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Besser testen lassen! In 9 von 10 Fällen ist Ihre Erkältung eine Corona-Infektion

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In 90 Prozent der Fälle ist eine Erkältung eigentlich Corona. Hamburger Ärzte schlagen deshalb Alarm und raten zur Vorsicht.

Hamburg – Bei einem kleinen Schnupfen bleibt man in der Regel nicht zu Hause und schottet sich ab. Die Corona-Pandemie hat dieses Denken geändert. Jeder Nieser oder Huster kann ein Anzeichen für Covid-19 sein – und laut Experten ist er das meistens auch.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialbehörde)
Gegründet500 n. Chr.
BürgermeisterPeter Tschentscher

Trotzdem zeigen viele Antigen-Selbsttests für zu Hause ein negatives Ergebnis an, auch wenn der Betroffene tatsächlich infiziert ist. Deswegen raten Hamburger Ärzte dazu, auch bei einem negativen Test Vorsicht walten zu lassen und sich nach Möglichkeit zu isolieren.

90 Prozent aller Erkältungen sind Corona – Tests trotzdem negativ

Aktuell gibt es deutschlandweit eine Omikron-Welle, die im Herbst vermutlich noch einmal schlimmer werden wird. Zwar ist diese Mutation von Covid-19 nicht mehr so gefährlich wie zum Beispiel die Delta-Variante, dafür aber hochansteckend. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt in der Hansestadt laut der Gesundheitsbehörde aktuell 751,9 (Stand Dienstag, 12. Juli).

Frau krank im Bett und im Kreis ein Corona-Virus
Die meisten Erkältungen sind eigentlich Covid. In 9 von 10 Fällen ist es Corona. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Yay Images & IMAGO Images/Shotshop

Die Dunkelziffer soll aber noch viel höher sein, denn laut Hamburger Ärzten sind viele Erkältungen eigentlich Corona-Infektionen. Björn Parey, Vizevorsitzende der Vertreterversammlung in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und Hausarzt in Hamburg, erklärte gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“: „Wir haben gefühlt eine Erkältungswelle. In 90 Prozent der Fälle ist es aber eben doch Corona.“

Corona: Selbsttest nur bei hoher Virenlast positiv – PCR-Test gibt Aufschluss

Wenn also 9 von 10 Erkältungen in Wirklichkeit Corona-Infektionen sind, warum sind dann die Inzidenzzahlen im Vergleich zu den vierstelligen Ziffern, die es bereits gab, so gering? Der Grund ist, dass viele Antigen-Selbsttest für zu Hause die Omikron-Variante nur in sehr hoher Konzentration erkennen. Infektionen mit schwacher Virenlast führen meist zu negativen Tests. Ein PCR-Test in einem Testzentrum ist genauer, wird aber von vielen nicht gemacht, wenn der Selbsttest bereits negativ war. Das führt dazu, dass aktuell viele Menschen mit einer Corona-Infektion herumlaufen, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Jana Husemann, Vorsitzende des Hausärzteverbands Hamburg, erklärt dazu: „Viele Patienten und Patientinnen mit Infekten der Atemwege suchen die Hausarztpraxen auf.“ Ohne einen PCR-Test könne aber auch ein Arzt nur Erkältungssymptome feststellen. „Ohne Testung kann ich einen Infekt der Atemwege, der durch ein anderes Virus als das Coronavirus verursacht wurde, nicht unterscheiden.“

Selbsttest negativ, PCR-Test positiv: Was ist jetzt zu tu?

Die Hamburger Ärzte raten daher dringend, sich bei Erkältungssystemen trotz negativem Selbsttest für einen PCR-Test in ein Testzentrum zu begeben oder sich gegebenenfalls zu Hause zu isolieren, bis die vermeintliche Erkältung abgeklungen ist. Im Idealfall geht man in die von der Regierung bei Infektionen angeordnete fünftägige Quarantäne und testet sich nach ein paar Tagen erneut.

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Wenn der PCR-Test positiv ist, greift die von der Regierung angeordnete Quarantäne-Regel, nach der man die Isolation nach fünf Tagen verlassen darf. Dazu ist kein Freitesten mehr nötig, lediglich Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten, bilden die Ausnahme. Sie müssen 48 Stunden vor Dienstwiederaufnahme symptomfrei sein und einen negativen Test vorlegen. Kontaktpersonen müssen ebenfalls nicht in Quarantäne, werden aber dazu angehalten, sich täglich zu testen. Kontaktpersonen in medizinischen Berufen brauchen einen Test.

Es gilt also auch bei dieser Erkältungswelle, die eigentlich eine Corona-Welle ist, die Grundlage der gegenseitigen Rücksichtnahme. Björn Parey bringt es auf den Punkt: „Wir haben immer noch eine Pandemie, Corona ist eben noch nicht vorüber.“

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