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Auch das noch! Streik am Flughafen Hamburg – Was Urlauber jetzt wissen müssen

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Von: Kevin Goonewardena

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Pünktlich zum Start der Sommerferien 2022 kommen nach Personalmangel und Koffer-Chaos nun auch noch Warnstreiks auf die Reisenden am Hamburger Airport zu.

Hamburg - Ver.di hat die Beschäftigten einer Tochterfirma des Hamburger Flughafens zu Warnstreiks aufgerufen. Die Mitarbeitenden der Firma RMH (Real Estate Maintenance GmbH), die unter anderem für die Gepäckbänder und andere technische Infrastruktur zuständig sind, sollen Ende der Woche ihre Arbeit niederlegen. Erst im Frühjahr kam es zu mehreren Tarifauseinandersetzungen am Hamburger Flughafen, damals war das Sicherheitspersonal beteiligt - mit erheblichen Auswirkungen. So mussten an mehreren Tagen alle Abflüge und Landungen Am Hamburger Airport eingestellt werden. Droht jetzt das gleiche Szenario?

Name:Flughafen Hamburg (Hamburg Airport Helmut Schmidt)
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Jährliche Fluggäste vor Corona-Pandemie (2019)17,3 Millionen
Jährliche Fluggäste während Corona-Pandemie (2021)5,3 Millionen
Fluggäste in diesem Jahr (bis Mai 2022)3,5 Millionen

Streik Flughafen Hamburg: Wann es losgehen soll

Die Mitarbeitenden der RHM sind aufgerufen, beginnend mit der Frühschicht am kommenden Freitag, den 01. Juli, ihre Arbeit in Fuhlsbüttel Ruhen zu lassen. Verdi fordert für die Beschäftigten 8,5 Prozent mehr Lohn über die Laufzeit von 12 Monaten und Vorteilsregelungen für Gewerkschaftsmitglieder unter der RHM-Belegschaft. Das geht aus der Pressemitteilung hervor, die, die Gewerkschaft am heutigen Mittwoch veröffentlicht hat.

Das Angebot der Arbeitgeberseite sieht bisher lediglich eine Lohnerhöhung von 4 Prozent über die Laufzeit von 24 Monaten vor. Außerdem weitere „nicht tabellenwirksame“ Leistungen für die Beschäftigten, heißt es weiter. Die Arbeitsniederlegung ist zuerst für die Dauer von 24 Stunden angesetzt.

Demonstration des Bodenpersonals am Hamburger Gänsemarkt im Jahr 2019
Pünktlich zum Start der Sommerferien ruft die Gewerkschaft zum Streik am Hamburger Flughafen auf. Hier zu sehen eine Kundgebung des Bodenpersonals am Hamburger Gänsemarkt aus dem Jahr 2019. (Symbolbild) © Chris Emil Janssen/Imago

Flughafen Hamburg: Lange Wartezeiten und Koffer-Chaos sorgen für Frust bei Reisenden

Am Montag den 04. Juli starten Hamburg und Schleswig-Holstein offiziell in die diesjährigen Sommerferien. Der Zeitpunkt des Arbeitskampfes am letzten Schultag kommt jedoch nicht nur deswegen höchst ungünstig für den Airport. Seit Wochen hat nicht nur der Hamburger Flughafen mit massiven Problemen in gleich mehreren Bereichen zu kämpfen. Mehrfach kam es in jüngerer Vergangenheit zu Wartezeiten von mehr als zwei Stunden, einen ersten Ansturm erlebte der Hamburger Airport bereits zum Start der Pfingstferien.

Regelmäßig kursieren Bilder und Videos von hunderten herrenlosen Koffern, die sich in den Terminals in Fuhlsbüttel stapeln. Der Senat rief sogar den Bund zu Hilfe, um das Chaos irgendwie in den Griff zu bekommen. Grund für die Vielzahl an Problemen ist der akute Personalmangel infolge der Corona-Pandemie. Viele Mitarbeiter der am Flughafen aktiven Unternehmen hatten sich in den vergangenen zwei Jahren beruflich anders orientiert.

Lesen Sie auch: Was Reisende bei verloren gegangenen Koffern tun können

Warnstreik am Flughafen: Das sagen Gewerkschaftsvertreter

Verdi geht es ihrer Aussage nach in erster Linie nicht um mehr Geld, sondern um einen Ausgleich der Mehrkosten, die auf sie inflationsbedingt zukommen. „Die Kollegen der RMH folgen zu Recht der Forderung von ver.di, nach der die Preissteigerungsrate ausgeglichen und nach Möglichkeit die Reallöhne angehoben werden sollen“, wird Berthold Bose, Landesbezirksleiter von ver.di Hamburg, in der Mitteilung zitiert. Auch andere Gewerkschaftsvertreter argumentieren mit den Auswirkungen von Corona-Pandemie und Inflation.

In der über 2-jährigen Coronapandemie haben die Kollegen keine Tarifanhebung gefordert. [...] Jetzt kommen Steuernachzahlungen und die Inflation auf sie zu. Deswegen muss jetzt ein richtiger Schluck aus der Pulle kommen

André Kretschmar, Fachbereichsleiter B in ver.di Hamburg.

Flughafen Hamburg: Längere Öffnungszeiten und Personal aus dem Ausland

Als Reaktion auf das Chaos hatte der Airport erst gestern längere Öffnungszeiten am Flughafen für den Zeitraum der Sommerferien bekannt gegeben. Auch die Hilferufe an die Bundesregierung wurden erhört: Wie Bundesinnenministerin Nancy Faser bekannt gab, wird der Bund 2000 - 3000 zusätzliche Kräfte aus dem Ausland, vor allem aus der Türkei, holen, die das Sicherheitspersonal an den deutschen Flughäfen verstärken und so für schnellere Abfertigungen und geringere Wartezeiten sorgen sollen.

Auch die Airlines reagierten bereits auf die Extrem-Situation, der die Branche nicht gewachsen zu sein scheint: Alleine die Lufthansa-Gruppe hat für den Monat Juli 2022 die Streichung von mehr als 1000 Verbindungen angekündigt. Zu dem Verbund gehört auch die Billigfluglinie Eurowings. Am Hamburger Flughafen ist Eurowings die größte stationierte Fluggesellschaft.

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