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In Zeiten von Omikron BQ.1.1, Grippe und Twindemie: So stärken Sie ihr Immunsystem

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Von: Carolin Gehrmann

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Herbst und Winter werden zur Herausforderung für die Gesundheit. Nicht nur wegen Omikron BQ.1.1 .Es gibt einfache Mittel, um die eigene Immunabwehr zu stärken.

Berlin – Erkältungsfrei durch den Winter zu kommen – das wäre so schön. Viele fragen sich jetzt, da die kalte Jahreszeit wieder bevorsteht und neben Erkältungsviren auch noch Grippeerreger und die hochansteckenden Omikron-Varianten BQ.1.1 und XBB lauern: Was kann man tun, um sein Immunsystem auf Trab zu bringen? Die Regale in den Drogerien und Apotheken stehen nicht erst seit das Coronavirus und mit ihm die Omikron-Subvariante BQ.1.1 gibt, voll mit angeblich immunfördernden Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln.

Doch ist deren Wirkung überhaupt belegt? Eines zumindest ist sicher: Sie können ziemlich ins Geld gehen. Dabei gibt es auch ganz einfache Mittel, die das Immunsystem nachweislich stärken – und die müssen nicht unbedingt teuer sein, berichtet kreiszeitung.de.

Was sich lohnt und was man lieber meiden sollte – ein Überblick.

In Zeiten von Omikron BQ.1.1, Grippe und Twindemie: Was stärkt das Immunsystem nachweislich? Ein Blick auf Vitamine und Co

An oberster Stelle, wenn es um die Stärkung des Immunsystems geht, stehen für viele die Vitamine. Und tatsächlich ist das Angebot an Multivitaminsäften, Brausetabletten, Kapseln oder vitaminhaltigen Lutschbonbons groß. Ihre Wirkung in der Fachwelt sind allerdings umstritten, wie der Tagesspiegel schreibt – so wie schon lange vor Omikron BQ.1.1, das sich wohl binnen zehn Tagen verdoppelt, und XXB die Frage, ob die Corona-Impfung die Menstruation von Frauen beeinflusst.

Tabletten auf einem Löffel
Nahrungsergänzungsmittel versprechen eine gesunde Immunabwehr. Doch was können sie tatsächlich bewirken? © Theissen/Imagebroker/Imago

Dass die Einnahme einzelner Vitamine den Immunschutz fördert, ist meist ein reines Werbeversprechen der Hersteller solcher Präparate. Doch bei einigen Vitaminen und Spurenelementen lohnt sich die Zufuhr in den menschlichen Körper, der sich in diesem Herbst und Winter nicht nur gegen die normale Grippe und Erkältungen, sondern eben auch gegen die in Deutschland mehr und mehr zunehmende Omikron-Variante BQ1.1 wehren muss, tatsächlich. Denn es konnte nachgewiesen werden, dass sie Infekte wirklich vermeiden oder sie zumindest abschwächen oder verkürzen können.

Im Omikron BQ.1.1-Winter: Mit Tabletten das Immunsystem boostern – was bewirken Vitamine, Zink und Eisen in der Erköltungszeit?

Da wäre als erstes Vitamin C als Immunbooster zu nennen. In verschiedenen Studien konnte herausgearbeitet werden, dass Vitamin C eine positive Wirkung auf die Immunabwehr hat. Das Vitamin kann das Auftreten von Infekten zwar nicht gänzlich verhindern, doch lindert die Nahrungsergänzung mit Vitamin C die Schwere der Beschwerden und verkürzt die Krankheit um rund acht Prozent bei Erwachsenen und 18 Prozent bei Kindern.

So muss man sich nicht zumindest nicht so lange mit der Erkältung herumplagen, wenn es einen doch einmal erwischt hat und klar ist, dass es die Grippe oder eine Erkältung und nicht Omikron BQ.1.1 ist, was einen erwischt hat. Die Leiterin der Immundefekt-Ambulanz am Institut für Medizinische Immunologie der Berliner Charité, Carmen Scheibenbogen, weist allerdings im Tagesspiegel drauf hin, dass Vitamin-C-Präparate nur in den typischen Erkältungsmonaten eingenommen werden sollten und nicht dauerhaft. Es empfiehlt sich eine Dosis von 200 Milligramm pro Tag.

Erkältung und Grippe statt Omikron BQ.1.1: So können Sie mit Zink nachweislich Erkältungen verhindern

Vitamin C gibt es oft in Kombinationspräparaten mit dem Spurenelement Zink – und das ist durchaus sinnvoll. Denn auch für Zink konnte in Studien eine positive Wirkung auf das Immunsystem nachgewiesen werden. Wird innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftreten von Erkältungssymptomen Zink verabreicht, dann reduzieren sich Dauer und Schwere der Erkrankung.

Außerdem kommt bei dem Mineralstoff Zink noch die nützliche Eigenschaft hinzu, dass es Erkältungen ganz verhindern kann – zumindest bei Kindern konnte nachgewiesen werden, dass sie seltener krank wurden und weniger in der Schule fehlten, wie eine Metastudie der Cochrane Library zeigt. Zink behindert laut Tagesspiegel nämlich die Vermehrung der Erkältungsviren im Körper – ein durchaus wünschenswerter Effekt also, der den Abwehrkampf von Krankheitskeimen begünstigt.

Was stärkt das Immunsystem? Auf die Zufuhr von Vitamin D und Eisen achten

Auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin D kann das Immunsystem stärken, wie Untersuchungen ergeben haben. Vitamin D steuert die Aktivierung der T-Zellen, der sogenannten „Killerzellen“, wie die Universität Kopenhagen herausfand. Die T-Zellen sind ein wichtiges Element unserer Immunabwehr, da sie Krankheitserreger bekämpfen. Vitamin D kann mit der Nahrung aber nicht ausreichend aufgenommen werden, da der Körper es hauptsächlich selbst, mithilfe des Sonnenlichts, bildet.

Wenn es im Winter an Licht fehlt, kann es eventuell nicht ausreichend produziert werden, was zu einer Unterversorgung führen kann. Dann besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Erkältungsviren oder auch mit dem Coronavirus – und hier aktuell wohl besonders mit der Omikron-Subvariante BQ.1.1, die gefährlich sein soll und als „Höllenhund“ bezeichnet wird, zu infizieren. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten kann einen möglichen Mangel beheben und damit das Risiko für Atemwegsinfekte senken, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

In Zeiten von Omikron BQ.1.1, Grippe und Twindemie: Eisenmangel schwächt die Immunabwehr

Auch Eisenmangel macht anfällig für Infekte wie Erkältung, Grippe oder Corona und seine Varianten Omikron BQ.1.1, Omikron XXB und Co. Gerade bei vegetarischer oder veganer Ernährung sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Eisen aufgenommen wird. Doch die richtige Dosis ist auch hier entscheidend, da zu viel Eisen im Blut wiederum die Infektanfälligkeit erhöhen kann.

Mit der richtigen Ernährung das Immunsystem stärken und Infekte abwehren

Doch künstliche, von außen zugeführte Vitamine und Mineralstoffe ersetzen nicht die so oft beschworene ausgewogene Ernährung. Sie ist gewissermaßen die Basis für ein intaktes, gut funktionierendes Immunsystem eines Menschen, von denen einige noch immer nicht an Corona erkrankt sind. Frisches Obst und Gemüse sollte daher auf den täglichen Speiseplan gehören und auf keinen Fall durch Fertiggerichte oder Vitamin-Präparate ersetzt werden. Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem nämlich im Dauereinsatz. Mit diesen Nahrungsmitteln können wir es stärken:

Natürlicher Booster für das Immunsystem: Rote Paprika sind echte Vitamin-C-Bomben

Besonders viel Vitamin C enthalten laut NDR rote Paprika. Sie sind wahre Vitamin-Bomben. Weniger als 100 Gramm decken bereits den Tagesbedarf an Vitamin C. Auch in Schwarzen Johannisbeeren, Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli, Chili und Petersilie sind große Mengen des lebenswichtigen Vitamins enthalten. Orangen und Zitronen liefern im Vergleich zwar nicht so viel Vitamin C, wie man aufgrund der Farbe denkt, aber dennoch eine gewisse Menge.

Teller mit Gemüsesorten.
Frisches Obst und Gemüse stärkt unsere Immunabwehr und sollte auf dem täglichen Speiseplan stehen. (Symbolbild) © Simona Pilolla/Imago

Auch Ingwer kann das Risiko für Infekte senken. Und Infekte will im Winter 2022 bekanntlich keiner haben – weder bei einer Erkältung, noch bei einer Grippe und schon gar nicht mit Omikron BQ.1.1. Die Wurzel des Ingwer, der im Herbst und Winter gegen Grippe und Erkältungen hilft, enthält Scharfstoffe, sogenannte Gingerole, die antientzündlich und antibakteriell wirken. Am besten lässt sich ein Tee aus der scharfen Knolle zubereiten, aber auch in Suppen oder Currys macht sich ein Hauch Ingwer nicht nur geschmacklich gut, sondern hat auch eine immunfördernde Wirkung.

Immun-Booster für zwischendurch: In Nüssen steckt viel Zink

Das bereits erwähnte Spurenelement Zink, dem in der Infektabwehr eine wichtige Rolle zukommt, ist vor allem in Nüssen enthalten. Ein kleiner Nuss-Snack zwischendurch kann also dabei helfen, gesund zu bleiben. Laut NDR hilft es außerdem dabei, eine gesunde Nasen- und Rachenschleimhaut aufzubauen.

Die besten „Hausmittel“ für ein starkes Immunsystem: Bewegung, wenig Stress und ausreichend Schlaf

Besonders wichtig ist es, neben der Ernährung auf Bewegung und ausreichend Schlaf zu achten – was manchmal gar nicht so leicht ist, zum Beispiel nach der Zeitumstellung. Zu wenig Schlaf ist allerdings ziemlich ungesund, wie Forschende an der University of California herausfanden. Schon ein geringfügiger Schlafentzug erhöht die Infektanfälligkeit. Wer nur sechs Stunden oder weniger schläft, erkältet sich laut Tagesspiegel deutlich häufiger als Menschen, die auf mehr Schlaf pro Nacht kommen. Dieser Erkenntnis liegt eine Studie der Universität Tübingen zugrunde, die zu dem Schluss kommt, dass Schlafentzug die T-Zellen in ihrer Funktion beeinträchtigt.

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Die Killerzellen reagieren auch äußerst empfindlich auf Stress, vor allem, wenn dieser langanhaltend ist. Dauerstress wirkt sich also ungünstig auf das Immunsystem aus, das Risiko für Infekte erhöht sich, wenn wir dauerhaft unter Stress stehen. Dem kann man am besten mit moderatem Sport entgegenwirken. Denn Bewegung senkt nicht nur das Stresslevel, sondern Sport hat auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. Die Immunologin Scheibenbogen erklärt im Tagesspiegel, dass regelmäßiger Ausdauersport die Zahl der Antikörper und der B-, T- und Killerzellen im Blut ansteigen lasse.

Übertreiben solle man es jedoch nicht. Nach Extrembelastungen sei der Körper wieder anfälliger für Infekte. Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind ohnehin der Schlüssel zu einer guten Gesundheit. So können auch andere schwere Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Diabetes vermieden werden, wenn man sich gesund ernährt, regelmäßig Sport treibt und nicht raucht.

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