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Zweitägiger Hafenstreik beendet: Friedenspflicht bis August

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Von: Jan Knötzsch, Bona Hyun

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Warnstreik von Beschäftigten des öffentlichen Diensts am Hamburger Hafen
Streikende Hafenarbeiter von ver.di: Sie legen ihre Arbeit für 48 Stunden niederlegen. Es ist der längste Streik seit vielen Jahren. © Hanno Bode/imago

Der Warnstreik von Verdi ist nach 48 Stunden beendet. Das Gericht ordnete eine Friedenspflicht an – bis Ende August darf nicht gestreikt werden.

Update vom Samstag, 16. Juli 2022, 08:20 Uhr: Nach einem 48-stündigen Stillstand in den deutschen Nordseehäfen endet am Samstagmorgen der Warnstreik der Hafenarbeiter. Mit einem ersten Warnstreik in einer Spätschicht sowie einem 24-stündigen Warnstreik im Juni summiert sich der streikbedingte Arbeitsausfall auf rund 80 Stunden. Es ist der heftigste und längste Arbeitskampf in den Häfen seit mehr als vier Jahrzehnten.

Update von Donnerstag, 14. Juli 2022, 21:15 Uhr: Bei den Arbeitsgerichten in Hamburg, Oldenburg sowie Bremen und Bremerhaven waren Anträge auf eine einstweilige Verfügung zum Stopp des Arbeitskampfes eingegangen, der in den Häfen nach der Ankündigung eines Warnstreiks von verdi drohte, alles lahmzulegen. In Bremen und auch in Niedersachsen lehnten die Arbeits­gerichte eine Verfügung zum sofortigen Stopp der Streiks ab, in Hamburg sieht dies anders aus: Das Arbeitsgericht Hamburg am Donnerstagnachmittag eine vorläufige Friedenspflicht angeordnet.

Die Friedenspflicht in Hamburg ist das Ergebnis eines Vergleichs, den die Arbeitgeber und Verdi geschlossen haben. Das heißt: Der Vergleich und die Friedenspflicht ermöglichen den Hafenarbeitern, ihren begonnenen zweitägigen Warnstreik durchführen zu können, wie er geplant war. Danach allerdings sind weitere Streiks bis zum 26. August verboten.

Warnstreik: Hafenarbeiter legen Arbeit für zwei Tage nieder

Hamburg – Hafenarbeiter streiken zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. Vor drei Wochen hatten Beschäftigte ihre Arbeit am Hafen für 24 Stunden niedergelegt. Der Streik heute, am Donnerstag, 14. Juli 2022, soll laut Informationen der Deutschen Presse Agentur (dpa) bis Samstag, 16. Juli 2022, um 6:00 Uhr andauern – der längste Streik seit mehr als 40 Jahren.

deutsche Gewerkschaft mit Sitz in Berlin:Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Gründung:19. März 2001, Berlin
Hauptsitz:Berlin

48-stündiger Warnstreik in deutschen Häfen: Verdi fordert Inflationsausgleich

Der Streik der Hamburger Hafenarbeiter erhöhte den Druck vor Verhandlungen zwischen ver.di und Arbeitgeber. Die sechste Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) bleiben erfolglos. Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (ver.di) fordert einen Inflationsausgleich für alle Beschäftigten und eine Neuverhandlung nach einem Jahr. Mehr könnten sich die Arbeitgeber nicht leisten, „ohne den Fortbestand der Unternehmen zu gefährden“.

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Mit dem neuen Angebot der Arbeitgeber bis zu 12,5 Prozent auf zwei Jahre verteilt, gab sich ver.di nicht zufrieden. „Wir brauchen einen echten Inflationsausgleich, um die Beschäftigten in allen Betrieben nicht mit den Folgen der galoppierenden Preissteigerung allein zu lassen“, hatte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth damals gesagt.

Streik Hafenarbeiter: Auswirkungen wahrscheinlich erheblich

Die Auswirkungen des Warnstreiks auf die Abfertigung der Container- und Frachtschiffe dürften erheblich sein und das Be- und Entladen der Schiffe weitgehend zum Erliegen bringen. Damit verschärft sich die ohnehin angespannte Lage mit einem Schiffstau auf der Nordsee weiter und die Abläufe dürften noch weiter aus dem Tritt geraten. ZDS-Verhandlungsführerin Ulrike Riedel nannte den Streikaufruf angesichts der zulasten von Verbrauchern und Unternehmen gestörten Lieferketten „unverantwortlich“.

Arbeitskampfmaßnahmen gefährden in der aktuellen Situation die Versorgung der deutschen Wirtschaft.

HHLA-Chefin Angela Titzrath im Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit

Hafen Hamburg: Diese Hafenbereiche sind in Hamburg betroffen

Insgesamt sind in Hamburg alle Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des ZDS an den drei Containerterminals der HHLA sowie bei Eurogate zum Ausstand aufgerufen. Ebenso die Beschäftigten am Massenguthafen Hansaport sowie die Lascher und Stauer der Firma Transpak. Hinzu kommen Arbeiter am Kali- und Salz-Terminal sowie beim Hafenumschlag der Ölmühle bei Archer Daniels Midland

Kundgebung am Freitag in Hamburg

Laut einem Bericht des Hamburger Abendblatt ist für den 15. Juli 2022 eine Demonstration mit anschließender Kundgebung der Hafenarbeiter in Hamburg geplant. Die genaue Route stehe allerdings noch nicht fest, so die Zeitung. (mit Material der dpa)

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