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Energiepauschale 2022: So viel kommt von den 300 Euro wirklich an

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Von: Steffen Maas

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Bald wird die Energiepauschale ausgeschüttet, die Bürger bei steigenden Preisen entlasten soll. Doch die angekündigten 300 Euro bekommen die Wenigsten.

Hamburg – Dringend benötigte Hilfe für deutsche Bürger: Weil wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die Energieversorgung knapp und die Preise dementsprechend explodiert sind, beschloss der Bundestag Ende Mai ein zweites Entlastungspaket. Mit dabei: die Energiepauschale – eine Einmalzahlung über 300 Euro, die allen einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen zugutekommen soll. Doch je nachdem WIE einkommensteuerpflichtig man ist und wie viel man verdient, können von 300 Euro am Ende nur rund 158 Euro auf dem Konto ankommen, wie das Bundesfinanzministerium nun vorrechnete.

Entlastungspaket 2022 – Maßnahme:Erläuterung:
Energiepauschale300 Euro für Arbeitnehmer und Selbstständige, Auszahlung im September
Tankrabatt30 Cent auf Benzin, 14 Cent auf Diesel, voraussichtlich ab Juni
9-Euro-TicketMonatskarte für den ÖPNV bundesweit, Start 1. Juni
KinderbonusEinmalzahlung von 100 Euro pro Kind, Auszahlungstermin unbekannt
Hartz 4-BonusEinmalzahlung von 100 Euro, Auszahlungstermin unbekannt

Energiepauschale 300 Euro: Wie viel kommt bei mir an?

Grund dafür ist, dass die Einmalzahlung den gleichen Abzügen unterliegt wie das restliche Einkommen. Deshalb gäbe es eine breite Spanne von möglichen Abgaben, wie aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Energiepauschale: Fast die Hälfte der 300 Euro könnten als Steuer vom Finanzamt abgezogen werden
Energiepauschale: Fast die Hälfte der 300 Euro könnten als Steuer vom Finanzamt abgezogen werden. © Armin Weigel/dpa/imago/Montage

Die vollen 300 Euro bekommen Arbeitnehmer, die unter dem Grundfreibetrag von 10.347 Euro im Jahr (für Verheiratete auf 20.694 Euro) liegen. Abgabenpflichtige Top-Verdiener in der höchsten Steuerklasse geben dem Finanzamt allerdings bis zu 142,42 Euro zurück – fast die Hälfte der Not-Hilfe. Im Durchschnitt, so das Finanzministerium, das dabei an einen Vollbeschäftigten mit 54.304 Euro Gehalt denkt, erhält der Bürger 193 Euro Energiepauschale. Das Geld soll dann mit der Lohnzahlung im September auf dem Konto landen.

Energiekostenpauschale eine „Mogelpackung“, sagt Linken-Chef Dietmar Bartsch

Der Chef der Linksfraktion im Bundestag, die die Anfrage an die Behörde um Finanzminister Christian Lindner gestellt hatten, zeigte sich empört und nannte die Maßnahme gegenüber den Funke-Zeitungen als „bittere Mogelpackung“:

Die Energiekostenpauschale sollte steuerfrei und vor allem auch an Rentner und Studierende ausgezahlt werden. Dafür sollten Topverdiener wie Minister diese Leistung nicht bekommen

Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Linken

Große Proteste hatte es bei der Vorstellung der Maßnahme bereits gegeben, weil nur Erwerbstätige von ihr profitieren. Mittlerweile ist klar, dass der Kreis der Begünstigten Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Selbstständige, aber auch Werkstudenten, Studenten im bezahlten Praktikum, Minijobber oder ehrenamtlich tätige Übungsleiter umfasst.

Energiepauschale: Gehen Rentner leer aus?

Rentner gehen leer aus, sofern sie nicht im laufenden Jahr erst in Rente gegangen sind. Das hatte auch schon die Hamburger CDU kritisiert. Fitte Senioren könnten jedoch profitieren, wenn sie kurzfristig zu Minijobbern oder Ehrenamtlichen werden – im Raum steht auch, dass das Hüten der Enkel geschickt als eine solche Tätigkeit verkauft werden könnte. Aufgrund der größeren Sorgfalt, die das Finanzamt bei Verträgen mit Angehörigen an den Tag legt, sind die Erfolgsaussichten hier aber zumindest fraglich, berichtete steuertipps.de

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Ursprünglich kostet die Maßnahme den Bund so rund 14 Milliarden Euro – durch diese Abgaben ans Finanzamt kommen jedoch rund 3,5 Milliarden Euro zurück. Die Energiepauschale ist Teil eines großen Entlastungspaketes, das die Bundesregierung als Reaktion auf die Herausforderungen der aktuellen Krisenzeit geschnürt hatte.

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