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Chaos bei Ryanair: Passagiere stehen gelassen – fieser Trick bei Verspätung

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Ryanair scheint momentan nicht Herr der Lage zu sein: Passagiere werden am Flughafen zurückgelassen, Flugzeiten werden geändert, um Entschädigungen zu umgehen.

Hamburg – Ryanair ist wohl die bekannteste Billigfluglinie im europäischen Raum, mit der man mit Glück auch schon mal für einen Zehner von Dortmund nach London fliegen kann. Die Flugverbindungen aus Hamburg waren zuletzt allerdings problematischer und auch andere Ryanair-Flüge innerhalb Europas sorgten für viel Ärger aufseiten der Fluggäste – und das, obwohl die Airline aktuell als die verlässlichste der Welt gilt.

UnternehmenRyanair
CEOMichael O’Leary (1. Jan. 1994–)
HauptsitzSwords, Irland
Umsatz1,636 Milliarden EUR (2021)
Gründung28. November 1984, Irland
GründerTony Ryan, Liam Lonergan, Christopher Ryan

Ein Flieger aus Hamburg ließ zum Beispiel einfach Passagiere am Gate stehen. Ein anderer aus Frankreich änderte die verspäteten Abflugzeiten einfach so, dass die Fluglinie, die ohnehin gerade ein sehr erfolgreiches Quartal verzeichnen konnte, gerade so um die Entschädigungen herumkam.

Ryanair: Flugzeiten geändert, um Entschädigungszahlungen zu entgehen?

Ein Flug aus Nantes in Frankreich über Manchester nach Hamburg Anfang des Monats sorgte für Aufregung, weil sich die Fluggesellschaft scheinbar um die Entschädigungen herummogelte. Das zumindest behauptet der Focus in einem Erfahrungsbericht.

Der Flieger, der um 16:10 Uhr hatte starten sollen, startete laut der Passagierin um 19.15 Uhr, also drei Stunden und fünf Minuten nach der geplanten Abflugzeit. Ab drei Stunden Verspätung muss Ryanair eine Entschädigung zahlen, allerdings gab die Airline die Abflugzeit in der App bereits als 18.50 Uhr an. Zu dieser Zeit soll aber gerade einmal das Boarding begonnen haben.

Frau wartend am Flughafen und ein Ryanair-Flieger in der Luft
Ryanair lässt Passagiere warten, am Flughafen stehen und mogelt sich um Entschädigungen herum. (24hamburg.de-Montage) © Thomas Banneyer/DPA & IMAGO Images/agefotostock

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Die ursprüngliche Landezeit in Manchester sollte eigentlich 16:40 Uhr englischer Zeit sein, der Flieger landete allerdings erst um 19:30 Uhr. Die Passagiere mussten allerdings noch 20 Minuten im Flieger warten und konnten erst gegen 19:47 Uhr das Flugzeug verlassen. Diese Uhrzeit war außerdem in der Ryanair-App zunächst als Landezeit angegeben, später änderte die Fluglinie die Uhrzeit allerdings online auf 19:27 Uhr. Um den Entschädigungszahlungen zu entgehen? Auch für verpasste Anschlussflüge, Unterkunft und Verpflegung kam die Airline nicht auf oder leistete Hilfestellung.

Ryanair äußert sich schwammig: Das sagt die Airline zu den Vorwürfen

Auf Nachfrage von Focus Online bei Ryanair, deren Personal außerdem gerade streikt, merkten die Pressesprecher der Airline lediglich an, dass die Abflugzeiten korrekt gewesen sei und der Flug sich lediglich um 2 Stunden und 50 Minuten verspätet habe. Darauf, dass eigentlich die Ankunftszeit und nicht die Abflugzeit für die Berechnung zugrunde gelegt werden muss, ging die Firma nicht ein.

Außerdem betonte man, dass man den Passagieren als Entschädigung einen Gutschein für Verpflegung hatte zukommen lassen. Laut der Passagierin kam dieser 4 Euro-Gutschein aber erst per SMS an, als das Boarding bereits in vollem Gange war, und konnte somit nicht mehr eingelöst werden.

Passagiere stehen gelassen: Verzweifelte Reisende warteten vergeblich am Gate

Ein anderer Ryanair-Flug, der aus Hamburg nach Dublin starten sollte, hatte hingegen keine Verspätung, sondern hob einfach zu früh ab. Zwar handelte es sich bei der „Verfrühung“ nur um 2 Minuten, trotzdem hatte es die Airline an diesem Tag offenbar eilig, denn knapp 50 Passagiere, die jetzt eine Sammelbeschwerde eingelegt haben, wurden einfach in Hamburg stehen gelassen.

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Einige der Passagiere machten gegenüber der Hamburger Mopo ihrem Ärger Luft und berichteten von den Zuständen am Flughafen: „Ich bin fassungslos und entsetzt. In der Warteschlange des Gepäckschalters ging es kaum voran und das Flugzeug flog zwei Minuten vorher los.“ Der Passagier, genau wie zahlreiche andere, waren wie es die Norm und empfohlen ist zwei Stunden früher am Flughafen Hamburg gewesen. Normalerweise reicht diese Zeit erfahrungsgemäß vollkommen aus, um einen Flug zu erwischen.

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Diese Ryanair-Verbindung nach Dublin machte allerdings bereits um kurz nach 9:00 Uhr den Gepäckschalter zu und ließ keine Passagiere mehr hindurch. Da der Schalter vorher nur von einer Person besetzt gewesen war, waren dementsprechend noch nicht alle Fluggäste abgefertigt worden.

Zu den Vorwürfen in diesem Fall wollte sich die Airline noch gar nicht äußern. Scheint aber so, als würden auch hier viele ärgerliche Kunden auf ihrem Geld sitzen bleiben.

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