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Ab wann muss der Vermieter heizen? Dann gilt die Heizpflicht 2022

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Von: Steffen Maas

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Es wird herbst in Deutschland und damit auch feucht und kalt. Doch viele Heizungen sind noch aus. Ab wann muss der Vermieter heizen?

Hamburg – Schattig ist es geworden in Hamburg – und zugig ist es sowieso ganzjährig. Ohne die aufheizende Sonne sind viele Wohnungen in der Hansestadt in den letzten Tagen und Wochen rasch ausgekühlt, vor allem solche, die nicht optimal isoliert sind. Die Folge für die Verbraucher, die zu Hause nicht frieren wollen: Heizung an. Doch, wenn der Vermieter die Heizung fürs Haus noch nicht angestellt hat, könnte es frisch bleiben. Knackpunkt ist: Wann beginnt die Heizperiode 2022 und damit die Heizpflicht für Vermieter in Mietwohnungen?

Name:Heizperiode
Zeitraum in der Regel:1. Oktober bis 30. April
Für Vermieter gilt:Heizpflicht
Mindesttemperatur in Mietwohnungen:18 Grad (nachts), 20 Grad (tagsüber)

Heizpflicht Vermieter: Keine gesetzliche Regelung für Heizpflicht oder Heizperiode, aber Mietvertrag hilft oft

Auf diese Frage gibt es allerdings keine hundertprozentig gültige Antwort – weil es kein deutschlandweit gültiges Gesetz dazu gibt. Orientiert man sich an einer Handvoll Gerichtsurteilen, dann wird die Heizperiode grob vom 1. Oktober bis zum 30. April des darauffolgenden Jahres angegeben.

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Zu Änderungen kann es etwa kommen, weil es regionale Rechtsprechungen gibt, die das dementsprechende Klima stärker miteinbeziehen. Für Mieter lohnt sich zudem ein Blick in den Mietvertrag: Denn dort findet man nicht selten den genauen Zeitraum, der für den betreffenden Mieter tatsächlich gilt. Sicher ist: Der kann nicht kürzer sein als die generelle Richtlinie von Oktober bis Mai.

Ist der Vermieter verpflichtet zu heizen?

Zumindest muss der Vermieter den „vertragsgemäßen Verbrauch“ gewährleisten, sagt der Deutsche Mieterbund. Demnach sei der Vermieter dazu verpflichtet, die Heizung anzuschalten, sofern die Temperatur an zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen unter die Marke von 18 Grad Celsius fällt.

Heizpflicht für Vermieter während der Heizperiode: Welche Temperaturen müssen in Räumen erreichbar sein?

Doch wozu verpflichtet sich der Vermieter in diesem Zeitraum eigentlich? Denn genau das ergibt sich aus dieser festgelegten Heizperiode: eine Heizpflicht. Es soll gesichert sein, dass Bürger in Mietverhältnissen nicht gesundheitsgefährdenden Verhältnissen ausgeliefert sind. Dafür müssen tagsüber (zwischen 6 und 23 Uhr) und nachts Mindesttemperaturen garantiert werden:

Für das Heizen selbst ist dann natürlich der Mieter zuständig. Die Heizpflicht bedeutet also im Prinzip, dass der Vermieter die Heizungsanlage so weit instand halten muss, dass in den Wohnungen jederzeit auf die Mindesttemperatur hochgeheizt werden könnte – Leute, die bei den aktuellen Energiepreisen lieber an Wärme sparen wollen, oder die es generell lieber frisch mögen, dürfen in ihren Wohnungen natürlich auch unterhalb der Mindesttemperatur leben.

Wann soll man anfangen zu heizen?

Im Altbau und älteren Gebäuden sollten Sie ab einer Außentemperatur von 15 Grad heizen.

In jüngeren Gebäuden bis Baujahr 1995 sollten Sie ab einer Außentemperatur von 14 Grad heizen.

Bei Neubauten ab 1995 reicht es, wenn Sie ab einer Außentemperatur von 12 Grad heizen.

Wohnen Sie in einem Niedrigenergie- oder Passivhaus, reicht es, aufgrund der besonders guten Dämmung, wenn Sie ab einer Außentemperatur von 11 Grad heizen.

Alle anderen haben dann aber auch rechtlichen Anspruch auf die Mindesttemperatur. Wird die nicht erreicht, steht es dem Mieter zu – sofern er das Problem vorher angesprochen hat – eine Mietminderung anzustreben oder durchzusetzen: Bis zu 25 Prozent weniger Miete sind in Fällen einer maximalen Temperatur von 15 bis 17 Grad vor Gericht als rechtmäßig beurteilt worden.

Keine Heizpflicht für Mieter – Heizung aber trotzdem wichtig für Vorbeugung von Schäden

Doch beim Stichwort „Heizpflicht“ horchen auch Mieter auf. Denn auch für sie gilt im Mietvertrag häufig etwas mit Bezug auf die Heizung. Dabei geht es aber nicht um eine generelle Heizpflicht, sondern darum, dass Schäden in der Wohnung und an der Anlage zu vermeiden sind. Dazu gehört unter anderem, mit Belüftung und Temperatur für ein gutes Raumklima zu sorgen, das gleichzeitig Schäden wie Schimmel vorbeugt.

Eine warme Wohnung kann man auch ohne Heizung haben. (Symbolfoto)
Ab wann Heizen 2022: Wann der Vermieter die Heizung anstellen muss. © Westend61/Imago

Zum anderen müssen selbst die Sparfüchse und menschlichen Eisbären ihre Heizung in den kältesten Tagen dann doch anstellen: Denn bleibt die Heizung bei Minusgraden kalt und es herrscht keine Bewegung in den Rohren, kann das Wasser dort gefrieren und die Leitungen sogar zum Platzen bringen – eine kostspielige Angelegenheit, für die dann der Mieter aufkommen muss.

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