Steigende Temperaturen

Eisflächen in Hamburg: Hohes Einbruch-Risiko! Betreten mit Lebensgefahr

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Wunderschön anzusehen, aber enorm gefährlich: Die Eisflächen in Hamburg sehen zwar dick genug aus, doch es herrscht akute Einbruch- und damit Lebensgefahr.

  • Einflächen in Hamburg werden zur tödlichen Gefahr.
  • Hamburger Umweltamt informiert: Erst dann sollten Hamburger sich aufs Eis wagen.
  • Die Feuerwehr Hamburg und der DRLG warnen und geben Tipps für den Notfall.

Update vom Montag, 15. Februar 2021, 7.55 Uhr: Hamburg – Es wird wärmer in Hamburg. Die ganze Woche sollen die Temperaturen laut aktuellen Vorhersagen deutlich über dem Gefrierpunkt liegen. Am Wochenende könnten sie sogar bis in den zweistelligen Bereich klettern. Am Sonntag sind bis zu 14 Grad möglich – dazu kann es Sonnenschein geben. Die steigenden Temperaturen wirken sich auch auf die Eisflächen in der Stadt aus. Denn sobald es draußen wärmer wird, beginnen die Eisschichten auf Seen und anderen Gewässern wieder zu schmelzen.

Daher gilt weiterhin: Beim Betreten der Eisflächen herrscht akute Lebensgefahr! Auf keinen Fall sollten Sie jetzt noch auf das Eis treten. Denn die Eisdecke wird ab sofort immer dünner! Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, wird auch der Schnee in Hamburg wohl bis spätestens Dienstag vollkommen abgeschmolzen sein. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass auch die Eisschichten auf den Gewässern immer dünner werden. Von waghalsigen Schlittschuhfahrten auf der Alster oder anderen Seen, wie es sie am Wochenende zahlreich gegeben hat, sollte daher defintiv abgesehen werden.

Update vom Donnerstag, 11. Februar 2021, 8:30 Uhr: Hamburg – Es ist kalt und sonnig in Hamburg, viele Gewässer glitzern verlockend. Doch draufgehen? Lieber noch nicht, sagt Björn Marzahn vom Umweltamt Hamburg: „In Hamburg herrscht erst seit wenigen Tagen Dauerfrost. Durch den starken Ostwind der letzten Tage hat sich auf vielen Gewässern noch nicht einmal eine geschlossene Eisdecke gebildet.“

An manchen Stellen betrage die Eisdicke gerade mal 4 bis 5 Zentimeter. Deshalb sei das Betreten der Flächen „sehr gefährlich“, so Marzahn. „Gerade unter Brücken oder an Gewässereinmündungen oder dort, wo Pflanzen ins Gewässer hineinragen besteht Lebensgefahr.“ Auch für Hunde, wie der tragische Fall eines tödlichen Dackel-Dramas von Mittwoch, 10. Februar 2021, zeigt. „Wir warnen, aber ein Verbot können wir nicht aussprechen“, sagt Marzahn. Hier zähle gesunder Menschenverstand. 

Bitter für Eis-Fans: An Schlittschuhlaufen auf der Außenalster sei noch lange nicht zu denken. Marzahn: „Dafür bräuchte es eine 20 Zentimeter dicke geschlossene Eisdecke.“ Hamburg bräuchte 15 Dauerfrosttage hintereinander mit sehr kalten Nächten. Und sowieso: „Ein Alster-Budenzauber mit Glühweinständen wäre im Pandemie-Winter 2021 vermutlich ohnehin keine Option.“ Bleibt nur das Schwelgen in vergangenen Zeiten.

Update vom Dienstag, 9. Februar 2021, 11:55 Uhr: Hamburg – Die Eiseskälte in der Hansestadt hält weiter an. Noch die ganze Woche sollen die Temperaturen auf solch niedrigem Niveau bleiben. So bleiben Seen und andere Gewässer in der Stadt gefroren. Das lädt auch immer wieder Menschen zum Betreten der Eisflächen ein. Doch die Hamburger Feuerwehr warnt eindringlich davor, die gefrorenen Gewässer zu betreten. Es besteht akute Lebensgefahr.

„Die Eisflächen in Hamburg sind aktuell nicht tragfähig. Gehen Sie nicht auf das Eis! Erklären Sie auch Ihren Kindern die Gefahr“, heißt es in einem Twitter-Post der Hamburger Feuerwehr. Im Notfall solle jeder direkt den Notruf unter der 112 wählen. Schon am Abend des 08. Februars, ist ein Mann in der Alster eingebrochen. Er hatte das Eis freiwillig betreten. Die Eisdecke war dann unter seinem Gewicht zusammen gebrochen. Anschließend konnte er sich selbst auf einen Balken retten, von welchem ihm dann die Rettungskräfte befreien konnten.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Vorwahl:040

Eisflächen in Hamburg: Lebensgefahr! Worauf man achten sollte

Erstmeldung vom 4. Februar 2021, 13:29 Uhr:

Hamburg – Sie sehen verlockend aus: große weite Eisflächen, perfekt zum Schlittschuhlaufen – oder Eishockeyspielen. Doch Vorsicht: Die Eisflächen in Hamburg können schnell zur Todesfalle werden. Vom Einbruch bis zum Tod kann es nur wenige Minuten dauern: Bereits bei vier Grad kaltem Wasser erschlaffen zunächst die Muskeln, dann erlahmt der Körper, dann geht man unter.

Deshalb warnt das Grünflächenamt Hamburg regelmäßig: „Die Eisdecke auf Hamburger Gewässern ist dünn und brüchig. Beim Betreten des Eises besteht höchste Lebensgefahr.“ Entsprechende Warnungen werden auch über die Katastrophenwarn-Apps KatWarn und Nina kommuniziert.

Eisflächen in Hamburg: zwei Gruppen besonders gefährdet

Besonders zwei Gruppen seien laut der Behörde gefährdet: Vor allem auf Kinder haben die schön aussehenden gefrorenen Gewässer eine anziehende Wirkung. Sie neigen dazu, die Eisdicke falsch einzuschätzen. Gerade dann, wenn Euphorie zu unvorsichtigem Verhalten führt.

Außenalster in Hamburg: Vor neun Jahren war Eislaufen auf der Alster möglich. Man sollte nur Eisflächen betreten, die freigegeben wurden. (24hamburg.de-Montage)

Und auch für ausländische Mitbürger, die nicht viel Erfahrung mit Eis und Schnee haben, kann sich der Spaß beim Betreten einer Eisfläche schnell in tödlichen Ernst umwandeln. Deshalb bittet die Umweltbehörde, die Warnhinweise sehr ernst zu nehmen, auch gegebenenfalls Kindern und ausländische Mitbürger aufzuklären, die Anstalten machen, dünne Eisdecken zu betreten.

Eisflächen in Hamburg: So verhalten Sie sich im Notfall

Es braucht mehr als zwei Wochen Dauerfrost, damit Eisflächen gefahrlos betreten werden können. Überhaupt sollten in Hamburg nur Eisflächen betreten werden, die von den Behörden freigegeben wurden. Und selbst dann sollte man bestimmt Verhaltens- und Sicherheits-Tipps beachten. Folgende Regeln empfiehlt die Feuerwehr Hamburg, auch im Falle eines Einbruchs:

  • Nie alleine aufs Eis gehen. Kommt es zu einem Unfall, ist es wichtig, dass andere Personen in der Nähe sind, die helfen können.
  • Vor allem an dunklen Stellen kann das Eis zu dünn sein – hier droht Einbruchgefahr. Betreten Sie nur Eisflächen, die mindestens zehn bis 15 Zentimeter dick sind.
  • Vorsicht auch bei verschneiten Oberflächen und bewachsenen Ufern: Dort und auch an Ein- und Ausflüssen kann die Eisdicke schlagartig abnehmen. Prinzipiell sollten Sie nur Gewässer betreten, die Sie kennen.
  • Das Eis ist rissig, hat Wasser auf der Oberfläche? Sofort runter vom Eis! Das Gleiche gilt, wenn es knistert oder knackt.
  • Fängt das Eis an zu brechen, flach hinlegen, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen. Dann am besten vorsichtig zum Ufer robben. Dabei ruckartige Bewegungen vermeiden.
  • Wer einbricht, sollte versuchen, sich am Eis festzuhalten oder sich darauf zu ziehen. Wenn das Eis weiter bricht, kann man sich mit Fäusten oder Ellenbogen einen Weg zum Ufer frei schlagen.
  • Eigensicherung geht vor: Helfer sollten sich nicht selbst in Gefahr bringen: wenn möglich, Leinen/Schwimmweste nutzen, nicht zu weit hinaus wagen.
  • Wer zum Helfen die Eisfläche betritt, sollte dafür eine Unterlage (Leiter, Bretter, Gartenzäune, umgedrehte Tische oder Bänke, Türen) verwenden, um das Gewicht zu verteilen.
  • Eine quer über die Einbruchstelle gelegte Unterlage macht es leichter, die eingebrochene Person zu retten. Ein Hilfsmittel können auch an Gewässern aufgehängte Rettungsringe sein.
  • Gerettete in warme Decken hüllen, vorsichtig erwärmen, nicht „als Hausmittel“ mit Schnee abreiben. Und: keinen Alkohol geben, nur warme alkoholfreie Getränke reichen.

Für Eislauf-Fans gibt es bei so vielen Gefahren also viel zu beachten. Nicht, dass es ihnen ergeht, wie diesen Rehen, die im Eis einbrachen. Vielleicht wäre es da besser, lieber in einer der zahlreichen Eissport-Hallen in der Stadt Hamburg seine Bahnen zu ziehen – gemäß dem Fall natürlich, dass die Corona-Pandemie in Hamburg endet.

Dann könnte sich etwa Hamburgs bekannteste Eisbahn mitten in der City anbieten: die Indoo Eisarena in den Wallanlagen von Planten un Blomen. Auch in die Volksbank Arena bietet viel Platz zum Schlittschuhfahren. Als geschlossene Arena ist sie auch ganzjährig befahrbar. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa & Caroline Seidel/dpa

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