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Strompreisbremse 2023 auf der Kippe – ab Januar „völlig unrealistisch“

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Von: Robin Dittrich

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Strompreise klettern in ganz Deutschland immer höher. Die Ampelregierung vereinbarte jetzt eine Strompreisbremse – wann kommt die Entlastung?

Hamburg – Strom und Gas werden in Deutschland immer teurer. Bund und Länder versuchen deshalb, Verbraucher zu entlasten – ähnlich wie beim Entlastungspaket 2022. Deshalb wurde jetzt eine Strompreisbremse 2023 ins Leben gerufen. Wann können Verbraucher mit der Entlastung durch die Strompreisbremse rechnen?

Name:Strompreisbremse
Wann:Januar 2023
Für:Verbraucher in Deutschland

Strompreisbremse kommt im Jahr 2023 – wann erfolgt die Auszahlung?

Auf der Ministerpräsidentenkonferenz vereinbarten Bund und Länder Anfang November 2022 eine Strompreisbremse. Die soll Verbraucher in Deutschland bei immer weiter steigenden Strompreisen entlasten. Neben der Gaspreisbremse und dem 49-Euro-Ticket ist es eine der großen Aufgaben der aktuellen Ampelregierung. Doch ist die Durchführung der Strompreisbremse Anfang Januar 2023 realistisch? So hatte die Bundesregierung zumindest vorerst geplant – die Finanzierung ist bereits geklärt.

Laut Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, ist der Start Anfang Januar 2023 viel zu knapp. „Das Gesetz wird erst kurz vor Weihnachten in Kraft treten, zeitlich ist die Umsetzung völlig unrealistisch.“ Problematisch ist für Andreae insbesondere, dass 40 Millionen Haushalte bedient werden müssen. Für sie ist wichtig, dass „die Entlastung auch wirklich ankommt.“ Es könnte demnach einige Zeit dauern, um die Vielzahl unterschiedlicher Tarifgestaltungen richtig abzurechnen.

Eine wütende junge Frau mit einem Stromzähler über dem Gesicht vor Euroscheinen
Einige Politiker halten eine baldige Umsetzung der Strompreisbremse 2023 für unrealistisch. © Sorapop Udomsri/Sascha Steinach/imago/Montage

Strompreisbremse 2023 könnte sich verzögern – kommt die Gaspreisbremse?

Kerstin Andreae ist nicht die einzige, die am Start der Strompreisbremse im Januar 2023 ihre Zweifel hat. Auch der Stadtwerkeverband VKU gab bekannt, dass eine Einführung der Strompreisbremse zum 1. Januar nicht umsetzbar sei. „Diese Ankündigung hat bei denen, die es umsetzen wollen, helles Entsetzen ausgelöst“, gab Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing bekannt. Er versteht, dass Verbraucher die Strompreisbremse möglichst bald umgesetzt bekommen möchten, es sollte jedoch nicht vorschnell gehandelt werden.

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Der Plan der Bundesregierung sieht vor, für Strom ein Grundkontingent von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs für einen Brutto-Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde bereitzustellen. Finanzieren sollen das unter anderem sogenannte Zufallsgewinne von Unternehmen auf dem Strommarkt, die rückwirkend zum 1. September 2022 abgeschöpft werden. Auch eine Gaspreisbremse ist geplant – sogar noch für 2022. Im Dezember sollen Energieanbieter auf ihre Abschlagsforderungen verzichten.

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