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Stiko-Chef Mertens sieht Corona-Pandemie in Deutschland als beendet an

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Von: Bettina Menzel

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Stiko-Chef Thomas Mertens hält die pandemische Lage für beendet.
Stiko-Chef Thomas Mertens hält die pandemische Lage für beendet. © IMAGO/IPON

Stiko-Chef Thomas Mertens sieht die Pandemie-Lage für beendet an. Das Coronavirus sei mittlerweile endemisch, sagt er - bleibe uns jedoch über Generationen erhalten.

Berlin - Experten hatten immer wieder betont, dass die Pandemie erst dann vorbei sei, wenn das Coronavirus endemisch würde. Offenbar ist genau dies aus Sicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko) nun der Fall. In einem am Freitag (28. Oktober) veröffentlichten Interview mit dem Bayerischen Rundfunk (BR) erklärte der Stiko-Chef Thomas Mertens die Pandemie in Deutschland aus seiner Sicht für beendet - sagte aber auch, dass das Coronavirus uns noch „über Generationen“ hinweg erhalten bliebe.

Coronavirus-Pandemie hat sich nun laut Stiko-Chef Mertens offenbar zur Endemie entwickelt

In dem BR-Interview tätigte Mertens eine historische Äußerung. Demnach sieht der Stiko-Chef die Pandemie für beendet an, das Coronavirus sei mittlerweile endemisch. Gleichzeitig betonte er, das Virus bleibe „noch über Generationen erhalten“ und man müsse dafür sorgen, Risikopatienten zu schützen.

Nicht nur die Impfung, sondern unter Umständen auch das Maskentragen hält der Mediziner demnach weiterhin für probate Mittel, wie merkur.de berichtet. Dass das Tragen von Masken auch ohne Verpflichtung in Risikosituationen sinnvoll sei, „daran besteht mittlerweile überhaupt kein Zweifel mehr“, so Mertens weiter. Besonders Menschen mit einem Risiko für eine schwere Erkrankung empfahl der Virologe demnach weiterhin den Mund-Nasen-Schutz.

Auch wenn Mertens die Pandemie-Lage offenbar für beendet hält, sorgt das Virus weiterhin für Probleme. Derzeit gebe es wieder eine Corona-Erkrankungswelle, die Kliniken aber vor allem wegen Personalengpässen auch infolge von Ausfällen teilweise vor Probleme stelle, hatte Mertens der Deutschen Presse-Agentur am Montag gesagt. Bis Dezember rechne er demnach mit einem Anstieg der Infektionszahlen.

Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen weiterhin sinnvoll

Für den kommenden Winter hält der Stiko-Chef Auffrischungsimpfungen von Risikogruppen flächendeckend für sinnvoll. Die Corona-Impfungen bleiben uns offenbar auch dauerhaft erhalten. So sagte Mertens dem BR weiter, dass auch in Zukunft in gewissen Abständen, „vielleicht jährlich“ eine Corona-Impfung nötig sei, „möglicherweise mit angepassten Impfstoffen.“

Auf Dauer sei es allerdings nicht sinnvoll, die ganze Bevölkerung Deutschlands in sechsmonatigen Abständen zu einer Auffrischungsimpfung aufzurufen, nur um Infektionen zu vermeiden. Als Begründung gab er an, dass man mittlerweile wisse, „dass die Impfstoffe zwar sehr gut vor schwerer Erkrankung schützen, aber sehr viel weniger gut vor Infektion.“ Für explizite Risikogruppen bliebe der Booster aber weiterhin notwendig.

Lauterbach und Drosten hatten endemische Lage womöglich erst in „mehreren Wintern“ vorhergesagt

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach noch im August davon, dass es dauern könne, bis das Coronavirus endemisch werde. Der Epidemiologe machte den Übergang von der Pandemie in die Endemie auch von verbesserten Impfstoffen abhängig. Der renommierte Virologe Christian Drosten hatte im Juli prognostiziert, dass der Übergang in die Endemie schlimmstenfalls noch „mehrere Winter“ dauern könne. „Der endemische Zustand, das ist eine Definitionsfrage. Er ist erreicht, wenn immer weniger Menschen die Pandemie im Alltag spüren“, so Drosten damals. Eine Endemie beschreibt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) eine Krankheit in einer bestimmten Region, an der ein größerer Teil der Bevölkerung regelmäßig erkrankt. Eine Pandemie bezeichnet indes laut RKI eine weltweite Epidemie.

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