Aktion bis zum 16. April 2021

Hamburger Fundbüro: Alles muss raus! Kuriose Schätze zu kaufen

  • Fabian Raddatz
    VonFabian Raddatz
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Schnäppchen-Jäger kriegen Schnappatmung: „Hamburgs Schatztruhe“ zieht um – und alles muss raus. Das Zentrale Fundbüro versteigert online kuriose Schätze.

Hamburg-Altona – Das Hamburger Fundbüro zieht um. Und weil es sich mit weniger Last besser reisen lässt, bringt die Behörde so viele Fundsachen unter den Hammer, wie möglich: 16 Mitarbeiter des Fundbüros haben dafür alles herausgesucht, was aktuell versteigert werden kann. Ganze 220 Posten sind so zusammengekommen.

Fundbüro in Hamburg:Zentrales Fundbüro Altona
Adresse (bis Juni): Bahrenfelder Straße 254/260, 22765 Hamburg
E-Mail: Zentrales-Fundbuero@altona.hamburg.de
Telefon: 040 428113501

Bis zum 16. April können Schnäppchen-Jäger noch den ganz großen Deal machen. Dutzende Fahrräder, Handys, Werkzeuge, Spielsachen – alles, was die Menschen so im Hamburger Stadtgebiet verloren haben. Und das sind manchmal merkwürdige Dinge: ganze Kettensägen, Gebisse, und eine Windeltorte mit blauer Schleife, die normalerweise frisch gebackenen Eltern überreicht wird, warten im Fundbüro noch auf ihre Besitzer.

Bezirksamt Altona: Zentrales Hamburger Fundbüro vertickt Mystery-Tüte und Bambus-Dämpfer

Das Hamburger Fundbüro hat auf ihrer Versteigerungs-Seite eine Foto-Sammlung mit Verlorenem eingestellt. Ganze Beutel mit unzähligen Uhren, Sonnenbrillen, Schuhen, Kameras. Taucherausrüstung für den nächsten Elb-Badespaß. Eine mysteriöse blaue Tüte vollgepackt mit Unbekanntem. Auch ein Bambus-Dämpfer, ein asiatisches Kochgerät, findet sich in den Tiefen des Fundbüros.

Auch Gebisse landen im Hamburger Fundbüro in Altona: Die sollen jetzt aber nicht unbedingt versteigert werden. (24hamburg.de)

Auch wenn davon nicht alles aktuell versteigert wird, auf der Auktionsseite (Postleitzahl 22765 eingeben) lassen sich immer noch gute Angebote finden. Die letzte Chance auf Schnäppchen im alten Fundbüro in der Bahrenfelder Straße! Schicke Bikes, wahlweise auch mit E-Antrieb oder auf drei Rädern, Billard-Zubehör und auch ein tragbarer Overhead-Projektor. Das Ganze funktioniert nach dem Ebay-Prinzip: Der Höchstbietende kriegt den Zuschlag.

Bezirksamt Altona: Zentrales Hamburger Fundbüro muss Platz für Schule machen

Besonders die Fahrräder müssen raus: 1200 stehen noch im Lager des Fundbüros. Die nehmen viel Platz weg. Und auch wenn sich das Fundbüro mit dem Umzug stark vergrößert, allzu viel leere Regale wird es wahrscheinlich nicht geben. Viel kommt mit: „Wir gehen davon aus, dass es zwischen 15.000 und 18.000 Sachen sein werden“, sagte Richard Emmel, stellvertretender Leiter des Zentralen Fundbüros.

Selbst Grabsteine finden ihren Weg ins Fundbüro. Etwa ein Viertel aller Gegenstände landet aber wieder beim Besitzer. (24hamburg.de)

So ganz freiwillig ist der Umzug aber nicht: Das Fundbüro muss Platz machen – in das bisherige Gebäude an der Bahrenfelder Straße in Altona soll eine Stadttteil-Schule einziehen. Mit dem Umzug im Juni an die Trapprennbahn stehen dem Zentralen Fundbüro künftig 4700 Quadratmeter, verteilt auf zwei Häuser, zur Verfügung.

Bezirksamt Altona: Zentrales Hamburger Fundbüro bekommt weniger Verlorenes

Und die sind auch bitter nötig: Allein im Januar und Februar gingen rund 4200 verloren gegangene Gegenstände im Fundbüro ein – davon gut 400 Schals, Mützen und Handschuhe. Natürlich dürfen da auch die Klassiker nicht fehlen: Schlüssel, Papiere, Mobiltelefone und Fahrräder. Dennoch waren es in diesem Jahr bislang nur halb so viele Fundsachen, wie in den ersten beiden Monaten 2020 – vor Pandemiebeginn.

Eine Goethe-Büste und eine Jesus-Statue sind neben weiteren Figuren und Fundsachen auf einem Tisch im zentralen Fundbüro in Hamburg-Altona zu sehen. (24hamburg.de)

Wenig verwunderlich, sind doch gerade Großveranstaltungen ein Garant, um Dinge zu verlieren. Hamburger Dom, Altonale, Reeperbahn-Festival – alles fällt wegen der Coronavirus-Krise aus. Weniger Menschen unterwegs weniger geht auch beim Hamburger Fundbüro ein. Das dürfte sich bald wieder ändern.

Bezirksamt Altona: Zentrales Hamburger Fundbüro nicht der einzige Ort für Verlorenes

Alle Fundsachen werden bis zu einem halben Jahr aufgehoben, bevor sie in die Versteigerung gegeben werden. Dank der sozialen Medien – das Fundbüro ist auf Twitter und Instagram aktiv – findet auch so manches Fundstück wieder den Weg zurück zu seinem Besitzer. Richard Emmel: „Ende 2020 konnte so eine Tuba wieder an die Eigentümerin zurückgegeben werden.“

Doch nicht alles, was die Menschen in Hamburg verlieren, landet auch im Zentralen Fundbüro. So hat die Deutsche Bahn am Hamburger Hauptbahnhof ein kleines Lager für verlorene Gegenstände eingerichtet. Auch Gegenstände aus den S-Bahnen Hamburg landen dort. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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