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Steuertricks für Rentner: So spart man bei der Steuererklärung

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Im Alter müssen die meisten Menschen aufs Geld achten. Mit diesen Tipps sparen Sie bei der Steuer oder bekommen sogar Geld zurück.

Update vom 9. Januar 2023: Übrigens: Wie man als Rentner für die Beerdigung vorsorgen kann und in welchen Fällen es Sterbegeld für Hinterbliebene gibt, lesen Sie hier.

Erstmeldung vom 7. Januar 2023: Hamburg – Altersarmut ist in Deutschland ein Problem, das von den steigenden Lebenskosten durch die Inflation noch begünstigt wird. Rentner haben derweil nicht nur mit hohen Kosten für Lebensmittel, Gas und Strom, sondern auch mit erhöhten Krankenkassenbeiträgen sowie Sozialabgaben und Steuern zu kämpfen.

Zwar wurde zu diesem Zweck bereits für 2023 die Rente erhöht, die Hinzuverdienstgrenze für Rentner gestrichen, eine mögliche Summe von 900 Euro als Energiepauschale durchgesetzt und eine Sonderregelung für Rentner beim Bürgergeld geschaffen – doch trotzdem reicht das manchmal nicht aus. Mit ein paar Tricks können Rentner aber auch bei der Steuer ansetzen und bestimmte Ausgaben absetzen, um Geld zu sparen.

LeistungRente
BedeutungEinkommen ohne unmittelbare Gegenleistung
ArtAltersrente
Reguläre Altersgrenze65 Jahre

Durchschnittliche Rente: Viele Ruheständler erreichen den Freibetrag kaum

Dass viele Rentner auch im Ruhestand noch arbeiten müssen, ist nicht neu. Der Grund ist ganz einfach, dass die bezogene Rente zum Leben nicht ausreicht. Etwa jeder fünfte Rentner in Deutschland hat weniger als 500 Euro im Monat zur Verfügung, wie die Statistik der Deutschen Rentenversicherung (Stand 30. Juni 2022) besagt. Die durchschnittliche Rente der Deutschen in den alten Bundesländern beträgt 809 Euro für Frauen und 1218 Euro für Männer, in den neuen Bundesländern 1070 Euro für Frauen und 1141 Euro für Männer.

Rentnerin vor Papierkram, Taschenrechner und Geldmünzen und ein Stempel mit der Aufschrift „Steuer“
Rentner sollten bei der Steuererklärung aufpassen. Mit geschickten Angaben müssen sie gar nichts zahlen. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Lobeca & IMAGO Images/Panthermedia

Den Steuerfreibetrag, der für 2023 auf 10.908 Euro erhoben wurde, erreichen demnach nicht einmal alle Rentner. Die, die es doch tun, können aber ein paar Tricks anwenden und gewisse Ausgaben absetzen, um unter dem Freibetrag zu bleiben und bei der Endrechnung keine Steuern zahlen zu müssen.

Steuertricks für Rentner: Welche Ausgaben können abgesetzt werden

Den Altersentlastungsbetrag können alle Rentner ab 64 Jahren in Anspruch nehmen. Die Höhe des Betrages richtet sich nach dem folgenden Kalenderjahr. Wer also 2022 seinen 64. Geburtstag feierte, kann im Jahr 2023 einen Entlastungsbetrag von bis zu 646 Euro geltend machen, der auf Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalerträge oder Lohneinkünfte angewendet werden kann. Auf die normale Rente wird der Altersentlastungsbetrag aber nicht gewehrt.

Einkünfte aus Kapital sollten deswegen unbedingt angegeben werden. Die Bank führt regelmäßig eine Kapitalertragssteuer ab, die auch Rentner zahlen müssen, berücksichtigt aber den Altersentlastungbetrag nicht. Dieser wird erst später vom Finanzamt verrechnet. Im besten Fall kriegen Rentner von dieser Steuer also sogar Geld zurück. 

Für Werbungskosten gibt es eine Pauschale von 102 Euro, die Rentnern ohnehin vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen wird und die demnach nicht versteuert werden müssen. Sollten die eigenen Werbungskosten, zum Beispiel in Form von Steuerberatungskosten, Gewerkschaftsbeiträgen oder ähnlichen Ausgaben, aber über diesem Betrag liegen, kann es sich lohnen, diese Ausgaben gesondert in der Anlage R der Steuererklärung anzugeben.

Auch die Kirchensteuer und Spenden können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Für Summen bis zu 300 Euro benötigt das Finanzamt keine Spendenbescheinigung, sondern lediglich einen Einzahlungsbeleg oder einen Kontoauszug.

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Die Kosten für Vorsorge und Krankheit können sich als Sonderausgaben ebenfalls günstig auf die Steuer auswirken. Dazu zählen zum Beispiel die Zahlungen für die Kranken- und Pflegeversicherung – egal, ob staatlich oder privat – Sterbegeldversicherungen, Unfallversicherungen oder Haftpflichtversicherungen sowie Kosten, die durch eine Krankheit entstanden sind. Letztere sind als außergewöhnliche Belastungen anzugeben und umfassen etwa Medikamente, die die Krankenkasse nicht bezahlt, sowie Heilmittel, Therapien oder Eigenbeteiligungen an Krankenhaus-, Reha und Kur-Aufenthalten. Für die meisten dieser Maßnahmen muss allerdings eine Verschreibung oder ein Attest vorliegen.

Wer aufgrund einer Behinderung oder des Alters eine Haushaltshilfe braucht, der kann die Kosten dafür auch zu einem Teil absetzen. Von den Kosten für haushaltsnahe Beschäftigungen oder Dienstleistungen von Pflegepersonal, Handwerkern, Putzkräften etc. können bis zu 20 Prozent abgesetzt werden, maximal aber 4.000 Euro im Jahr. Wer sich einen Gärtner oder ähnliches jedoch als Minijobber anstellt, kann maximal 510 Euro absetzen. Auch Renovierungsarbeiten können zu 20 Prozent, maximal aber für bis zu 1200 Euro berücksichtigt werden. Wer an einer Behinderung leidet, die im Alltag fremde Hilfe nötig macht, kann für diese Pflegekraft einen Pauschbetrag bis 4500 Euro absetzen. Je geringer die Behinderung, desto niedriger wird jedoch der absetzbare Betrag.

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