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Innenministerin Faeser rät: „Notvorrat anlegen“ – nach dieser Liste sollten Sie einkaufen

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Von: Kevin Goonewardena

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser hält das Anlegen eines Notvorrats für den Katastrophenfall für sinnvoll. Welche Lebensmittel auf die Liste gehören.

Hamburg – Die frühere niedersächsische und heutige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gilt als ruhige, zielstrebige Politikerin. Durch blinden Aktionismus oder populistische Maßnahmen ist Faeser bisher nicht aufgefallen. Nun äußerte sich Faeser, die als erste Frau dieses Amt seit dem Start der Regierung von Bundeskanzler Olaf Scholz Anfang Dezember bekleidet, zum Anlegen eines Notvorrats in Krisenzeiten. In dem Gespräch mit der Zeitung „Handelsblatt“ nahm sie auch Stellung zu möglichen Cyberattacken auf sogenannte kritische Infrastruktur.

Name:Nancy Faeser
Geburtsdatum und -ort:13. Juli 1970, Bad Soden am Taunus
Mitglied der SPD seit:1988
Aktuelles Ministerinnenamt:Ministerin des Bundesministerium des Innern (seit 2021, Kabinett Scholz I)

Notvorrat anlegen: Mit dieser Liste sind Hamsterkäufe nicht nötig

Das Für und Wider eines Notvorrats wird immer wieder diskutiert. Halten die einen das Anlegen eines Notvorrats an Lebensmitteln und anderen essenziellen Dingen für sinnvoll, ist diese besondere Form der Vorratshaltung für andere schlichtweg übertrieben und unangemessen.

Ein Notvorrat in einem Schrank, davor Bundesinnenministerin Nancy Faeser.
Design ohne Titel (56).jpg © Jochen Tack/imago & Future Image/imago

Doch auch wenn sich Bürger für das Anlegen eines Notvorrats entscheiden, Hamsterkäufe sind dafür gar nicht nötig. Dennoch kommt es deutschlandweit wie schon in Phasen der Coronavirus-Pandemie zu leeren Regalen in Supermärkten. So ist schon seit geraumer Zeit vielerorts Sonnenblumenöl knapp, bei Edeka und Aldi könnte jetzt nach Öl, Mehl und Honig Reis knapp werden. Doch ist es überhaupt sinnvoll, diese Lebensmittel auf Vorrat zu kaufen?

Notfallvorrat anlegen: Innenministerin Nancy Faeser hält ihn für sinnvoll

Einen Notfallvorrat anzulegen, hält Bundesinnenministerin Nancy Faeser zumindest generell für „auf jeden Fall sinnvoll“, wie sie gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte. Dabei bezog sich die Ministerin nicht explizit auf den Ukraine-Krieg und auch die mancherorts knappen Lebensmittel und die damit verbundene Preissteigerung hatte die Ministerin bei ihren Äußerungen nicht im Sinn. Vielmehr sprach sich die Ministerin dabei für das Anlegen eines Notvorrats für einen aus verschiedenen Gründen möglichen Katastrophenfall aus.

Wenn tatsächlich mal länger der Strom ausfällt oder das tägliche Leben auf andere Art und Weise eingeschränkt wird, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Notvorrat zu Hause zu haben.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser angesprochen darauf, wie sinnvoll das Anlegen eines Notvorrats ist

Faeser: Nach dieser Checkliste sollte der Notvorrat eingekauft werden

Doch was sollte denn nun auf der Notfallvorrat-Liste stehen? Bürgerinnen und Bürger, die sich mit dem Anlagen eines Notvorrats für den Ernstfall wappnen wollen, sollten auf gar keinen Fall einfach blind loskaufen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), deren oberste Dienstherrin Ministerin Faeser ist, hat dazu eine Checkliste veröffentlicht, nach der beim Anlegen eines Notvorrats eingekauft werden sollte. Spoiler: Literweise Sonnenblumenöl gehört übrigens nicht zu den Dingen, die in einen Notfallvorrat gehören.

Notvorrat: Hier ein Beispiel, was für eine Person für 10 Tage auf Lager sein sollte:

Getränke: 2 Liter Flüssigkeit pro Person/Tag zum Trinken und Kochen. Mineralwasser, Fruchtsäfte, lange lagerfähige Getränke (20 Liter)

Getreide, Getreideprodukte: Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis (3,5 kg)

Gemüse, Hülsenfrüchte: Dosenware ist vorgekocht, getrocknete Ware muss mit zusätzlichem Wasser eingeweicht und gekocht werden. Lagerfähiges Gemüse wählen: Karotten, Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie, Kürbis, Steckrüben (4 kg)

Obst, Nüsse: Obst in Dosen oder Gläsern, nur lagerfähiges Frischobst (Äpfel, Orangen, Zwetschgen etc.) (2,5 kg)

Milch, Milchprodukte (2,6 kg)

Fisch, Fleisch, Eier, bzw. Volleipulver: Volleipulver ist mehrere Jahre haltbar, frische Eier sind nur begrenzt lagerfähig, also regelmäßig verbrauchen (1,5 kg)

Fette, Öle (0,357 kg)

Sonstiges: Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz und andere Standardgewürze. Fertiggerichte wie Dosenravioli, Fertigsuppen, Kartoffeltrockenprodukte wie Kartoffelbrei. Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Den Dachboden entrümpeln oder eine Garage anmieten, muss man übrigens auch nicht, um für den Notfallvorrat Platz zu schaffen. Doch auch wenn sich der Platzbedarf eines richtig angelegten Notfallvorrats in Grenzen hält, unterwegs ist der Platz, der zur Verfügung steht, noch geringer. Für den Ernstfall gibt es daher diese Packliste, deren Inhalt bequem in einen Rucksack passt.

Notvorrat ist nicht alles: Faeser will Schutzräume reaktivieren

Faeser betonte gegenüber dem Handelsblatt auch die Bedeutung für den Zivilschutz. Hier müsse Deutschland „auf die Höhe der Zeit kommen, um die vielfältigen Krisen – Pandemien, Klimafolgen, Kriegsgefahren – zu bewältigen“, sagte sie der Zeitung. Dazu müsse unter anderem geprüft werden, welche Schutzvorkehrungen notwendig seien.

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Diese würden nicht nur technische Aspekte beinhalten, „sondern auch Vorräte für Lebensmittel, Medikamente oder Sanitätsmaterialien“. Faeser hält es auch für sinnvoll, einige der bisher anderweitig genutzten Schutzräume in Deutschland zu reaktivieren. Insgesamt gebe es aktuell 599 Schutzräume in der Bundesrepublik, so die Ministerin.

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