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CO2-Abgabe 2023: Das ändert sich für Mieter und Vermieter

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Von: Kevin Goonewardena

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Mieter zahlen die CO2-Abgabe bisher alleine. Das soll sich 2023 ändern. Und: je mieser die Energiebilanz des Gebäudes, desto mehr zahlt der Vermieter.

Hamburg – Bisher übernehmen die Bürgerinnen und Bürger die CO2-Abgabe, die der Staat seit 2021 für beispielsweise das Heizen mit Öl- oder Erdgas in Rechnung stellt, alleine. Bepreist wird mit der Steuer der klimaschädliche CO2-Ausstoß; die zusätzlichen Gelder werden im Kampf gegen den Klimawandel aufgewendet. Obwohl Vermieter als Wohnungs- oder Hausbesitzer für die energetische Dämmung, der durch Sie vermieteten Objekt zuständig sind, müssen Sie sich bislang nicht an der CO2-Abgabe für Mieter beteiligen. Damit soll 2023 Schluss sein. Der Deutsche Bundestag hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf bereits beschlossen. Die FDP hatte zuvor die Verabschiedung des Gesetztesentwurf im Bundestag ausgebremst.

Name:Bundesrepublik Deutschland
Gründung:23. Mai 1949 (Verabschiedung des Grundgesetz)
Fläche:357.588 km²
Bevölkerung:rund 83 Millionen

CO2-Abgabe für Mieter: Bisherige Regelung motiviert Vermieter nicht zur energetischen Sanierung

Zwar erfüllt die bisherige Regelung den Zweck, dass Mieter und Mieterinnen weniger heizen – und so die CO2-Abgabe gering halten. Doch Vermieter werden durch die bestehende Gesetzgebung nicht dazu motiviert, Geld in energetischen Sanierungen zu stecken und so ihren Teil dazu beizutragen, dass die Energiekosten und damit die CO2-Abgabe geringer ausfallen. Zur Entlastung der Verbraucher hatte bereits im vergangenen Jahr eine Ökonomin die Rückerstattung der CO2-Abgabe an die Verbraucher vorgeschlagen. Nun kommt ein neues Gesetz. Die neue, mit dem sperrigen Namen Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) betitelte Regelung soll dafür sorgen, dass Mieter die Abgabe nicht mehr alleine schultern müssen. Ab 2023 sollen Mieter und Vermieter gleichermaßen aufgeteilt werden, wie es im Bericht des Fachmagazins heißt.

Heizungsthermostat und Geldscheine
Die CO2-Abgabe wird sich 2023 ändern: Vermieter übernehmen dann für Mieter einige Kosten. Ein Stufenmodell soll für mehr Gerechtigkeit sorgen. © Christian Ohde/Imago

CO2-Abgabe: Stufenmodell soll für mehr Gerechtigkeit sorgen – schrittweise Anhebung bis 2025

Das Stufenmodell, das zur Anwendung kommt, lässt sich dabei wie folgt zusammenfassen: Je weniger klimafreundlicher das Haus ist, desto höher fällt der vom Vermieter zu zahlende CO2-Preis aus. Gegenwärtig gilt ein Preis von 30 Euro je Tonne CO2, die durch das Verbrennen von Heiz- und Kraftstoffen entsteht. Schrittweise soll dieser Preis bis zum Jahr 2025 auf 55 Euro steigen.

Wie sich der genaue Preis ergibt, hängt auch von der Nutzung der Immobilie ab. Während bei Gewerbeimmobilien eine pauschale 50/50-Aufteilung des CO2-Preises zwischen den beiden Parteien erfolgt, errechnet sich bei Wohngebäuden der CO2-Preis anhand der Quadratmeteranzahl der Wohnfläche. Hier wird der Preis Jahr für Jahr neu berechnet. Ist die Energieeffizienz des Gebäudes besonders schlecht, soll der Vermieter gar 95 Prozent der Abgabe schultern müssen, berichtet Chip. Wie genau ein besonders schlechter Zustand definiert ist, wird hingegen nicht näher erläutert.

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CO2-Abgabe für Öl und Gas: So viel sollen Vermieter und Mieter in Zukunft zahlen

Die nachfolgende Tabelle gibt die geplante Stufenregelung der CO2-Abgabe zwischen Vermietern und Mietern wieder.

KohlendioxidausstoßAnteil VermieterAnteil Vermieter
< 12 kg CO2/m²/a100 %0 %
12 bis<17 kg CO2/m²/a90 %10 %
17 bis <22 kg CO2/m²/a80 %20 %
22 bis <27 kg CO2/m²/a70 %30 %
27 bis <32 kg CO2/m²/a60 %40 %
32 bis <37 kg CO2/m²/a50 %50 %
37 bis <42 kg CO2/m²/a40 %60 %
42 bis <47 kg CO2/m²/a30 %70 %
47 bis <52 kg CO2/m²/a20 %80 %
52 bis <57 kg CO2/m²/a10 %90 %

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