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Wie erfolgreich ist Anwohnerparken wirklich? Umstrittene Umfrage veröffentlicht

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Von: Bona Hyun

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Anwohnerparkplätze in Hamburg zeigen laut Verkehrsbehörde erste Erfolge. Eine Umfrage ergab: Sie finden hohen Anklang – die CDU zweifelt dies an.

Hamburg – Könnten die Anwohnerparkplätze zum Erfolgsmodell werden? Nach Einführung der Bewohnerparkzonen in Hamburg sank die Auslastung der Parkplätze um durchschnittlich 12 Prozentpunkte. Das ergab eine Untersuchung der Verkehrsbehörde. Eine durchgeführte Umfrage ergab zudem, dass die Bewohner mit der Umsetzung der Anwohnerparkzonen sehr zufrieden sind. Doch die CDU kritisierte die nicht repräsentativen Umfrageergebnisse, die scheinbar falsch interpretiert wurden. So würde der Verkehrssenator Anjes Tjarks die Autofahrer nur „drangsalieren“ und ihnen die Mobilitätswende aufzwingen wollen.

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Anwohnerparken in Hamburg: Hohe Zustimmung der Bürger, wie Umfrage zeigt – CDU kritisiert Ergebnisse

Anwohnerparkplätze in Hamburg sind ein großes Streitthema. Mittlerweile gibt es 44 Anwohnerparkzonen in Hamburg, darunter in Altona-Altstadt, Rotherbaum, Ottensen und St. Pauli. In diesen Gebieten untersuchte der Landesbetrieb Verkehr (LVB) im Auftrag der Verkehrsbehörde die Parksituation vor und nach Einführung der Anwohnerparkplätze.

Parkplätze mit Autos und ein Schild für Anwohnerparkzonen
Wie erfolgreich ist Anwohnerparken in Hamburg wirklich? Einer Umfrage zufolge sind viele Bewohner zufrieden – doch die CDU bezweifelt das. ©  Jens Kalaene/Axel Heimken/dpa

Die Untersuchung ergab unter anderem, dass die Zustimmungsquote der Bewohner sehr hoch ist. Der LBV hatte die Hamburger und Hamburgerinnen vor Einführung der Anwohnerparkplätze zu der Umsetzung befragt. Die Zustimmungsquote lag durchschnittlich bei 75 Prozent. Die höchste Zustimmung kam von Befragten in der Sternschanze/Karolineviertel mit 90 Prozent, gefolgt von St. Georg mit 88 Prozent. Am niedrigsten lag die Zustimmungsquote bei Bewohnern aus Harvesterhude, wo die neuen Zonen für das Anwohnerparken richtig teuer wurde, mit 60 Prozent. Das berichteten das Hamburger Abendblatt und der NDR. Doch die CDU kritisierte die Umfrageergebnisse.

Anwohnerparken: Hohe Zustimmungsrate fehlinterpretiert, Autofahrer werden „drangsalisiert“

Denn laut CDU sei die LBV-Umfrage nicht repräsentativ. Zudem sei der Fragebogen schlecht konzipiert gewesen. Der Rücklauf bei der Befragung sei gering. Das erfuhr die Partei vom Senat auf Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dennis Thering, wie das Abendblatt berichtet. An der Umfrage nahm nur eine Minderheit teil, wie auch die Zahlen belegen: 2,4 Prozent der Leute beteiligten sich in Billstedt an der Befragung und in St. Pauli nur 3,3 Prozent. Die meisten Befragten kamen dem Abendblatt zufolge aus Hoheluft-West. Für CDU-Fraktionsvorsitz Thering ist deshalb klar, dass die Autofahrer nur weiterhin „drangsaliert werden“. Verkehrssenator Anjes Tjarks würde die Ergebnisse bewusst falsch interpretieren und Hamburgs Bürgern die Mobilitätswende weiter aufzwingen.

Von der CDU gab es schon mehrfach Kritik bei der Einführung der Anwohnerparkplätze. Unter den Bewohnern selbst gab es Aufstand und heftige Kritik an der Umsetzung des Anwohnerparkens in Eppendorf. Denn ein Hauptstreitpunkt bleiben die hohen Kosten. Die CDU befürchtet, dass Mitarbeiter der ansässigen Firmen durch Parkgebühr belastet werde und das Anwohnerparken in Hamburg zum absoluten Irrsinn mutiert. Trotzdem will der Stadtplaner für das Anwohnerparken höher Gebühren fordern. Bei zu hohen Kosen könnte das die Fachkräfte aus Hamburg raustreiben. Eine Forderung der CDU lautet deshalb, auch Quartiersgaragen für unterirdischen Parkraum einzurichten.

Anwohnerparkplätze in Hamburg: Ein Erfolgsmodell? Verkehr und Auslastung der Parkplätze sinken

Zumindest zeigt die vom Senat durchgeführte Untersuchung Erfolge im Hamburger Verkehr. Von den vier untersuchten Gebieten sank die Auslastung des Parkraums in Altonas Altstadt am stärksten (von 114 auf 95 Prozent). Wenig besser wurde es dagegen in Ottensen. Dort ging die Auslastung von 95,5 auf 92,9 Prozent zurück, wie der NDR berichtet. Die Untersuchung sei einmal vor und nach der Einführung des Bewohnerparkens erfolgt. Dass die Auslastung auf unter 100 Prozent sank bedeutet, dass für Autofahrer freie Parkplätze verfügbar waren. Wenn exakt alle regulären Parkplätze belegt waren und niemand falsch parkte, wurde die Auslastung mit 100 Prozent angegeben.

Für den Verkehrsbehörden-Sprecher Dennis Krämer sind die Ergebnisse ein Erfolgsindikator für Anwohnerparkplätze . „Die Ergebnisse zeigen: In den untersuchten Gebieten hat sich die Zahl der verfügbaren Parkmöglichkeiten für alle deutlich erhöht sowie der Parkdruck verringert. Für Bewohnerinnen und Bewohner erhöht sich damit die Chance, in Wohnortnähe einen Parkplatz zu finden“, zitierte ihn das Abendblatt. Zudem soll es auch Kooperationsmöglichkeiten mit entsprechenden Firmen für Ausnahmegenehmigungen geben. Dann könnten auch Handwerksbetriebe und Schichtarbeitende bedingt in den Zonen parken.

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