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Energiekrise trifft Hamburg: Heizen mit Strom dreimal so teuer wie Gaspreise

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Von: Bona Hyun

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Heizen mit Strom wird teurer. Auch in Hamburg. Derzeit sind die Kosten dreimal so hoch wie Gaspreise. Elektro-Heizungen sollten deshalb nur eine „Notlösung“ sein.

Hamburg – Teure Zeiten für Verbraucher: Die Gas- und Strompreise schnellen in die Höhe und viele Verbraucher kaufen sich Elektro-Heizungen in dem Glauben, dass das Heizen so günstiger ist. Doch ein Blick auf die aktuellen Kosten dürfte – auch in Hamburg – dazu anregen, den Kauf von Elektro-Heizungen zu überdenken.  Laut Angaben des Vergleichsportals Verivox beträgt der aktuelle Durchschnitts-Strompreis rund 42 Cent pro Kilowattstunde.

Sie sind damit derzeit dreimal so teuer wie Gaspreise in der Gas- und Energiekrise. Elektro-Heizungen sollten deshalb nur als Notlösung dienen, rät Andreas Breitner vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW).

Verband in Hamburg:Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
Adresse:Tangstedter Landstraße 83, 22415 Hamburg
Telefon:040 520110

Energiekrise und hohe Strompreise: Heizen mit Strom dreimal teurer als Gas – Elektro-Heizungen sollten nur „Notlösung“ sein

Elektro-Heizungen sind langfristig keine günstige Alternative, mit der Verbraucher bei Stromkosten sparen können. „Unter dem Strich dürfte das die Haushaltskasse nicht wirklich entlasten“, bestätigt Breitner in einer Mitteilung. „Das Heizen mit Strom ist bei den aktuellen Preisen rund drei Mal so teuer wie das Heizen mit Gas“, wird er von RTL Nord zitiert. Die Bundesregierung hatte im Juni für den Herbst während der Gaskrise eine Gasumlage für Verbraucher angekündigt.

Eine Stromrechnung mit Stromkabeln und einem Taschenrechner
Die Strompreise sind derzeit dreimal so teuer wie Gaspreise – daran wird sich auch nicht viel ändern. Elektro-Heizungen sind deshalb keine günstige Alternative. (Symbolbild) © gopixa/imago

Heizen mit Elektrogeräten solle deshalb „nur eine Notlösung sein“, wenn beispielsweise in der Gaskrise die Gasheizung ausgefallen und schnell eine Notheizung gebraucht wird, so Breitner. Um effizient zu sparen, empfiehlt Breitner den in der Energiekrise Verbrauchern, warme Klamotten anzuziehen. Dann könnte die normale Heizung heruntergefahren werden, um die eigenen Energiekosten zu senken. Vor bestimmten Alternativen rät der VNW-Direktor ab. „Ein offenes Feuer in der Wohnung verbietet sich angesichts der Brandgefahr völlig.“

Hohe Nutzung von Elektro-Heizungen überlastet in Energiekrise Stromnetzwerk – Blackout droht

Eine ähnliche Ausgangslage greift auch Dr. Martin Kleimaier auf, der Leiter des Fachbereichs Erzeugung und Speicherung elektrischer Energie im Verband VDE ist: Wenn die Menschen vermehrt Elektro-Heizungen kaufen und gleichzeitig nutzen, dann könnte im Winter ein Blackout mit katastrophalen Folgen drohen. Denn das deutsche Stromnetz sei dafür nicht ausgelastet. Er appelliert wie Breitner zu Sparmöglichkeiten, indem Verbraucher zum Beispiel kürzer duschen und nicht alle Räume im Haus warmhalten.

Elektro-Heizungen sind keine günstige Alternative – Strompreise werden in Energiekrise weiter steigen

Auch wenn Heizlüfter, Konvektoren und Radiatoren vorerst günstiger erscheinen, machen sich die hohen Kosten in der Stromrechnung bemerkbar. Der VNW sehe keine Anzeichen, dass sich dies in den kommenden Monaten ändern werde. RTL Nord zufolge besteht die Befürchtung, dass der Strompreis weiter ansteigen wird. Bereits jetzt liegt er rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die E-Autofahrer in Hamburg werden die hohen Stromkosten zu spüren bekommen, weil das Laden teurer wird.

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Stetig steigende Strompreise: Energieanbieter EnBW kündigt Preisanhebung in Energiekrise um 31,1 Prozent an

Dem NDR zufolge lagen die Strompreise schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine bei einem hohen Rekord. Grund dafür sei die konjunkturelle Erholung nach der Corona-Krise gewesen. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der durchschnittliche Strompreis laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei 32, 16 Cent. Im Juli 2022 betrug er 37,30 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im Vorjahr habe er im Schnitt noch bei 32,16 Cent gelegen.

Infolge der reduzierten Gaslieferungen aus Russland habe zum Beispiel Energie Baden-Württemberg (EnBW) die Preise um 31,1 Prozent im Durchschnitt angehoben, wie der Konzern laut NDR am 5. August 2022 mitteilte. Eine Entspannung wird also vorerst nicht in Sicht sein.

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