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So kommen Pflegebedürftige an Wohngeld – auch im Pflegeheim

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Von: Johannes Nuß

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Nicht nur Mieter, auch Bewohner eines Pflegeheimes können sich vom Staat mit Wohngeld unter die Arme greifen lassen – unter bestimmten Voraussetzungen. © Bernd Weißbrod/dpa/Symbolbild

Nicht nur Mieter, auch Bewohner eines Pflegeheimes können sich vom Staat mit Wohngeld unter die Arme greifen lassen – unter bestimmten Voraussetzungen.

Berlin – Wird ein Mensch in Deutschland pflegebedürftig, kommen viele schnell an die finanziellen Grenzen. Die Inflation und der eklatante Fachkräftemangel im Pflegebereich treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Doch, mit der Reform des Wohngelds zum 1. Januar 2023 haben mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld. Was viele nicht wissen: Das gilt auch für Pflegebedürftige, die in einem Pflegeheim untergebracht sind, aber auch zu Hause. Allerdings gelten für sie besondere Regeln bei der Bewilligung des Wohngelds durch die Behörden. Welche das sind, verraten wir an dieser Stelle.

Auch im Pflegeheim: So kommen Pflegebedürftige an Wohngeld

Wer in Deutschland die Miete für seine vier Wände oder den Abtrag für seinen Immobilienkredit nicht aus eigenen finanziellen Mitteln stemmen kann, der hat die Möglichkeit Wohngeld zu beantragen. Dies wird in Form eines Zuschusses ausgezahlt und deckt nicht die gesamte Miete oder Rate. Vor der Bewilligung des Wohngeldes werden das Vermögen und das Einkommen der Verbraucher überprüft. Wer die Voraussetzungen erfüllt, der bekommt den Zuschuss vom Staat.

Wie bereits erwähnt, haben auch Bewohner von Pflegeheimen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf das Wohngeld. Als Grundlage gelten dafür Einkommen und Vermögen, für das es allerdings Freibeträge gibt. Somit können auch Pflegeheimbewohner Wohngeld beziehen, wenn sie über dem gesetzlich festgelegten Gesamteinkommen liegen. Nach Paragraf § 17 WoGG liegt der Freibetrag für Pflegebedürftige bei 1800 Euro, die abzuziehen sind, wenn:

Bei Beantragung des Wohngelds müssen die entsprechenden Nachweise vorgelegt werden. In welcher Höhe und ob der Freibetrag berücksichtigt wird, überprüfen und entscheiden die Wohngeldstellen in Deutschland jeweils individuell. Was allerdings wichtig ist zu beachten: Das Wohngeld wird nur bewilligt, wenn keine andere staatliche Transferleistung wie etwa Grundsicherung im Alter bezogen wird. Das berichtet kreiszeitung.de.

Auch im Pflegeheim: So kommen Pflegebedürftige an Wohngeld

Gestellt werden muss der Antrag auf Wohngeld bei der örtlichen Wohngeldbehörde. Dies kann schriftlich auf einem entsprechenden Antragsformular geschehen. In vielen Bundesländern geht das aber auch online.

General gilt: Auch Heimbewohner haben einen Anspruch auf Wohngeld. Dieser wird aber nicht nach der individuellen Höhe der Miete des Antragsstellers berechnet, wie dies normalerweise der Fall ist. Stellt ein Heimbewohner den Antrag auf Wohngeld, wird als Grundlage die ortsübliche Miete herangezogen. Für die Höhe des Wohngelds ist also ausschließlich der Ort des Heims entscheidend. In vielen Bundesländern gibt es dazu ein spezielles Formular, den sogenannten Wohngeldantrag für Heimbewohner.

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