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Blackout 2022: Brauche ich ein mobiles Notstromaggregat für zu Hause?

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Von: Jan Knötzsch, Kevin Goonewardena

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Die Angst vor einem Blackout 2022 wächst. Doch wie wahrscheinlich ist die Gefahr? Und wie sollte man für den Ernstfall vorbereitet sein? Eine Übersicht.

Hamburg – Die EU-Kommission bereitet sich angesichts des Ukraine-Krieges und der Energiekrise auf den Blackout 2022 und mögliche Stromausfälle vor. „Es ist gut möglich, dass Katastrophenhilfe auch innerhalb der EU nötig wird“, sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, jüngst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sei laut Experten die Gefahr einer Attacke, die, den Ausfall der Stromversorgung zufolge habe, „aktuell wie nie.“ Experten raten darum, sich auf einen solchen Blackout 2022 vorzubereiten – beispielsweise durch den Kauf eines Notstromaggregats. Doch wie sinnvoll ist eine solche Anschaffung?

Name:Bundesrepublik Deutschland
Fläche:
Bevölkerung:83,24 Millionen
Staatsoberhaupt:Frank-Walter Steinmeier (Bundespräsident)

Blackout 2022: Nicht jeder Stromausfall ist auch ein Blackout – hilft ein Notstromaggregat im Ernstfall?

Die jüngsten Lecks an den Gaspipelines in der Ostsee, die von Politikern und Sicherheitsexperten auf eine Sabotage Russlands zurückgeführt werden und der großflächige Ausfall des Funknetzes der Deutschen Bahn, der für einen Stillstand des kompletten Fernverkehrs in Norddeutschland gesorgt hat, dürfte auch dem Letzten klargemacht haben, dass Kriege und andere Auseinandersetzungen längst nicht mehr nur auf dem klassischen Schlachtfeld geführt werden. Sabotage an lebenserhaltender Infrastruktur – ob auf manuellem oder digitalem Wege in Form einer Cyberattacke, von denen immer mehr Unternehmen betroffen sind – sind längst Teil von Kriegsstrategien weltweit.

Was ist, wenn es als Folge einer solchen Attacke zum Stromausfall kommt? Die Angst vor dem Blackout 2022 ist aus den Köpfen der Menschen nicht mehr herauszubekommen.

Elektropfeil und Blackout Elektropfeil 2022 Graphik
Kommt der Blackout 2022? Die Experten halten das Szenario für unwahrscheinlich – raten dennoch zur Vorbereitung. Gehört ein Notstromaggregat dazu? © Sascha Steinach / Imago

Christoph Maurer vom Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme an der Universität Erlangen-Nürnberg warnt im Bayerischen Rundfunk davor, das Wort Blackout inflationär zu benutzen. Dies sei aktuell häufig der Fall, wenn es um Probleme bei der Stromversorgung gehe, treffe aber längst nicht auf jeden Stromausfall zu. Ein tatsächlicher Blackout sei ein „absolutes Krisenszenario“, so Maurer, bei dem ungeplant und großflächig der Strom für viele Verbraucher ausfallen würde und der Ausfall auch nur schwer zu beheben sei. Die Folgen eines solchen Ausfalls können hingegen katastrophal sein.

Blackout 2022: Nicht nur ans Notstromaggregat denken – laut Experte sollte jeder für diese drei Dinge sorgen

Wie hoch ist das Risiko eines Blackouts 2022? Experten bewerten das Risiko eines Stromausfalls im Winter zwar als gering – das heißt jedoch nicht, dass sich die Menschen nicht für den Fall der Fälle vorbereiten sollten. Verschiedene mit Sicherheits- und Katastrophenschutz-Fragen Vertraute raten ganz explizit dazu, Vorbereitungen für einen unwahrscheinlichen, dennoch möglichen Blackout 2022 zu treffen. Unter anderem existiert eine Checkliste des der Behörde für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Robert Schmitt, Präsident des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks (MHW), nennt gegenüber focus.de Online zudem drei Dinge, für die seiner Meinung nach jeder Bürger und jede Bürgerin gesorgt haben sollte, um gut auf den Ernstfall eines Blackouts 2022 vorbereitet zu sein:

Dabei gehe es auch darum, durch eigene Vorbereitung die Einsatzkräfte zu entlasten. Der Staat könne sich nicht um alle kümmern, so Schmitt weiter. „Jeder, der vorbereitet ist und vielleicht auch seinem Nachbarn helfen kann, entlastet uns Einsatzkräfte. Um den müssen wir uns nicht kümmern“, so Schmitt.

Notstromaggregat für zu Hause bei Blackout 2022 sinnvoll? Das sagen Experten

Zwar sehen für den Fall eines Stromausfalls oder eines Blackouts die Empfehlungen des BBK vor, dass Verbraucher und Verbraucherinnen neben Bargeld auch Ersatzakkus für Laptops oder Telefone haben sollten. Doch danach, dass die BBK für Privathaushalte auch ein Notstromaggregat zur Ausstattung für den Blackout aufführt, hält man vergeblich Ausschau. Dennoch steigt die Nachfrage nach Notstromaggregaten. „Die Notversorgung mit mobilen Notstromaggregaten ist, wie der Name schon sagt, für Notsituationen gedacht“, sagt Inse Ewen, Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale Bremen, laut Business Insider.

„Die Vorstellung, die die Menschen mit einem Notstromaggregat verbinden, ist häufig, dass das Haus weiterhin hell bleibt, dass sie weiter kochen können und sie ihr Haus oder ihre Wohnung im Prinzip ganz normal weiternutzen können“, so Ewen. Doch das ist ein Irrglaube: Kein mobiles Notstromaggregat könne einen Haushalt 24 Stunden versorgen, konstatiert Ewen. Zumindest kein Notstromaggregat in bezahlbarer Größenordnung. Ein Notstromaggregat könne laut der Expertin immer nur ein einziges Gerät mit Strom versorgen.

Blackout 2022: Was beim Kauf von Notstromaggregaten zu beachten ist

Würde es also zu einem mehrtägigen Stromausfall kommen, müssten sich die Menschen auf den Katastrophenschutz verlassen können. Zudem wichtig zu wissen, wenn bei der Angst vorm Blackout 2022 und langfristigen Stromausfällen der Gedanke aufkommt, dass man sich ein Notstromaggregat für zu Hause zulegen möchte: Die Geräte dürfen nur im Freien aufgestellt werden. Der Hintergrund dafür: Notstromaggregate werden mit Gefahrstoffen wie Benzin oder Diesel betrieben werden. Laut Business Insider begrenzen sich die erlaubten Lagermengen auf 20 Liter Benzin und 200 Liter Diesel.

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Notstromaggregate, so Inse Ewen, könnten im Falle eines Blackouts in einem privaten Haushalt diesen nicht komplett am Laufen halten. Sie sind „wirklich nur für den individuellen Gebrauch geeignet. Zum Beispiel könnte ich meine Mikrowelle, die 600 Watt braucht, an ein Notstromaggregat mit einer Leistung von 1000 Watt anschließen und die Mikrowelle würde gut funktionieren“, sagt die Energieberaterin bei der Verbraucherzentrale Bremen.

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