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Blackout im Winter droht: Die Auswirkungen wären katastrophal

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Von: Bona Hyun

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Droht im Winter der Blackout? Derzeit sind die Netzwerke durch die Nutzung von Elektro-Heizungen überlastet. Ein Experte ruft zur Solidarität auf.

Hamburg – Immer mehr Menschen kaufen elektrische Heizungen, um sich vom Gas unabhängig zu machen. Die Folge: Stromnetzwerke könnten unter Überlastung zusammenbrechen. Im Extremfall kommt es zum Blackout. „Leute kaufen wie verrückt die Heizgeräte. Da müssen wir den Finger heben, passt auf, das geht so nicht“, sagte Dr. Martin Kleimaier, Leiter des Fachbereichs Erzeugung und Speicherung elektrischer Energie im Verband VDE, 24Hamburg.de. Die Folgen eines Blackouts wären dramatisch. Kleimaier ruft die Verbraucher deshalb auf, sich solidarisch zu verhalten.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche:755,2 km²
Höhe:3 Meter
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)

Sorge um Blackout: Zu hohe Nutzung von Elektro-Heizungen führt zu Stromausfall

Wenn viele Verbraucher gleichzeitig Elektro-Heizungen nutzen, könnte es zu einem flächendeckenden Stromausfall kommen. „Es ist wie auf der Straße. Wenn alle gleichzeitig losfahren, dann gibt es einen Kollaps“, so Dr. Martin Kleimaier im Gespräch mit 24Hamburg.de. Weiter macht er auf überregionale und regionale Problemzonen aufmerksam.

Auf regionaler Ebene ist es so, dass die Netzwerke nicht dafür ausgelegt werden, dass die Kunden gleichzeitig eine hohe Last ziehen. Die „Gleichzeitigkeit“ führt zur Überbelastung.

Dr Martin Kleimaier, Leiter des Fachbereichs Erzeugung und Speicherung elektrische Energie im Verband VDE

Auf überregionaler Ebene sei ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Erzeugung notwendig.

Ein Schild für Stromausfall und eine Frau während eines Blackouts auf dem Sofa
Experten warnen vor einem möglichen Blackout im Winter. Ein Stromausfall hätte fatale Folgen. (24hamburg.de Montage) © Bihlmayerfotografie/Panthermedia/imago

Die Gaspreise schnellen in die Höhe – Verbraucher versuchen derzeit ihren Gas- und Stromverbrauch ordentlich einzudämmen oder legen sich Elektro-Heizungen zu. Durch den Umstieg auf elektrische Heizungen können Verbraucher ihre Wohnung über die Steckdose beheizen. Darüber hinaus gibt es noch andere Geheimtipps, wie Verbraucher Gas- und Stromkosten sparen können.

Blackout im Winter: Stromnetz könnte zusammenbrechen – Folgen wären katastrophal

Die Folgen eines flächendeckenden Stromausfalls wären dramatisch. Kurz gesagt: Der Ausfall sämtlicher IT-Systeme würde pures Chaos bedeuten. „Dann geht gar nichts mehr“, so auch Kleimaier gegenüber 24Hamburg. Würde der Fall eines Blackouts diesen Winter eintreten, wären zunächst Kommunikationsnetze lahmgelegt. Weder Internet noch Fernseher würden funktionieren. Handys besitzen dann ebenfalls keinen Netzempfang. Im Verkehr fallen zudem Ampeln und Beleuchtungsanlagen aus, wie planet-wissen.de zusammenfasst.

Erst zu Beginn des Jahres kam es in Hamburg zu einem Stromausfall, bei dem 30.000 Menschen betroffen waren. Grund war eine Störung im Stromnetz. Ein ähnliches Szenario spielte sich im Hamburger Verkehr ab: Hunderte Fahrgäste wurden vor dem Hamburger Hauptbahnhof evakuiert, weil es im ICE zu einem Stromausfall kam, als eine Hochspannungsleitung riss.

Stromausfall im Winter: Blackout kann durch soldarisches Verhalten verhindert werden

Laut Kleimaier ließe sich das Szenario eines Blackouts vermeiden, wenn Verbraucher anfangen, sich solidarisch zu verhalten. Bei Engpasssituationen, wie es bei der Gasknappheit der Fall ist, erwarte Kleimaier solidarisches Verhalten. „Man muss nicht alle Räume warmhalten und man muss nicht eine Viertelstunde duschen“, so Kleimaier gegenüber 24Hamburg. Den Kohleofen oder den Kamin anzuschmeißen – dies sein alles „Dinge, die helfen“ würden. 

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Möglicher Stromausfall im Winter: Leistung von Kernkraftwerken wird künftig wichtiger

Auf überregionaler Ebene werden Kernkraftwerke an mehr Bedeutung gewinnen. „Jede neue Last muss aus jedem Kraftwerk gedeckt werden“ so Kleimaier. Er fordert, wie auch Finanzminister Lindner, dass die Kraftwerke weiterlaufen sollen. „Wenn jetzt neue Lasten dazugegeben werden in Form von Elektroheizungen, müssten die Kraftwerke hochgefahren werden“, sagte Kleimaier 24Hamburg. Wenn das Gas knapp wird, wäre der effizienteste Weg, „Gas direkt in die Heizung zu stecken“ – also Gas zu verbrennen, ein Gaskraftwerk zu betreiben und in Strom umzuwandeln, was Elektro-Heizungen betreibt.  

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