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Keine Coca-Cola mehr bei Edeka? Streit droht zu eskalieren

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Von: Patrick Huljina

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Der Streit um eine Preiserhöhung zwischen Coca-Cola und Edeka droht zu eskalieren. Erste Supermarkt-Filialen werden offenbar nicht mehr beliefert.

Hamburg – Zwischen dem Getränkehersteller Coca-Cola und der Supermarktkette Edeka brodelt es. Der Grund: Eine vorgezogene Preiserhöhung des Softdrink-Riesen zum 1. September 2022. Statt wie gewohnt im November, legte der Hersteller dem Handel nach weniger als einem Jahr eine neue Preisliste vor. Edeka will die Erhöhung offenbar nicht akzeptieren. Laut einer internen Mitteilung des Händlers soll Coca-Cola nun angekündigt haben, die Belieferung der Märkte zum 1. September 2022 einzustellen. Das berichtete die Lebensmittel Zeitung (LZ) zuerst.

Keine Coca-Cola mehr bei Edeka? Streit im Preiskampf

Können Verbraucher also schon bald keine Coca-Cola-Produkte mehr bei Edeka einkaufen? Sollten sich beide Seiten nicht annähern, scheint das möglich. Edeka hatte sich in den Preisverhandlungen der vergangenen Jahre bereits häufiger mit Getränkeherstellern in die Haare bekommen. Nach einem Streit mit PepsiCo. Ende des Jahres 2021 sind Süßgetränke wie Pepsi, 7up und Lipton Eistee für mehrere Monate aus den Edeka-Regalen verschwunden.

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Ein ähnliches Szenario droht nun offenbar bei Coca-Cola. Der Vertriebschef des Getränkeherstellers, Florian von Salzen, kündigte bereits vor einigen Wochen gegenüber der LZ eine Preiserhöhung für alle Produkte und Verpackungen „im höheren einstelligen Prozentbereich“ zum 1. September an. Neben den steigenden Kosten begründete das Unternehmen den Schritt damit, Klarheit vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft schaffen zu wollen. „Eine weitere Preisanpassung wird es in diesem Jahr nicht mehr geben“, versicherte von Salzen.

Edeka will Preiserhöhung von Coca-Cola nicht akzeptiere – erste Filialen ohne Ware

Edeka beklagte nun in einer internen Mitteilung eine „einseitig verkündete Preiserhöhungsforderung von Coca-Cola, deren Höhe jeglichen sachlichen Grundlagen entbehrt“, wie die LZ aus dem Schreiben zitiert. Man sei dennoch in Verhandlungen mit dem US-Konzern, um eine Wiederaufnahme der Belieferung zu erreichen. Coca-Cola Europacific Partners bestätigte den Lieferstopp bislang nicht. Wie die LZ weiter berichtet, könnte ein Lieferstopp zu Edeka auf Mitte September verschoben werden, um Zeit für Gespräche zu schaffen.

In einem Edeka-Markt weist ein Zettel am Regal darauf hin, dass die Firma Coca-Cola derzeit nicht liefert.
In einem Edeka-Markt weist ein Zettel am Regal darauf hin, dass die Firma Coca-Cola derzeit nicht liefert. © Huber

In einer Edeka-Filiale in Bayern sind allerdings bereits keine Coca-Cola-Produkte mehr verfügbar, wie Merkur.de berichtet. Der Supermarkt informiert seine Kunden mit einem Zettel am Regal. „Leider müssen wir Sie darüber informieren, dass die Firma Coca-Cola nicht lieferfähig ist“, ist darauf zu lesen. Erste Edeka-Märkte werden offenbar nicht mehr von Coca-Cola beliefert.

Experten fürchten hohe Preise für Verbraucher: „Stehen erst am Anfang“

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärte im Gespräch mit der Mopo: „Ich fürchte, dass wir da erst ganz am Anfang stehen.“ Die Preise in den Supermärkten könnten in den kommenden Monaten weiter steigen. In der vorzeitigen Preisanpassung von Coca-Cola sieht der Experte einen „Vorgriff“. Große Getränkehersteller haben demnach längerfristige Verträge, die hohen Preise für Energie und Rohstoffen schlagen bei ihnen daher erst später durch.

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Nach Einschätzung des REWE-Chefs Lionel Souque ist ein Ende der Preiserhöhungen in deutschen Supermärkten nicht absehbar. „Uns werden zurzeit von den Herstellern jede Woche neue Preiserhöhungen angekündigt“, sagte er bei der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf am Mittwoch, 31. August. „Wir winken nicht jede Preiserhöhung durch, sondern prüfen, ob sie nachvollziehbar ist“, so Souque. Sein Unternehmen geht bei der Werbung neue Wege: Der REWE-Prospekt kommt inzwischen per WhatsApp.

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