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Akzeptanzprobleme beim Girocard-Nachfolger: Debitkarte unerwünscht?

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Von: Steffen Maas

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Verbraucher erleben mit den neuen Debitkarten handfeste Nachteile, denn einige Händler akzeptieren sie nicht. Die Debitkarte soll die Girocard ersetzen.

Hamburg – Schluss mit Giro- und EC-Karte, her mit der neuen Debitkarte! Das Versprechen, das immer mehr Kreditinstituten ihren Kunden aktuell machen, ist eindeutig: Keine Nachteile soll es für Verbraucher geben, die auf eine traditionelle EC-Karte verzichten und stattdessen eine Debitkarte nutzen. Denn die soll als Mittelding nur das Beste von EC- und Kreditkarte verbinden. Doch immer mehr Verbraucher berichten davon, dass eine der wichtigsten Fähigkeiten des elektronischen Zahlungsmittels nicht reibungslos funktioniert: Viele Händler akzeptieren die Karte als Zahlungsmittel schlicht nicht.

Name:Girocard
Einführung:2007
Zahlung in Kombination mit:Persönliche Identifikationsnummer (PIN)
Vorgänger:EC-Karte

Neue Debitkarte als Zahlungsmittel in Restaurants oder Apotheken abgelehnt

Das berichtet Stiftung Warentest, bei denen sich nach einem Aufruf eine Vielzahl von Lesern mit negativen Erfahrungsberichten gemeldet hatten. Als Zahlungsmittel abgelehnt wurden die Debitkarten demnach in Restaurants, Apotheken, Auto­werk­stätten, bei Friseuren, der Post oder kleineren Händ­lern.

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Obwohl auch im Ausland Schwierigkeiten gemeldet wurden – wo die Kreditkarte üblicherweise als Kaution für Hotelzimmer oder Mietwagen hinterlegt wird – scheinen sich die Probleme auf Deutschland zu konzentrieren. Am häufigsten machten wohl die Finanztest-Leser ihrem Ärger Luft, die Besitzer einer neuen Debitkarte der Deutschen Kreditbank (DKB) sind.

Auch DKB setzt ab 2023 auf Debitkarte – Gebühr für die alte Girocard

Die DKB ist eine der Banken, die gerade den Wandel von EC- zur Debitkarte in Angriff nehmen. Für die 5,1 Millionen DKB-Kunden ist eine Debitkarte zum eigenen Konto ab 2023 nämlich kostenlos, während für die Girocard eine monatliche Gebühr von 99 Cent anfällt – ein klares Zeichen, worauf in Zukunft gesetzt werden soll. Das gleiche System fährt die ING und auch bei der Targobank und der Comdirect wird die EC-Karte optional oder ganz obsolet.

Kartenzahlung mit Girocard und Kreditkarte
Wer auf Nummer sicher gehen will, der muss zurzeit gleich mehrere Karten mit sich führen. Denn einige Händler in Deutschland akzeptieren die neue Debitkarte als Zahlungsmittel nicht – wegen höherer Gebühren für sie. (Symbolbild) © Marc Müller/dpa

Neben dem Kostenvorteil gegenüber der alten Girokarte, soll die Debitkarte dadurch bestechen, dass sie vielseitiger einsetzbar ist: Debitkarten laufen über die Visa- und Mastercard-Systeme. Die helfen nicht nur beim Online-Shopping, wo man nicht mehr auf Umwege wie die Sofortüberweisung zurückgreifen muss – sofern die überhaupt angeboten werden. Denn dort können Kunden dann auch die bekannte und simple Kreditkarten-Methode nutzen: Einfach Karten- und Sicherheitsnummer eingeben und fertig.

Weil Visa und Mastercard weltweit etabliert und vernetzt sind, soll das dazu führen, dass man im Internet und im echten Leben mehr Gelegenheiten bekommt, „mit Karte“ zu zahlen.

Grund für geringere Akzeptanz: Händler zahlen bei Debitkarten drauf

Doch in Deutschland ist das wohl noch nicht der Fall. Der Grund dafür ist auch relativ schnell gefunden. Denn während das Nutzen der neuen Debitkarte für Verbraucher je nachdem, bei welchem Kreditinstitut ihr Konto haben, mittlerweile günstiger ist, kostet es die Händler deutlich mehr, die neuen Karten als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

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Sie zahlen bei jedem Einkauf, der mit einer Debitkarte statt einer EC-Karte durchgeführt wird, bis zu viermal höhere Gebühren, erklärt der Handelsverband Deutschland (HDE) gegenüber RTL: „Werden bei kleinen und mittleren Händlern mit der Girocard etwa 0,2 Prozent des Umsatzes in Rechnung gestellt, so sind es bei Debitkarten von Mastercard oder Visa auch schon einmal 0,8 oder gar über 1 Prozent.“

Das führe letztlich dazu, dass eine nicht unerhebliche Anzahl an Händlern die neuen Debitkarten nicht akzeptiere. Der HDE geht von einer Nummer im sechsstelligen Bereich aus, wie RTL berichtet.

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