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Behörde warnt vor Blaualgen in Hamburg: Darum sind sie so gefährlich

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Hamburger Umweltbehörde warnt erneut vor Blaualgen in Gewässern. Doch was sind Blaualgen eigentlich und was macht sie so gefährlich? Die wichtigsten Antworten.

Hamburg – Die Umweltbehörde in Hamburg hat vor einer Verschlechterung der Gewässersituation aufgrund der hohen Temperaturen und des wenigen Niederschlags gewarnt. Wegen des niedrigen Wasserstandes könne es in stehenden und langsam fließenden Gewässern zu Blaualgenbildung kommen, teilte die Umweltbehörde am Freitag, 12. August 2022, mit. In blaualgenhaltigen Gewässern sollte nicht gebadet werden, da diese zu Hautreaktionen und bei regelmäßigem Schlucken zu Vergiftungen führen könnten. Blaualgen sehen im Wasser aus wie ein „grüner Teppich“.

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Name:Blaualge (wissenschaftlich Cyanobacteria)
Gattung:Bakterium
Bekannte Arten:mehrere Tausend, rund 40 giftige Arten
Vorkommen:Teiche, Seen, stehende, langsam fließende Nährstoffreiche Gewässer, Uferbereiche von Flüssen und Meeren

Blaualgen-Befall kann zu Fischsterben führen

Eine weitere Gefahr für die Gewässer in Hamburg stellt den Angaben der Behörde zufolge der niedrige Sauerstoffgehalt in einigen Stadtgewässern dar. Der Sauerstoff im Wasser sinkt durch die hohen Temperaturen, den niedrigen Wasserstand und einen zu hohen Nährstoffgehalt. Dies ist aktuell in Tarpenbek und Wandse der Fall. Wenn es zu starken Niederschlägen kommt, sinkt der Sauerstoffgehalt laut Umweltbehörde noch weiter und kann zu Fischsterben führen. Es wird deshalb darum gebeten, kein Wasser aus kleinen Oberflächengewässern zu entnehmen.

Gefahr durch Blaualgen im Strelasund Altefaehr auf Ruegen
Können auch an Meeresufern vorkommen: Blaualgen, hier im Strelasund auf Rügen. (Archivbild) © Andreas Gora / Imago

Was sind Blaualgen?

Bei Blaualgen handelt es sich nicht um Algen im klassischen Sinne, sondern um Bakterien. Früher falsch klassifiziert, ist man im deutschen Sprachraum bei der Bezeichnung Blaualgen für Cyanobakterien geblieben. Blaualgen treten in allen Gewässern auf und sind in normaler Konzentration ungefährlich. Zu explosionsartiger Vermehrung kommt es vor allem in den Sommermonaten bei hoher Gewässertemperatur.

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Wo kommen Blaualgen vor?

Blaualgen bevorzugen stehende oder träge fließende Gewässer mit hohem Nährstoffgehalt. Sie kommen vor allem in Teichen und Seen vor, insbesondere wenn diese nur eine geringe Wassertiefe aufweisen können, schreibt Utopia. Aber auch im Uferbereich von Flüssen und Meeren können Blaualgen vorkommen.

Wie erkenne ich Blaualgen?

Die Blaualgen an sich sind mit bloßem Auge nicht zu sehen. Doch ob ein Gewässer eine erhöhte Blaualgenkonzentration aufweist, lässt sich anhand folgender Kriterien erkennen:

Warum sind Blaualgen gefährlich?

Von den weltweit mehreren Tausend bekannter Arten von Blaualgen produzieren etwa 40 giftige Stoffe. Laut Utopia sind darunter Gifte, die zu den stärksten natürlichen Giften der Welt gehören. Die Gifte sind für Plankton und Fische gefährlich, aber auch für Kinder, ältere und geschwächte Menschen.

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Nach dem Baden an Stellen mit starkem Blaualgenbefall können Symptome wie Hautreizungen und Ausschläge, Bindehautentzündungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Fieber auftreten.
In sehr seltenen Fällen kann der Kontakt mit Blaualgen zu Lähmungen der Lunge und dem Tod führen. Die größte Gefahr besteht durch das Schlucken von Wasser.

Was muss ich tun, wenn ich mit Blaualgen in Berührung komme?

Die auftretenden Symptome werden wie gewohnt bekämpft oder klingen von alleine wieder ab.

Sind Blaualgen gefährlich für Hunde?

Blaualgen sind auch für einige Tiere gefährlich, dazu gehören auch Hunde. Hunde sollte man in Gewässern mit Blaualgenbefall nicht baden lassen, da es nach dem Trinken des mit Blaualgen kontaminierten Wassers zu Vergiftungen kommen kann.

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Tipps zum Umgang mit Blaualgen

Ist der Blaualgenbefall von den Behörden bereits erkannt worden, weisen Warnschilder die Badegäste auf den Blaualgenbefall hin. Auch kann es sein, dass ganze Gewässer oder Abschnitte behördlich gesperrt wurden. Warnungen und Verbote sollten nicht ignoriert und auf das Schwimmen verzichtet werden.

Da Blaualgen oft plötzlich auftreten, ist nicht jeder Blaualgenbefall den Behörden bekannt. Das Wasser sollte gemieden werden, wenn es muffig riecht, trübe ist oder grüne Schlieren zu sehen sind. Dabei gilt laut Utopia folgende Faustregel: Ist das Wasser in Knietiefe so trübe, dass die eigenen Füße nicht mehr zu sehen sind, sollte auf das Baden verzichtet werden. Insbesondere bei Kindern und Tieren sollte kein Risiko eingegangen werden. Neuer Befall sollten bei dem Umweltamt gemeldet werden. (mit Material der dpa)

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