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Umfrage beweist: Viele „Corona-Tote“ gar nicht an Corona gestorben

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Immer öfter kommt es zu Ungereimtheiten bei den Corona-Zahlen. Eine Umfrage beweist nun: Bis zu 20 Prozent der „Corona-Toten“ sind gar nicht an Corona gestorben.

Hamburg – Inzidenz, Hospitalisierungsrate, Anzahl der Toten. Es sind die Zahlen, die uns seit Beginn der Coronavirus-Pandemie täglich präsentiert werden, um die aktuelle Pandemie-Lage bestmöglich veranschaulichen zu können. Je höher Inzidenz und Hospitalisierungsrate, desto härter die Corona-Regeln. Blöd nur, dass es bei diesen Zahlen immer wieder zu Ungereimtheiten kommt. Dieses Mal hat die BILD mithilfe einer Umfrage an die Gesundheitsämter herausgefunden, dass bis zu 20 Prozent der „Corona-Toten“ gar nicht an Corona gestorben sind.

Land:Deutschland
Neuinfektionen (18. Januar)74.405
Inzidenz (18. Januar)553,2\t
Todesfälle (18. Januar)115.842

Zahl der Corona-Toten in Deutschland: Nicht alle starben tatsächlich durch das Coronavirus

Wie die BILD (hinter Paywall) berichtet, geht aus einer Umfrage an die deutschen Gesundheitsämter der Bundesländer hervor, dass oft viele Tote, die in der Statistik offiziell als Corona-Tote gezählt werden, gar nicht tatsächlich AN dem Virus gestorben sind. Dem Bericht nach starben in Sachsen-Anhalt laut Corona-Statistik seit 1. Dezember 2021 insgesamt 590 Menschen. Tatsächlich jedoch konnte nur in 76 Prozent der Fälle Corona als Ursache für den Tod ausgemacht werden. 20 Prozent der Verstorbenen starben nicht an Corona und bei 4 Prozent war die Todesursache unbekannt.

Coronavirus - Krematorium
Viele Corona-Tote sind offenbar gar nicht an Corona gestorben. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Ähnliches, wenn auch mit deutlich geringerem Anteil berichtet die BILD über Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Auch dort lagen die Anteile, derjenigen, die nicht tatsächlich an Corona gestorben sind, aber in die Statistik einfließen, zwischen 6 und 17 Prozent.

Hamburg unterscheidet gar nicht zwischen an und mit Corona gestorben – RKI spricht von „Großteil“

Komplett anders hingegen handhaben es die Bundesländer Hamburg und Thüringen. Hier wird in den offiziellen Zahlen gar nicht erst zwischen Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, unterschieden. Dort werden Zahlen für Menschen ausgewiesen, die offenbar im Zusammenhang mit dem Virus verstorben sind. Bedeutet: Hier wird gar nicht ausgewiesen, wer tatsächlich aufgrund der Covid19-Erkrankung gestorben ist.

Auf BILD-Anfrage teilte auch das Robert Koch-Institut nicht mit, wie viele der insgesamt 115.842 Toten tatsächlich am Coronavirus gestorben sind. Zur Erklärung hieß es lediglich, dass ein „Großteil“ der Todesfälle auf die Corona-Infektion zurückzuführen sei, so die BILD.

„Falsche Zahlen“ keine Seltenheit: Verwirrung auch um die Krankenhauszahlen

Es ist nicht das erste Mal, dass es in der jüngeren Vergangenheit zu Verwirrungen um die Corona-Zahlen kommt. So kam erst kürzlich heraus, dass nicht alle Patienten, die mit Corona im Krankenhaus liegen, auch tatsächlich wegen Corona dort behandelt werden.

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Hamburg setzte da sogar noch einen oben drauf, dort könne bei vielen Patienten nicht einmal gesagt werden, wer wegen oder nur mit Corona im Krankenhaus behandelt werden muss. Obendrein musste sich Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bereits wegen eines weiteren Zahlen-Skandals rechtfertigen. Aufgrund einer „Computer-Panne“ wies Hamburg zeitweise falsche Inzidenzen für Geimpfte und Ungeimpfte aus. Mittlerweile verzichtet die Stadt aber auf eine getrennte Ausweisung. (Transparenzhinweis: In einer ursprünglichen Fassung war von bis zu 29 Prozent anderer Todesursachen die Rede. Inzwischen hat die Gesundheitsbehörde Sachsen-Anhalt ihre Daten jedoch korrigiert. Diese Änderung haben wir im Text übernommen.) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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