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Schimmel vermeiden: Experten empfehlen Mindesttemperatur

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Von: Dagmar Schlenz

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Trotz hoher Energiekosten sollte man es mit dem Sparen nicht übertreiben. Sind Wohnräume zu kalt, kann sich schnell Schimmel bilden.

Hamburg – Asthma, Kopfschmerzen, Allergien – das sind nur einige der Beschwerden, die durch Schimmelbefall in Wohnräumen ausgelöst werden können. Besonders in kalten und feuchten Räumen kann sich schnell Schimmel bilden. Viele Verbraucher in Deutschland tun gerade alles, um ihre Heizkosten zu senken. Trotzdem ist eine gute Grundtemperatur in der Wohnung wichtig – nicht nur für das eigene Wohlgefühl, sondern auch für die Gesundheit.

Name:Schimmelpilz
Vermehrung:Sporen
Häufige Schimmelarten in Wohnräumen:Schwarzschimmel, Grüner Schimmel, Roter Schimmel, Weißer Schimmel, Gelber Schimmel
Mögliche Gesundheitsbeschwerden:Allergien, Asthma, Kopfschmerzen, Hautkrankheiten

Was ist eine gute Grundtemperatur gegen Schimmel in der Wohnung?

Um Schimmel in der Wohnung gerade im rekordverdächtigen Winter 2022/23 keine Chance zu geben, sollten die Zimmer eine gewisse Grundtemperatur haben. Man könne nicht in allen Fällen pauschal sagen: Zimmertemperatur 19 Grad und zweimal täglich lüften schützt vor Schimmel, so Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland gegenüber der dpa. „Aber bei 16 Grad und darunter wird es wirklich schimmelkritisch.“

Zu geringe Raumtemperaturen können auch dazu führen, dass Wasserleitungen im Gebäude einfrieren. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk empfiehlt daher an kalten Tagen für schlecht gedämmte Gebäude sogar eine Temperatur von 18 Grad. Wichtig ist neben einer guten Grundtemperatur auch die Luftzirkulation in den Räumen. Möbel sollten daher nicht direkt an der Heizung und auch nicht zu nah an der Wand stehen, damit sich keine kalten Stellen bilden.

Schwarzer Schimmel in der Ecke eines Fensters. Bei einer zu niedrigen Raumtemperatur kann sich gesundheitsgefährdender Schimmel in der Wohnung bilden.
Bei einer zu niedrigen Raumtemperatur kann sich gesundheitsgefährdender Schimmel in der Wohnung bilden. (Symbolbild) © Christian Ohde/imago

Schimmel in Wohnungen vermeiden: Richtig heizen und lüften

Schimmelpilze mögen es feucht. Und wir Menschen produzieren sehr viel Feuchtigkeit – nicht nur beim Duschen und Kochen, sondern auch beim Atmen. Das erkennt man unter anderem an feuchten Fenstern – auch da besteht Schimmelgefahr. Pflanzen und Aquarien sorgen ebenfalls für eine höhere Luftfeuchtigkeit. „Je mehr Leute sich in den Räumen befinden, desto öfter muss gelüftet werden“, rät Gerold Happ im Gespräch mit der dpa.

Dabei reicht es nicht, die Fenster auf Kipp zu stellen. Im Gegenteil, diese Technik begünstigt im Winter Schimmelbildung, da Oberflächen im Fensterbereich schnell abkühlen. Für das richtige Lüften sollten möglichst viele Fenster komplett geöffnet werden. Nach fünf bis zehn Minuten ist die Feuchtigkeit draußen und frische Luft drinnen. Heizkörper sollten während des Lüftens abgedreht werden, danach stellt man die Heizung dann wieder auf die richtige Stufe für den Winter.

Mindest-Raumtemperatur gegen Schimmel: Mieter sind in der Pflicht

Während der Heizperiode, also in der Regel vom 1. Oktober bis 30. April, muss der Vermieter nach Angaben des Deutschen Mieterbundes die zentrale Heizungsanlage so einstellen, dass in der Wohnung Mindesttemperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreicht werden können. Wie warm es dann tatsächlich ist, entscheidet der Mieter. Sollten im Mietvertrag Mindesttemperaturen vorgeschrieben sein, sind diese Vorgaben unwirksam.

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„Für diesen Winter wurden solche vertraglichen Klauseln ausgesetzt“, erläutert Rechtsanwältin Beate Heilmann von der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein gegenüber der dpa. „Aber das entbindet Mieter nicht von der Sorgfaltspflicht für ihre Wohnungen. Sie müssen angemessen heizen und lüften, damit keine Schäden an der Wohnung entstehen“, so Heilmann weiter. Sollte es zu einem Schimmelbefall kommen, müsse allerdings zunächst der Vermieter nachweisen, dass keine baulichen Mängel der Auslöser waren.

Viele zusätzliche hilfreiche Informationen hat das Umweltbundesamt auf einer Internetseite zum Thema „Schimmelbefall“ zusammengestellt.

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