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„Fahre lieber einen Umweg“: Kunden kaufen nach Real-Übernahme bei Konkurrenz ein

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Von: Franziska Vystrcil

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Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter zu Zeiten von Corona und Krieg in der Ukraine. Leute stehen Schlange.
Viele Verbraucher nutzen die Vorteile von Bonuskarten wie die DeutschlandCard oder Payback. Die Supermarktkette Kaufland bietet eine eigene Kundenkarte an (Symbolbild). © IMAGO/Martin Wagner

Viele Real-Kunden nutzten bei ihrem Einkauf die Payback-Karte, um Punkte zu sammeln. Nach der Übernahme von Kaufland geht das nicht mehr - was viele verärgert. 

Neckarsulm - Beinahe alle Real-Filialen sind mittlerweile aus Deutschland verschwunden. Die Übernahme zahlreicher Standorte durch die Supermarktkette Kaufland brachte sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter viele Veränderungen mit sich. Ein Kunde bedauert, in den Filialen des Supermarkts der Schwarz-Gruppe nun nicht mehr seine Payback-Karte nutzen zu können. Mit dieser konnte er in der vorherigen Real-Filiale beim Einkauf Punkte sammeln und diese beim nächsten Mal gegen Prämien oder Vergünstigungen einlösen. Darüber berichtet BW24.

„Wann kommt die Payback- oder DeutschlandCard-Möglichkeit?“, will der Kunde in einem Facebook-Post wissen. Denn noch eine Karte für ein Bonussystem wolle er sich nicht zulegen. Die Antwort von Kaufland enttäuscht viele weitere Kunden.

Kein Payback bei Kaufland: Kunde geht künftig lieber zur Konkurrenz

Die Ansicht des Mannes teilen sicherlich viele Verbraucher. Gefühlt gibt es für jeden Händler ein anderes Vorteilsprogramm. Alleine die Payback-Karte hat zahlreiche Partner: Neben der Drogeriekette dm kann die Bonuskarte auch bei Händlern wie Otto, Sixt Autovermietung oder beim Tierbedarf Fressnapf eingesetzt werden. Unterdessen setzen Lebensmittelhändler wie Edeka, Marktkauf oder Netto auf die DeutschlandCard.

Viele Händler haben aber auch eigene Kundenkarten. Die Discounterkette Lidl bietet mittlerweile eine Kundenkarte in Form von der digitalen Lidl-Plus-App an, mit der sogar ganze Einkäufe bezahlt werden können. Im Fall der Unternehmensschwester Kaufland ist es die sogenannte „Kaufland Card“, mit der Kunden Rabatte und Coupons erhalten sowie Punkte sammeln können. Doch das Vorteilsprogramm überzeugt offenbar nicht jeden - vor allem nicht frühere Real-Kunden. Denn die Supermarktkette nutzte die Payback-Treuekarte. „Tut mir leid, aber noch eine Karte (Kaufland Card) werde ich mir nicht in den Geldbeutel stecken oder auf Handy laden“, beschwert sich ein ehemaliger Real-Kunde.

Um Punkte zu sammeln, würde der Mann für die Großeinkäufe seiner Familie sogar einen „kleinen Umweg“ in Kauf nehmen. Ein Rewe oder Marktkauf seien ebenfalls nicht weit weg. Offenbar geht der Mann samt Familie dort nun lieber einkaufen, da er in den Supermärkten die DeutschlandCard einsetzen kann.

Kunden wollen Bonuskarte von Kaufland nicht - „Real und Payback haben einfach zusammen gehört“

Verliert Kaufland durch sein eigenes Vorteilsprogramm nun Kunden? Auch andere User kommentieren den Beitrag und beklagen ebenfalls, bei Kaufland nicht ihre Payback-Karte nutzen zu können. Kaufland reagiert, verweist allerdings auf die eigene Bonuskarte. Ein Kunde gibt sogar an, bereits eine solche zu besitzen. Aber: „Die kann Payback nicht ersetzen. Real und Payback haben einfach zusammen gehört.“

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 4. Februar 2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

„Schade, dass du kein Interesse an unserer Kaufland Card hast“, schreibt das Facebook-Team der Supermarktkette aus Baden-Württemberg. Doch das bringt die enttäuschten Kunden nicht weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass Kunden von der Real-Übernahme durch Kaufland genervt sind. Viele vermissen ihren alten Supermarkt.

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