)
Gegründet500 n. Chr.
Fläche755,2 km²
BürgermeisterPeter Tschentscher

Nebenkostenabrechnung prüfen: Darauf sollten Sie achten

Durch die gestiegenen Energiepreise, die zum Zeitpunkt der Beitrags-Berechnung in diesem Umfang noch nicht abzusehen waren, müssen sich viele Mieter auf eine deftige Nachzahlung von Nebenkosten einstellen. In jedem Fall lohnt es sich aber, die Nachzahlungen nicht einfach blind zu bezahlen, sondern erst einmal ordentlich zu prüfen. Die Nachzahlungsforderung muss in der Regel innerhalb eines Monats beglichen werden. Allerdings haben Mieter zwölf Monate Zeit, die Nebenkostenabrechnung auf Fehler zu prüfen.

Fehler können bei komplizierten Nebenkostenabrechnungen immer passieren, aber auch Betrügereien von Seiten der Vermieter sind keine Seltenheit. Wenn diese aus der Preislage auch noch Profit schlagen wollen, müssen Mieter aufpassen. Zu solchen Maschen zählen zum Beispiel auf der Abrechnung aufgelistete „sonstige Betriebskosten“ oder „allgemeine“ Angaben. Diese müssen vom Vermieter genau spezifiziert werden. Allgemein formulierte Kostenstellen haben auf Nebenkostenabrechnungen nichts zu suchen.

Heizung, in der Geld steckt, und eine Nebenkostenabrechnung
Die Nebenkostenabrechnung wird in diesem Jahr für viele ein Schock werden. Das können Sie tun. (24hamburg.de-Montage) © Rene Traut/IMAGO Images & Chromorange/IMAGO Images

Auch auf überhöht abgerechnete Eigenleistungen des Vermieters sowie Reparaturen, die zum Beispiel als „Wartung“ aufgelistet werden, sollten Mieter achten.

Rechte des Mieters: Nebenkosten müssen offengelegt werden

Vermieter sind auf Nachfrage außerdem verpflichtet, die Nebenkosten für die gesamte Immobilie, also für alle Wohn- und Gewerbeeinheiten, offenzulegen. So kann ein Mieter selbst prüfen, ob der Kostenanstieg auf der eigenen Nebenkostenabrechnung gerechtfertigt ist.

„Es lohnt sich zudem, einen Blick auf den Verteilschlüssel zu werfen“, empfiehlt Laurent Bühler, Rechtsexperte im Bereich Immobilienrecht der Schweizer Rechtsschutzversicherung Arag, Tochter-Unternehmen von Axa. Die Heiz- und Nebenkosten müssen mit einem nachvollziehbaren Verteilschlüssel auf alle Objekte in der betreffenden Immobilie aufgeteilt sein.

Wem die Nebenkostenabrechnung ein zu kompliziertes Konstrukt ist, der kann diese auch von einem Fachmann prüfen lassen. Damit Mieter nicht zu viel Zeit investieren müssen, oder wegen Unwissen Fehler übersehen, gibt es auf Mietrecht spezialisierte Anwälte sowie Mietervereine oder Verbraucherzentralen, die eine Nebenkostenabrechnung prüfen können. Das kostet in der Regel allerdings Geld.

Kosten für Gas und Strom steigen: So sparen Sie Energie zu Hause

Sollten aber tatsächlich Fehler gefunden werden, muss die Abrechnung neu erstellt werden und der Mieter muss gegebenenfalls weniger zahlen. Sollte sich herausstellen, dass die Nebenkostenabrechnung korrekt ist und auch ein Anwalt leider nichts mehr für Sie tut kann, gilt es, an anderer Stelle zu sparen: nämlich bei der Energienutzung.

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Wer zu Hause auf einige Dinge achtet, kann im Alltag Energiesparen und schon jetzt dafür sorgen, dass die Nebenkostenabrechnung im nächsten Jahr nicht so üppig ausfällt, wie die letzte. Dazu hat die Bundesregierung die Kampagne „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ gestartet, mit der man „weg vom Intensiv-Verbrauch, hin zu Energieeinsparung und Energieeffizienz“ will.

Dafür gibt es sogar eine Liste mit Tipps, wie man im Alltag Energie sparen kann. Dazu gehören zum Beispiel effizienteres Heizen und Lüften, die sinnvolle Nutzung von warmem Wasser oder energieeffizientes Kochen.

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