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Die fiesen Tricks der Einzelhändler: Neue Verordnung macht viele unmöglich

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Von: Robin Dittrich

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Verbraucher stellen sich oft die Frage, ob ein Angebot im Supermarkt wirklich eins ist. Bei Preisen und Rabatten wird oft getrickst. Ab sofort wird das anders.

Hamburg – Wie oft standen Sie im Supermarkt schon vor einem Regal und dachten sich bei einem Sonderangebot: „War das neulich nicht noch grundsätzlich so günstig?“. Supermärkte tricksen Kunden bei Rabatten und Angeboten oft aus. Dagegen wird jetzt aktiv vorgegangen. Das Ziel: Verbraucher sollen besser einschätzen können, ob es sich bei Rabattaktionen wirklich um Angebote handelt – mit einem zusätzlichen Vergleichspreis.

Verordnung:Preisangabenverordnung
Neuste Maßnahme:Preisangaben verbessern
Betroffene Personen:Verbraucher
Start:28. Mai 2022

Verbraucher in Hamburg: Supermärkte dürfen bei Preisen nicht mehr tricksen

Supermärkte in Hamburg müssen ab dem 28. Mai 2022 neue Regeln beachten. Die sind ein Teil der neuen Preisangabenverordnung für Verkaufspreise. Diese Verordnung gibt es schon seit 1985 und wird laufend aktualisiert. Verbraucher sollen dadurch leichter erkennen können, wie die Preisentwicklung eines bestimmten Produktes aussieht. Wurde vor einer Rabattaktion der Preis des Produktes hochgesetzt? Das ist so bald zwar noch möglich, muss allerdings gekennzeichnet werden.

Um Verbraucher zu schützen, gelten in deutschen Supermärkten ab Ende Mai strengere Regeln für Preise und Rabatte
Um Verbraucher zu schützen, gelten in deutschen Supermärkten ab Ende Mai strengere Regeln für Preise und Rabatte. © Robert Michael/dpa/imago/Montage

Konkret müssen Händler und Supermärkte den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben, wenn sie ein Produkt inklusive Preisnachlass verkaufen – das berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg. Ob sich die Händler daran halten oder versuchen, auch bei der neuen Verordnung zu tricksen, will die VZHH überprüfen. Ausnahmen gelten unter anderem bei bald ablaufenden Lebensmitteln. Das Interessante für Online-Käufer: Auch dort müssen die Preisangaben für Waren ab Ende Mai 2022 angepasst werden.

Grundpreis muss angegeben werden – ab jetzt nur noch einheitlich

Viele Verbraucher wollen beim Einkaufen Preise vergleichen. Deshalb müssen Händler den Grundpreis für ein Produkt angeben. Oftmals gibt es für Waren im Supermarkt eine riesige Auswahl mit völlig unterschiedlichen Größen und Preisen. Durch den Grundpreis pro Kilo, Liter, Meter oder Quadratmeter können Verbraucher den Verkaufspreis deutlich besser einordnen. Bei welchen Preisen wird der Grundpreis angegeben? Waren in Fertigpackungen, offenen Verpackungen und ohne Umhüllungen. Nur selbstabfüllbare Waren wie Essig und Öl sind davon ausgeschlossen.

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Die neue Preisangabenverordnung zieht jetzt absichtliche Verwirrungen aus dem Verkehr. Waren unter 250 Gramm konnten vorher mit einem Grundpreis pro 100 Gramm angezeigt werden. Ab Ende Mai dürfen nur noch einheitliche Angaben gemacht werden. Sollten die Grundpreise oder Vergleichspreise im Supermarkt nicht angegeben werden oder sogar falsch sein – Absicht hin oder her – kann das der Verbraucherzentrale Hamburg gemeldet werden. Ein Verstoß kann sogar als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

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