1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Energiepauschale einfach erklärt: Für wen, wann und wie viel?

Erstellt:

Von: Patrick Huljina

Kommentare

Im September gibt es für Verbraucher eine staatliche Finanzspritze in Form einer Energiepreispauschale. Davon profitiert allerdings nicht jeder.

Hamburg – Die Zeiten sind aktuell hart für Verbraucher. Die Preise für Gas, Strom und Sprit sind in den vergangenen Monaten explodiert. Um die finanzielle Not infolge der hohen Energiekosten abzufedern, hat die Bundesregierung bereits zwei Entlastungspakete beschlossen. Über ein drittes Entlastungspaket wird derzeit heftig gestritten – dabei sind einige beschlossene Hilfen noch nicht einmal vollständig ausgezahlt.

Im September gibt es durch die Energiepauschale für Millionen Beschäftigte in Deutschland eine staatliche Finanzspritze. Doch wer bekommt sie überhaupt? Wann wird die Hilfe ausgezahlt? Und wie viel Geld bleibt am Ende eigentlich übrig? Ein Überblick.

Energiepreispauschale ab September: 300 Euro für alle Beschäftigten

Die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro wurde bereits im März 2022 von der Ampel-Koalition beschlossen. Doch nicht jeder bekommt die Einmalzahlung vom Staat ausgezahlt. Offiziell heißt es, das Geld solle „diejenigen Bevölkerungsgruppen entlasten, denen typischerweise Fahrtkosten im Zusammenhang mit ihrer Einkünfteerzielung entstehen“ – sprich: Leute, die mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit fahren und dadurch höhere Kosten haben.

Die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro wird im September ausgezahlt.
Die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro wird im September ausgezahlt. (Montage) © IMAGO/Frank Hoermann/Sven Simon

Wer bekommt also die 300 Euro Pauschale ausgezahlt? Alle Beschäftigten, die in Deutschland leben und arbeiten. Dazu gehören: Angestellte, Beamte, Soldaten, Vorstände, Minijobber, Aushilfskräfte und Arbeitnehmer in Altersteilzeit. Azubis profitieren ebenfalls von der Energiepreispauschale. Sie wird in der Regel mit dem September-Gehalt vom Arbeitgeber ausgezahlt.

Sollten Sie also auf Ihrer nächsten Abrechnung noch keine Energiepauschale in Höhe von 300 Euro finden, überprüfen Sie den Abrechnungszeitraum. Möglicherweise wird Ihnen das Gehalt rückwirkend ausgezahlt. Dann bekommen Sie die 300 Euro Energiepreispauschale erst mit der nächsten Rechnung ausgezahlt.

Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro: Ausnahme für Rentner und Studierende

Bei Selbstständigen wird die Steuer-Vorauszahlung vom 10. September gesenkt. Wer Anfang des Jahres noch beschäftigt war, jetzt aber arbeitslos ist, bekommt die 300 Euro ohne besonderen Antrag über die Steuererklärung. Alle, die keine steuerpflichtigen Einkünfte haben, gehen hingegen leer aus. Das betrifft vor allem Rentner und Studierende. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bezeichnete das als Fehler. Mit einem Trick können allerdings auch Rentner die 300 Euro bekommen.

Die 300 Euro Energiepreispauschale wird brutto ausbezahlt. Das heißt: Es werden Lohn- und Einkommenssteuern fällig – Sozialversicherungsbeiträge allerdings nicht. Die Bundesregierung will dadurch eine soziale Staffelung erreichen: Wer ein geringes Einkommen hat, hat schlussendlich mehr von den 300 Euro Energiepauschale als Topverdiener.

Wie viel landet von der Energiepreispauschale im Geldbeutel?

Wie viel bleibt also nach Steuern von der Energiepreispauschale übrig? Laut dem Finanzministerium sind es im Durchschnitt 193 Euro, die im September auf das Konto der Verbraucher wandern. Nur Arbeitnehmer, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag von rund 10.000 Euro bleiben, bekommen die vollen 300 Euro.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Ein verheirateter Arbeitnehmer mit Kind, Steuerklasse 4 und Jahresgehalt von 45.000 Euro erhält 216,33 Euro Energiepreispauschale. Bei 15.000 Euro Jahresgehalt erhielte derselbe Arbeitnehmer 248,83 Euro. Ist er in Steuerklasse 3, bleibt er unter dem Grundfreibetrag und bekommt die vollen 300 Euro.

Bei Spitzenverdienern bleiben hingegen nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes nur rund 180 Euro übrig – etwa Singles mit Steuerklasse 1 und 72.000 Euro Jahresgehalt. Wer wegen seines hohen Einkommens den Reichensteuersatz bezahlt, bekommt noch weniger von der Energiepauschale ausgezahlt.

Energiepreispauschale: Finanzamt will doppeltes Kassieren vermeiden

Besteht die Gefahr, dass Leute mit mehreren Jobs die 300 Euro doppelt kassieren? Das kann vorkommen, wenn jemand angestellt ist und nebenbei freiberuflich arbeitet. Diese Personen dürfen die doppelte Energiepreispauschale allerdings nicht behalten. Das Finanzamt soll in solchen Fällen korrigierend eingreifen. Außerdem müssen Minijobber ihrem Arbeitgeber bestätigen, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt.

Die Energiepreispauschale ist nur eines der Instrumente aus dem Entlastungspaket. Die Hilfe in Höhe von 300 Euro reicht nicht aus, um die explodierten Gas-, Strom- und Spritpreise auszugleichen. Auch deshalb arbeitet die Bundesregierung an weiteren Entlastungen. Ende August laufen dennoch sowohl der Tankrabatt als auch das 9-Euro-Ticket aus – auf der Suche nach einem Nachfolger bietet der HVV zahlreiche Optionen. Die SPD hat ein 49-Euro-Ticket ins Spiel gebracht. Der HVV hält den Nachfolger für das 9-Euro-Ticket für „umsetzbar“. (ph mit dpa)

Auch interessant

Kommentare