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Borna-Virus in Deutschland nachgewiesen: Symptome und Gefahren

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Nach Corona und Affenpocken wird das meist tödliche Borna-Virus in Deutschland zur Gefahr. So erkennen Sie die Symptome und schützen sich vor einer Infektion.

Hamburg – Nach der Corona-Pandemie und den Affenpocken haben die Deutschen von Krankheitserregern so langsam genug. Leider kann man sich den Zeitpunkt von Viruswellen nicht aussuchen. Jetzt tritt auch noch das hochgefährliche Borna-Virus erneut in Deutschland auf.Die meist tödliche Erkrankung wird hauptsächlich in Bayern und Sachsen-Anhalt festgestellt, doch auch im Norden sollte man Vorsicht walten lassen.

So erkennen Sie Symptome und können sich vor einer Infektion mit dem Borna-Virus schützen.

Krankheit:Borna-Virus
Überträger:Feldspitzmaus (im Weiteren andere Säugetiere)
Risikogebiet:Bayern & Sachsen-Anhalt (und angrenzende Bundesländer)
Häufigkeit:2-6 Infektionen in Deutschland pro Jahr (RKI)
Verlauf:Kopfschmerz, Fieber, neurologische Störungen, Koma, Tod

Borna-Virus in Bayern festgestellt: Virus vermehrt im Süden aufgetreten

In Mühldorf am Inn in Bayern wurde ein Patient mit dem Borna-Virus infiziert. Das gab das Landratsamt am Dienstag, 7. Juni, bekannt. Es ist der dritte Fall einer Infektion mit dem Borna.Vorus in drei Jahren in dem bayerischen Landkreis, in dem sich die Infektionen mit dem Borna-Virus im Vergleich zum Rest von Deutschland häufen.

Mensch im Krankenhausbett und im weißen Kreis eine Feldspitzmaus
Das Borna-Virus wird von der Feldspitzmaus übertragen. Für den Menschen ist es meist tödlich. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Blickwinkel & dpa/Kay Nietfeld

Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht von einer durchschnittlichen Erkrankungszahl von zwei bis sechs Infektionen mit dem Borna.Virus im Jahr in ganz Deutschland aus. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind in Deutschland 2021 sieben Fälle des Borna-Virus bestätigt worden – allein fünf davon in Bayern.

Borna-Virus: Woher kommt es? Das bedeutet es für den Menschen

Der Grund für das vermehrte Auftreten des Erregers in Bayern ist wahrscheinlich die umfangreiche Natur in dem Bundesland. Das Borna-Virus wird von der Feldspitzmaus übertragen, die von der Weltnaturschutz-Union auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft wird. Lediglich in Bayern kommt sie häufig genug vor, um dort seit 2003 als ungefährdet zu gelten.

Bislang ist die Feldspitzmaus der einzig bekannte Wirt für das Borna-Virus, es kann aber andere Säugetiere durch Ausscheidungen wie Kot, Speichel und Urin infizieren. Beim Menschen löst das Virus eine gefährliche Hirnhautentzündung aus, die meist tödlich verläuft. Wer die Erkrankung überlebt, hat mit schweren Folgeschäden zu rechnen.

Borna-Virus: Das sind die Symptome – so vermeiden sie Ansteckung

Laut des RKI sind Bayern und Sachsen-Anhalt die Kerngebiete, in denen das Borna-Virus vorkommt. Auch die angrenzenden Bundesländer im Süden, Osten und in der Mitte des Landes gehören zum erweiterten Risikogebiet. Hamburg fällt zwar nicht in diesen Bereich, trotzdem sollten sich auch Hamburger der möglichen Gefahr durch das Borna-Virus bewusst sein.

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Die Symptome äußern sich zunächst in Kopfschmerzen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Danach kommt es bei den Patienten, die am Borna-Virus erkrankt sind, zu neurologischen Symptomen wie etwa Sprachstörungen oder Koordinationsproblemen. Anschließend folgt innerhalb von einigen Tagen oder wenigen Wochen das Koma. „Die wenigen bekannten Erkrankungsfälle verliefen mit nur einer Ausnahme tödlich. Eine spezifische Therapie gegen Bornavirus-Infektionen gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht“, heißt es in einem Merkblatt des RKI zu dem Thema.

Um Ansteckungen vorzubeugen, sollte man den Kontakt zu Feldspitzmäusen vermeiden, die an ihrer spitzen Nase und einem stechenden Geruch sowie relativ kleine Augen und Ohren zu erkennen sind. Die Tiere sollten auf keinen Fall als Haustier gehalten geschweige denn in freier Wildbahn gestört werden. Wer eine tote Spitzhaus beim Feldspaziergang findet, sollte diese auf keinen Fall anfassen.

Und wenn sich ein solcher Insektenfresser im eigenen Garten eingenistet hat, empfiehlt es sich, die Nahrungsquelle des Tieres zu suchen und diese zu entfernen, damit auch die Feldspitzmäuse weiterziehen. Dazu gehören zum Beispiel auch Komposthaufen oder Katzen- und Hundefutter im Garten oder in Garagen.

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