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Ende der Pandemie durch Omikron? Sogar WHO glaubt jetzt daran

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Von: Anika Zuschke

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Der Hoffnungsschimmer wird immer deutlicher: Steht ein Ende der Corona-Pandemie wegen der Omikron-Variante bevor? Sogar die WHO zeigt sich jetzt optimistisch.

Kopenhagen – Das Ende der Corona-Pandemie ist aufgrund der aktuellen Rekord-Inzidenzen ein kaum vorstellbares Szenario. Mit einem Inzidenzwert von über 1.800 ist Hamburg in Bezug auf die Corona-Zahlen momentan sogar trauriger Spitzenreiter in Deutschland. Die hoch ansteckende Omikron-Variante spielt dabei eine entscheidende Rolle. Doch offenbar könnte die Mutation gleichzeitig auch unser Ticket für einen Weg aus der Pandemie darstellen. Inzwischen hält es sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für „plausibel“, dass Europa „sich auf eine Endphase der Pandemie zubewegt.“

Sonderorganisation der Vereinten Nationen:Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Hauptsitz:Genf, Schweiz
Gründung:7. April 1948
Budget:9,388 Milliarden USD

Ende der Corona-Pandemie in Sicht? Omikron-Variante macht es laut WHO-Chef möglich

Das Ende der Corona-Pandemie ist in letzter Zeit ein viel diskutiertes Thema. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, wann das Maskentragen, Sperrstunden und Kontaktbeschränkungen endlich ein Ende haben werden. Schließlich schlägt sich die ganze Welt seit fast zwei Jahren mit dem Virus herum. Ein Simulator hat das Pandemie-Ende* bereits für August 2021 vorhergesagt – das hat sich leider als inkorrekt herausgestellt.

Doch inzwischen schließen sich auch immer mehr Experten der Meinung an, dass die momentan grassierende Omikron-Variante der Anfang vom Ende sein könnte. Ein Hamburger Virologe äußerte sogar optimistisch, dass wir „in ein bis zwei Monaten durch“ sein könnten. Andere Stimmen erheben sich währenddessen mit deutlich kritischeren Zukunftsvisionen: Für eine UKE-Virologin ist der Ausklang der Corona-Pandemie noch nicht in Sicht, mit Normalität rechnet sie „erst Anfang 2023“. Doch nun schließt sogar die WHO ein Ende der Pandemie in Europa nach der Omikron-Welle nicht aus.

Europa-Chef der WHO Hans Kluge zeigt sich optimistisch: „Endphase der Pandemie ist plausibel“

Der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP optimistisch: „Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zubewegt.“ Sobald die derzeitige Omikron-Welle in Europa abgeebbt sei, werde es „für einige Wochen und Monaten eine globale Immunität geben, entweder dank der Impfung oder weil die Menschen wegen einer Infektion Immunität haben“, fährt Kluge laut AFP fort.

Hinzu kämen dann auch die jahreszeitlichen Effekte, fügt der WHO-Vertreter mit Blick auf Frühling und Sommer hinzu. Denn wie bereits in den letzten beiden Jahren ist bei erhöhten Temperaturen auch mit einem Rückgang der Fallzahlen zu rechnen. „Also stellen wir uns darauf ein, dass es eine Zeit der Ruhe geben wird, bevor Covid-19 zurückkommen könnte gegen Ende des Jahres, aber die Pandemie kommt nicht unbedingt zurück“, erklärt Kluge.

Eine FFP2-Maske liegt auf dem Boden und das Logo der WHO.
Sogar die WHO glaubt jetzt an ein Ende der Corona-Pandemie durch Omikron. (24hamburg.de-Montage) © Frank Rumpenhorst/dpa/ZUMA Wire/Imago

Omikron-Variante könnte zu einem Ende der Corona-Pandemie führen – aufgrund hoher Ansteckungsgefahr

Hintergrund dieser Aussage ist der Fakt, dass die Omikron-Variante hochansteckend ist und meistens mit einem milden Verlauf einhergeht. Nach Einschätzung der WHO könnten sich deswegen bis März 2022 60 Prozent aller Menschen im Großraum Europa mit der Omikron-Variante infiziert haben. Diese ist bereits die dominierende Mutation in der Europäischen Union. Aus dem Grund wird vermehrt die Hoffnung laut, dass sich Corona von einer Pandemie zu einer Endemie entwickelt, also wie eine Grippe dauerhaft in begrenzten Regionen oder Teilen der Bevölkerung auftritt.

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Was diese Vermutung angeht, hält sich Kluge aber noch bedeckt und äußert zurückhaltend gegenüber der Agentur AFP: „Es wird viel über eine Endemie geredet, aber endemisch heißt, [...] dass es möglich ist, vorherzusagen, was passieren wird.“ Das Coronavirus ist sicherlich vieles, vorhersehbar gehört aber leider nicht zu den tragenden Eigenschaften von Covid-19. Das Virus habe „uns mehr als einmal überrascht, also müssen wir sehr vorsichtig sein“, bestätigt der WHO-Chef. Besonders in Bezug auf mögliche weitere Mutationen warnt Kluge deswegen zur Vorsicht. In Dänemark ist momentan zum Beispiel eine neue Mutation der Omikron-Variante auf dem Vormarsch – die noch ansteckender sein soll als die Urspungs-Variante.

Sinnvolle Corona-Strategie laut Kluge: Lage so stabilisieren, dass „das Gesundheitssystem nicht mehr überfordert ist“

Thierry Breton, der EU-Binnenmarktkommissar, in dessen Zuständigkeit auch die Impfstoffproduktion fällt, zeigt sich gegenüber etwaigen Corona-Mutationen trotzdem optimistisch. Seiner Meinung nach könnten die vorhandenen Corona-Impfstoffe* an jede neue Virusvariante angepasst werden. „Wir werden besser in der Lage sein, uns zu wehren, auch gegen neue Varianten“, äußert Breton gegenüber dem französischen Fernsehsender LCI.

Um den Übergang in eine endemische Infektionslage zu ermöglichen, sollte sich also weniger auf eine Einschränkung der Ansteckungen, sondern mehr auf den Schutz von besonders anfälligen Menschen konzentriert werden, erklärt Kluge die derzeit sinnvoll erscheinende Corona-Strategie. Die Lage müsse so stabilisiert werden, „dass das Gesundheitssystem nicht mehr überfordert ist wegen Covid-19 und die grundlegende Gesundheitsversorgung fortsetzen kann, die leider bei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Routine-Impfungen unterbrochen wurde“, fährt der europäische WHO-Chef fort.

Zu der Frage, ob eine vierte Corona-Impfung notwendig sein wird, um die Pandemie zu beenden, äußert sich Kluge nicht eindeutig. Fest stehe aber, dass „die Immunität nach jeder Impfdosis ansteigt“. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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