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„Der Rest ist pure Luft“: Mogelpackung des Monats – jetzt reagiert Lidl

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Von: Kevin Goonewardena

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Die halbleere Verpackung des Lidl Bircher-Müsli ist Mogelpackung des Monats April 2022 in Hamburg. Die Verbraucherzentrale klagte, der Konzern reagierte verspätet.

Hamburg – Die Verbraucherzentrale kümmert sich auch um den Schutz der Verbraucher vor Abzocke, Knebelverträgen, Betrug und für Kunden ähnlich schädliche Geschäftspraktiken. Das Themenspektrum ist dabei äußerst divers:

Ob für neue Regeln bei Wertpapiergeschäften, gegen ungewollte Vertragsverlängerungen und Abo-Fallen oder unseriöse Stromanbieter, vor denen die Verbraucherzentrale warnt – der Verein kämpft, wo immer es nötig ist, für die Rechte der Verbraucher und Verbraucherinnen hierzulande – und zieht dafür so gar vor Gericht.

Name:Verbraucherzentrale Hamburg
Adresse:Kirchenallee 22, 20099 Hamburg
Dachorganisation:Bundesverband Verbraucherzentrale e.V.
Gründungsjahr:2000

Verbraucherzentrale Hamburg: Lidl Bircher-Müsli Mogelpackung des Monats

Besonders viel Widerhall findet in der Presse regelmäßig die Ernennung zur Mogelpackung des Jahres. 2021 wurde beispielsweise die Paprika Sauce des Herstellers Homann mit der zweifelhaften Auszeichnung bedacht. 2020 lachte das Netz über das Mogel-Müsli des Herstellers Seitenbacher. Nun erwischte es in Hamburg ebenfalls ein Müsli, und zwar die Bircher-Mischung der Lidl-Eigenmarke Crownfield. Die Hamburger Verbraucherzentrale (vzhh) zeichnete das Produkt mit dem Negativpreis für den Monat April 2022 aus – und reichte Klage gegen den Discounter-Giganten ein. Das berichtet die Tageszeitung Hamburger Abendblatt.

Eine Frau schiebt in einer Lidl-Filiale Lidl einen Einkaufswagen durch die Regalreihen.
„Der Rest ist pure Luft“: Jetzt reagiert Lidl auf Mogelpackung des Monats © Marijan Murat/dpa

Lidl: Verpackung von Crownfield Bircher-Müsli nur halb gefüllt

Wie die Zeitung schreibt, hätten sich in der Rund 18 Zentimeter hohen, blickdichten, Verpackung lediglich 400 Gramm Müsli befunden. Damit sei die Dose etwa neun bis zehn Zentimeter gefüllt gewesen, wie die Messungen der Verbraucherzentrale in Hamburg ergaben. Also nur gut zur Hälfte.

Der Rest ist pure Luft! 

Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg

Wie üblich informierte die Verbraucherzentrale das betreffende Unternehmen, in diesem Fall Lidl. Doch der Lebensmitteldiscounter reagierte nicht. Die Verbraucherzentrale reichte daraufhin Klage beim Landgericht Stade ein.

Mogelpackungen: Hersteller reden sich oft raus – Nachmessungen überführen Lidl

Oft würden sich Hersteller, erzählt Armin Valet dem Abendblatt, produktionstechnische Gründe für die niedrige Füllhöhe der Verpackungen ihrer Produkte anführen. Valet und seine Kollegen und Kolleginnen ließen in dem vorliegenden Fall die sogenannte Schüttdichte messen. Das heißt, das Volumen, dass das Müsli, nach Abfüllen und dem Rütteln durch Transport und Lagerung in der Filiale noch hat. Das ist naturgemäß zwar geringer, doch bei dem vorliegenden Lidl-Müsli befand sich mit maximal 60 Prozent eindeutig zu wenig in der Packung.

Lidl: Discounter passt Packungsinhalt des Bircher-Müslis an – weitere Mogelpackungen bei Lidl erhältlich

Möglicherweise aufgrund der eingereichten Klage reagierte Lidl zwischenzeitlich und passte den Inhalt an, wie Valet feststellen konnte. Statt 400 Gramm befanden sich nun 470 Gramm Bircher-Müsli in der Packung der Lidl-Marke Crownfield. Zumindest bei den Verpackungen ab dem Mindesthaltbarkeitsdatum 12/2022. Da der Preis mit 2,99 Euro unverändert geblieben ist und Kunden und Kundinnen jetzt also mehr Inhalt für ihr Geld bekommen würden, sei das Müsli rund 15 Prozent günstiger geworden. Nebenbei würde nun auch Verpackungsmüll gespart.

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Doch Valet warnte: Die Packungen der Sorten „Crunchy Zimt Nuss“ und „Crunchy Heidelbeere“ der Lidl-Eigenmarke Crownfield würden weiterhin nur 400 Gramm Müsli beinhalten. Der Discounter hat hier offenbar nur auf den angezeigten Fall reagiert.

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