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Darum soll man zwischen den Jahren keine Wäsche waschen – das ist der Grund

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Von: Bona Hyun

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Zwischen den Jahren keine Wäsche waschen: Die Regel hält sich bis heute in vielen Haushalten. Hinter dem Brauch steckt der Mythos der gefährlichen Raunächte.

Hamburg – Wer kennt sie nicht, die gute alte Regel zwischen Weihnachten und Silvester oder gar bis zum 6. Januar keine Wäsche zu waschen? Obwohl sie uralt ist, halten sich noch heute viele Menschen daran. Aber warum eigentlich? Wir erklären einfach, woher der Brauch kommt, welcher Aberglaube dahinter steckt und wie genau es eigentlich zu der präzisen Zeitspanne des Wäscheverbots kommt.

RaunächteUrsprung: Heidnischer Geisterglaube
20. und 21. DezemberNacht auf den Thomastag, der kürzeste Tag des Jahres
24. und 25. DezemberHeiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten
31. Dezember und 1. JanuarSilvester
5. und 6. JanuarDreikönigstag, Vigil von Erscheinung des Herrn

Zwischen den Jahren Wäsche waschen verboten: Dahinter steht ein heidnischer Geisterglaube

Mit der Weihnachts- und Neujahrszeit sind viele Mythen verbunden, wie auch das „Verbot“ Wäsche zu waschen. Dahinter steckt der Mythos rund um die Rauhnächte. Gemeint sind dabei die zwölf Tage zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, also sechs Nächte vor der Wintersonnenwende und sechs Nächte danach. Dem heidnischen Glauben nach wird auch die Nacht vom 20. auf 21. Januar einberechnet. Für viele Familien heißt es dann: zwischen den Jahren keine Wäsche waschen und schon gar nicht aufhängen. Hintergrund ist ein uralter, generationsübergreifender Geisterglaube, der sich auch in der christlichen Tradition gehalten hat.

Weiße Wäsche hängt an einer Leine.
Besonders weiße Wäsche lockt böse Geister an. © Julian Stratenschulte/dpa

Raunächte zischen 24. Dezember und 6. Januar: Ihre Bedeutung

Die Zeit der Rauhnächte umfasst die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und Silvester. In diesen Nächten öffnet sich dem einem alt heidnischen Glauben nach das Tor zum Geisterreich: Wer sich dann nicht an bestimmte Regeln hält, der holt sich einen ungebetenen Gast aus dem Totenreich ins Haus oder zieht den Zorn böser Geister auf sich. Die wichtigsten vier Rauhnächten sind: die Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember, Heiligabend vom 24. auf den 25. Dezember, Silvester vom 31. Dezember auf den 1. Januar und die Epiphaniasnacht vom 5. auf den 6. An den Nächten ist die Geisterjagd am wildesten.

Keine Wäsche waschen zwischen den Jahren – Mythos besagt, Heimsuchung von Geistern droht

Dem Aberglauben zufolge, öffnet sich in den Rauhnächten das Tor zwischen Diesseits und Jenseits – genauso wie an Halloween, wo allerdings andere Bräuche gelten. Während der „Wilden Jagd“ am Himmel, hetzen die Seelen der Toten gemeinsam mit Dämonen und Geistern und betreiben ein gruseliges Schauspiel. Wer Zeuge des Geschehens wird, wird mitgerissen oder dem drohten Unheil und Tod.

Von Weihnachten an bis zum 6. Januar und ganz besonders an Silvester gilt dem Volksglauben nach deshalb ein strenges Gebot, an das sich bis heute viele Menschen halten: Keine Wäsche waschen und zum Trocknen aufhängen. Das bezieht sich vor allem auf Bettücher - heute natürlich einfach Bettwäsche genannt - da weiße Leinentücher angeblich von den Geistern gestohlen und als Leichentücher für ein Mitglied des Hauses verwendet werden. Will heißen: Ein Mitglied des Haushalts wird sterben. Eine andere Legende besagt, dass sich die Geister in der Wäsche verfangen und sich dadurch provoziert fühlen. Frauen drohe eine besonders große Gefahr, wenn sie weiße Wäsche kurz nach Weihnachten aufhängen: Die Geister werden von weißen Leinen angelockt und fallen über die Frauen her.

An Silvester keine Wäsche waschen – stattdessen Geister mit Krach vertreiben

Mit dem lauten Krach an Silvester sollen die Jäger am Himmel vertrieben werden. Also steckt auch hinter dem typischen Silvester-Feuerwerk und dem Böllern der Aberglaube bezüglich der Raunächte. Zumindest dieses Jahr muss man sich allerdings mit dem Lärm sehr zurückhalten, an Silvester gilt ein bundesweites Böllerverbot gibt. Auch in Hamburg gelten rund um das Silvester-Feuerwerk harte Regeln – es drohen hohe Strafen bei Nichteinhaltung.

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Zwischen den Jahren gelten noch viele andere Bräuche

Wer sich zwischen den Jahren die Geister vom Leibe halten will, der sollte großen Wert auf Ordnung legen. In einigen Regionen werden die Häuser sauber und ordentlich gehalten. Mithilfe von Weihrauch sollen die bösen Geister abgewehrt werden. Bei Dunkelheit ist es zudem laut Aberglaube nicht empfehlenswert, die Straßen zu betreten.

Zwischen den Jahren keine Wäsche waschen – und auch sonst wenig erlaubt an Silvester 2021

Neben den Geistern wütet in Hamburg sowie überall zwischen den Jahren leider auch die vierte Corona-Welle. Das bedeutet statt Party eher Lockdown Light – mit zahlreichen Einschränkungen: Die Corona-Regeln in Hamburg um und an Silvester beinhalten nicht zuletzt ein Tanzverbot. Zu allem Überfluss wird uns auch noch eine andere liebgewonnen Tradition verleidet, die das Zuhausebleiben zumindest kulinarisch für viele zum Highlight macht: Das RKI warnt vor Raclette und Fondue. Immerhin muss so auch weniger Tischwäsche mit Öl- und Käseflecken gewaschen werden. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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