1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Hätten Sie es gewusst? Elektrogeräte-Rückgabe im Supermarkt möglich

Erstellt:

Von: Fabian Pieper

Kommentare

Kleine Elektrogeräte können seit Mitte des Jahres in Supermärkten kostenlos abgegeben werden.
Kleine Elektrogeräte können seit Mitte des Jahres in Supermärkten kostenlos abgegeben werden. © Hendrik Schmidt/dpa

Mitte Juli hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen, dass ausgediente Elektro-Kleingeräte im Supermarkt kostenlos abgegeben werden können.

Berlin – Es klang nach einer guten Idee: Um Verbrauchern den Weg zum Wertstoffhof oder zu einer anderen Annahmestelle zu ersparen, schuf der Gesetzgeber zum Starttag 1. Juli 2022 die Möglichkeit, kleine Elektrogeräte kostenlos in vielen Supermärkten abzugeben. Damit hatten Verbraucher etwa 25.000 zusätzliche Möglichkeiten, ihren Elektroschrott fachgerecht entsorgen zu lassen. Von den Elektrogeräten haben Deutsche potenziell eine ganze Menge zu Hause rumliegen.

Beschränkungen bestanden etwa bezogen auf die Größe der Geräte, die nicht größer als 25 Zentimeter in der Kantenlänge sein sollten, sowie bei der Auswahl der Märkte; eingeschlossen hatte das Gesetz Läden mit einer Verkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern. Für größere Geräte gilt eine Rücknahmepflicht nur dann, wenn ein neues Gerät gleichen Typs gekauft wird.

Doch das Modell scheint sich zu einem Flop zu entwickeln, berichtet kreiszeitung.de. Einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den deutschen Supermarktketten zufolge hat in den vergangenen fünf Monaten kaum jemand die neu geschaffene Möglichkeit genutzt. „Von dem Angebot wurde bisher in unseren Märkten wenig Gebrauch gemacht“, erklärte etwa der Rewe-Konzern. Aldi und Lidl äußerten sich ähnlich. Edeka gab an, keine Aussagen zur Nutzung des Angebots treffen zu können.

Rückgabe von Elektrogeräten: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Umsetzung der Märkte als „verbraucherunfreundlich“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bestätigt diese Aussagen und wird im Ton sehr scharf: Die Rücknahmepflicht sei „sehr holprig“ angelaufen, da der Handel versuche, „sich Verbraucher mit ihrem Elektroschrott vom Hals zu halten, indem gar nicht oder nur schlecht auf die Rücknahmepflicht hingewiesen und der Rücknahmeprozess im Zweifelsfall verbraucherunfreundlich ausgestaltet wird“, sagte Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH.

Bereits im Sommer habe die DUH einen eigenen Test in 34 Filialen von 14 Supermarktketten durchgeführt. „Keiner der getesteten Märkte bot einen verbraucherfreundlichen und sachgerechten Rücknahmeservice an“, zog Fischer ein enttäuschendes Fazit. In zehn Märkten sei die Elektroschrott-Annahme sogar ganz oder teilweise verweigert worden. Auch kritisierte er die oft schlecht organisierte Rückgabe und schlecht geschulte Supermarkt-Mitarbeiter. Bereits im Zuge der Einführung des Modells verwies die Geschäftsführerin des Handelsverbands Deutschland, Ante Gerstein, auf die Mehrbelastung für Händler: „Die zusätzliche Belastung des Handels durch die Rücknahme von Altgeräten ist für viele Handelsunternehmen insgesamt erheblich.“

Auch interessant

Kommentare