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Corona-Impfung von Genesenen: Das ist die neue Stiko-Empfehlung

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Von: Anika Zuschke

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Um Impfungen von Genesenen ranken sich viele Fragen. Hier erfahren Sie auf einen Blick, ob, wann und wie häufig Sie sich als Genesener impfen lassen sollten.

Berlin – Lange Zeit waren die wichtigsten Fragen um die Corona-Impfung, wer in der Prioritätenliste ganz oben steht, wo noch ein Termin zu kriegen ist oder welcher Impfstoff am besten gegen Corona hilft. Doch inzwischen haben eigentlich alle, die dem Wunsch einer Impfung nachgegangen sind, auch eine Möglichkeit dafür erhalten; Impf-Präparate sind nicht länger knapp. Unter anderem aus diesen Gründen hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung zur Corona-Impfung von Genesenen noch einmal aktualisiert.

Expertengruppe des Robert Koch-Instituts (RKI)Ständige Impfkommission (Stiko)
Kapazität:18-köpfige Expertengruppe
Standort:Berlin
Gründung:1972

Über 3,8 Millionen Menschen haben sich in Deutschland nachweislich mit Covid-19 infiziert, fast 97 Prozent von ihnen gelten damit als genesen. Diese Betroffenen können sich von jetzt an bereits vier Wochen nach dem Ende ihrer Symptome impfen lassen. Bei asymptomatischen Infektionen (also dem Ausbleiben von Symptomen beim Erkrankten) liegt das erlaubte Impf-Datum bereits vier Wochen nach der Labordiagnose.

Sollten Genesene sich überhaupt impfen lassen? Empfehlung der Stiko

Lange Zeit schwebte die Frage im Raum, ob Genesene sich überhaupt impfen lassen müssen. Denn Personen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, sind in den meisten Fällen mindestens einige Monate vor einer weiteren Erkrankung geschützt. Aber wie daran bereits abzulesen ist, hält dieser Schutz nicht ewig.

Außerdem haben sich viele bereits Infizierte mit einer der früheren Virusvarianten angesteckt, weswegen ihre Immunantwort gegen die kursierende Delta-Variante eventuell nicht ankommt. Zudem gilt zu beachten, dass Immunisierung bei den Genesenen unterschiedlich stark auftritt: Während die einen lange und gut gegen eine zweite Infektion geschützt sind, lässt der Corona-Schutz bei anderen bereits nach kurzer Zeit nach.

Eine junge Frau bekommt von einem Arzt eine Visite am Krankenbett und eine junge Frau wird geimpft
Neue Empfehlung: Genesene können sich bereits vier Wochen nach Abklingen ihrer Symptome impfen lassen. (24hamburg.de-Montage) © Christoph Soeder/Philipp Schulze/dpa

Impfung von Genesenen: Darum ist sie sinnvoll

Um eine erneute Infektion also auf dem sichersten Weg zu umgehen, wird auch Genesenen eine Impfung empfohlen. Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) am RKI, Thomas Mertens, spricht in dem Zusammenhang von einem „sehr guten Booster-Effekt“, der durch die Impfung ausgelöst wird, berichtet der Spiegel.

Auf diesem Weg wird das Immunsystem der Betroffenen zum zweiten Mal in Bezug auf das Covid-Virus aktiviert. Das bietet zudem einen besseren Schutz vor den herrschenden Virus-Varianten*. Mertens zufolge fallen die Antikörpermengen bei Genesenen mit Impfung teilweise sogar höher aus als bei nicht-infizierten Personen mit zweifacher Impfung.

Zweite Impfung für Genesene – brauche ich das?

Obwohl eine erste Impfung einen hohen Immunisierungsschutz bietet, richtet eine zweite Impfung bei Genesenen nicht annähernd so viel aus. Diese sei zwar nicht gefährlich, aber laut Professor Carsten Watzl, dem Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, eher verschwendet. „Weil sie den Antikörperspiegel im Blut nicht mehr merklich nach oben verändert“, erklärt Watzl gegenüber dem Spiegel.

Eine Impfdosis scheint bei Genesenen also vorerst auszureichen. Ausnahmen stellen dabei Personen mit eingeschränkter Immunfunktion dar. Bei ihnen muss der Stiko-Empfehlung zufolge individuell entschieden werden, ob eine Impfstoffdosis ausreichend ist oder eine zweite Impfung erfolgen sollte.

Generell rechnet der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Professor Reinhold Förster, damit, dass die Impfung bei Genesenen nach neun bis zwölf Monaten nicht mehr ausreichend vor dem Coronavirus schützt. „Dann wird es eine weitere Immunisierung brauchen“, äußert er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Impfung für Genesene: Ab wann sollten sich bereits Erkrankte impfen lassen?

Bisher hieß es immer, dass Genesene sich frühestens sechs Monate nach Abklingen ihrer Symptome impfen lassen sollten. Dieser Zeitplan wurde nun, wie eingangs schon erwähnt, deutlich verkürzt. Inzwischen können sich die Betroffenen bereits vier Wochen nach überstandener Infektion zum Auffrischen ein Corona-Präparat spritzen lassen.

Mertens begründet das mit den Worten: „Nun haben sich einige Dinge geändert. Der Impfstoff ist nicht mehr knapp. Außerdem ist es mittlerweile oft erforderlich, seine Immunität nachzuweisen – meist geknüpft an die Impfung.“

Ob die Nebenwirkungen nach dem Impfen bei Genesenen stärker ausfallen, lässt sich noch nicht final sagen. Doch die Stiko gibt vorerst Entwarnung: Aus bisher vorliegenden Studienergebnissen lässt sich ableiten, dass eine Impfung nach überstandener Corona-Erkrankung nicht mit Gefahren verbunden ist. * 24hamburg.de und Kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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