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AOK und DAK erhöhen 2023 die Beiträge – doch eine Krankenversicherung bleibt günstig

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Die Inflation wirkt sich auch auf die Versicherungen aus. Diese Krankenkassen erhöhen ab 2023 den Zusatzbeitrag – eine tut es nicht.

Update vom 29. Dezember: Die Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen steigen im Jahr 2023. Im kommenden Jahr erhöhen Krankenkassen die Beiträge teils stark – unser Vergleich klärt auf.

Erstmeldung vom 15. Dezember 2022: Hamburg – Alles wird teurer. Die Inflation macht aktuell vor niemandem und auch vor kaum einem Lebensbereich Halt. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Einrichtungen wie Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen müssen. Diese Entwicklung kam jetzt postwendend zum neuen Jahr, denn obwohl die gesetzlichen Krankenkassen bis September 2022 ein Plus verzeichnen konnten, wird für 2023 mit einem historischen Milliarden-Defizit für die Kassen gerechnet.

Welcher Beitrag steigtZusatzbeitrag
Erhöhung AOKvon 1,3 Prozent auf 1,58 Prozent
DAKvon 1,5 Prozent auf 1,6 Prozent
Techniker Krankenkassebleibt bei 1,2 Prozent
Bemessungsgrenzesteigt von 58.050 Euro auf 59.850 Euro jährlich

Ab 2023 müssen Versicherte in vielen Krankenkassen erhöhte Zusatzbeiträge zahlen. Im Schnitt zahlen Versicherte in gesetzlichen Krankenversicherungen jetzt 1,6 Prozent, also 0,3 Prozent mehr als bisher.

Beitrag bleibt bei 14,6 Prozent: Was ist der Zusatzbeitrag?

Der allgemeine Beitragssatz für gesetzliche Krankenversicherungen liegt seit dem 1. Januar 2022 bei 14,6 Prozent, der ermäßigte Satz bei 14,0 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Zusätzlich dazu können die Träger der Krankenversicherungen aber noch einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten verlangen, dessen Höhe jede Kasse selbst festlegen kann.

Auch dieser Zusatzbeitrag richtet sich prozentual nach dem Einkommen und betrug bei den meisten Krankenkassen in den letzten Jahren etwa 1,2 Prozent. Im Durchschnitt wurde er jetzt um 0,3 Prozent angehoben und liegt bei etwa 1,5 bis 1,6 Prozent.

Der Zusatzbeitrag kann von Kassen dann erhoben werden, wenn die Rücklagen und die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, um die Ausgaben für die Versorgung der Versicherten abzudecken, zum Beispiel, wenn sich jemand mit der neuen digitalen Krankschreibung arbeitsunfähig meldet.

Zusatzbeitrag steigt bei Inflation: Welche Krankenkassen sind betroffen?

Die erste Krankenkasse, die den erhöhten Zusatzbeitrag festgelegt hat, war die AOK Bayern, eine der elf AOK-Kassen, bei denen insgesamt 27 Millionen Deutsche versichert sind. Kunden der AOK zahlten zuvor 1,3 Prozent Zusatzbeitrag. Ab Januar 2023 werden 1,58 Prozent auf das beitragspflichtige Einkommen fällig werden.

Auch die DAK-Gesundheit schloss sich dem Trend an. In den letzten sechs Jahren lag der Zusatzbeitrag hier bereits bei 1,5 Prozent. Ab Januar steigt er für die 5,5 Millionen DAK-Versicherten in Deutschland sogar auf 1,6 Prozent.

Krankenversichertenkarten von Krankenkassen
Ab Januar 2023 erheben viele Krankenkassen die Zusatzbeizträge. Nur eine bleibt günstig. © Inderlied/Kirchner-Media/Imago

Vorteile für Versicherte: Wo bleibt der Zusatzbeitrag gleich?

Die Techniker Krankenkasse macht sich dagegen die aktuelle Lage zunutze, in dem sie ihre Beiträge nicht erhöht und damit Kunden anwerben will. Auf der Webseite des Versicherungsträgers heißt es: „Der TK-Vorstand und der Finanzausschuss der Selbstverwaltung haben dem Verwaltungsrat empfohlen, den TK-Zusatzbeitragssatz auch im kommenden Jahr stabil bei 1,2 Prozent zu halten. Damit wird die TK noch deutlicher als bisher unter dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung liegen.“ Die finale Entscheidung über die Höhe des Zusatzbeitrags will die TK aber erst am Freitag, 16. Dezember, bekannt geben. Aktuell verzeichnet die Kasse 8,5 Millionen Versicherte.

Auch für die neun Millionen Versicherten der Barmer Krankenkasse soll der Beitrag, der aktuell bei 1,5 Prozent liegt, erst einmal nicht erhöht werden. Die Entscheidung wird aber erst am 21. Dezember offiziell gemacht. Bei der AOK Baden-Württemberg wird die Beitragshöhe ebenfalls erst am Freitag, 16. Dezember, offiziell. Hier liegt der Beitrag aktuell bei 1,2 Prozent.

Zwei Haken: Krankenkassen müssen Erhöhung nicht mitteilen und auch die Bemessungsgrenze steigt

Zusätzlich zu den erhöhten Zusatzbeiträgen erhöht sich außerdem die Beitragsbemessungsgrenze, also die für die Beitragsberechnung zugrunde liegende Gehaltsstufe, und stellt eine weitere Finanzspritze für die Krankenkassen dar. Die Grenze liegt jetzt bei 59.850 Euro im Jahr oder bei 4.987,50 Euro im Monat, die als beitragspflichtiges Einkommen angerechnet werden können. 2022 lag die Grenze bei 58.050 Euro jährlich beziehungsweise 4.837,50 Euro monatlich.

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Diese Erhöhungen sind durch Medienberichte vielleicht bekannt, allerdings stehen Krankenkassen nicht in der Pflicht, den Versicherten die Änderungen mitzuteilen. Wer also AOK- oder DAK-Kunde ist, der wird eventuell erst auf dem nächsten Lohnsteuerbescheid von der Erhöhung erfahren und kann sich dann überlegen, ob er vielleicht zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln möchte.

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