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Edeka, Aldi, Rewe und Co.: Jetzt wird auch noch Bier deutlich teurer

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Von: Jakob Koch

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Wer künftig Bier bei Edeka, Aldi, Rewe und Co. einkauft, dürfte eine Überraschung beim Preis erleben. Doch der Ukraine-Krieg ist nur ein Grund dafür.

Hamburg – Für die Preise einiger Lebensmittel in Supermärkten ́wie Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl scheint es im Moment nur noch eine Richtung zu geben – aufwärts. Sei es Mehl und Hefe, Wurst und Fleisch oder ein anderes wichtiges Alltags-Lebensmittel*: An vielen Orten sind diese Produkte teuer und knapp. Ein Grund: Der seit Ende Februar 2022 laufende Krieg in der Ukraine* – und die damit einhergehenden Probleme etwa in der Logistik oder den steigenden Energie- und Rohstoff-Preisen.

Die Ukraine gehört zu den größten Produzenten verschiedener Getreidesorten. Am Ende muss der Verbraucher die Zeche – oder in dem Fall den saftigen Preisaufschlag – zahlen. Beim Bier wird das nicht anders sein. Und so warnt der Deutsche Brauerbund: „Solch drastische Kostensteigerungen werden über kurz oder lang auf den Endpreis der Produkte umgelegt werden müssen“.

Dieses düstere Bild, das der Bund gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) zeichnet, passt ins Bild. Denn mit dieser Einschätzung steht der Brauerbund nicht allein da: Auch der Handelsexperte Robert Kecskes vom Marktforschungsunternehmen GfK ist überzeugt: „Durch den Konflikt wird der Druck, die Preise zu erhöhen, noch weiter steigen. Die Teuerung wird mit Sicherheit erheblich sein.“ Die Folge: Experten befürchten nun einen Ansturm auf Mehl, Fleisch und Bier. Letzteres wird auch durch eine Preissteigerung der Braugerste beeinflusst, sagte Jörg Reisenweber von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft dem Bayerischen Rundfunk.

Brauereien In Deutschland:1500
Getrunkene Liter Bier in Deutschland (Stand 2020):95 Liter Bier pro Kopf im Jahr
Exportierte Liter Bier aus Deutschland:1,6 Milliarden Liter
Meistverkauftes Bier in Deutschland:Krombacher

Bier bei Edeka, Aldi, Rewe und Co. wohl bald teurer: „Märkte völlig aus dem Gleichgewicht geraten “

Dabei waren die Preise im deutschen Lebensmittelhandel bereits vor dem Ukraine-Krieg durch steigende Rohstoffpreise und Energiekosten sowie coronabedingte Probleme in den Lieferketten in Bewegung geraten. Schon im Februar mussten die Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für Nahrungsmittel 5,3 Prozent mehr zahlen als zwölf Monate zuvor – auch in Märkten wie Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl.

Der durch den Krieg ausgelöste weltweite Anstieg der Energiepreise wird nicht nur das Heizen der eigenen vier Wände und das Autofahren teurer. Auch die Herstellung vieler Produkte wird kostspieliger. „Die Märkte sind in Europa völlig aus dem Gleichgewicht geraten und werden nun zu einer Bedrohung für die wirtschaftliche Stabilität“, warnt der Brauerbund in der NOZ vor allem wegen der gestiegenen Preise für Strom und Gas. Und weiter: „Solch drastische Kostensteigerungen werden über kurz oder lang auf den Endpreis der Produkte umgelegt werden müssen.“

Biere im Supermarkt künftig zum Glück nicht knapp: Volle Regale bei Edeka, Aldi, Rewe und Co.

Von einer Knappheit in den Regalen von Edeka, Aldi, Rewe und Co. dürfte es im Gegensatz zum Öl oder Mehl jedoch nicht kommen: „Wir werden die Produktion nicht drosseln und unsere Biere sind wie gewohnt im Supermarktregal verfügbar“, sagte ein Warsteiner-Sprecher ebenfalls der NOZ.

Ein junger Mann betrachtet zwei Flaschen Bier in seinen Händen.
Wer Bier im Supermarkt kaufen will, wird wohl künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. © NomadSoul/imago

Wie hoch die Preise steigen, ist noch unklar. Denn die großen Handelsketten wie Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl sind sich durchaus bewusst, dass der Preis beim Einkauf in den nächsten Monaten wieder ein deutlich größere Rolle spielen dürfte als in der Vergangenheit. Und sie wollen nicht durch allzu große Preiszugeständnisse an die Hersteller ihre eigene Wettbewerbsposition untergraben.

Bereits in den vergangenen Monaten waren die Preisverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern ungewöhnlich hart. Immer wieder kam es zu vorübergehenden Auslistungen und Lieferstopps – es kam zum Beispiel bei Edeka zu einem Riesen-Zoff mit Herstellern*. (mit dpa) * 24hamburg.de, kreiszeitung.de, wa.de und hna.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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