1. 24hamburg
  2. Verbraucher

9-Euro-Ticket: Böses Nachspiel erwartet – „Preise werden steigen!“

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Ab 1. Juni gilt das 9-Euro-Ticket – bis zum September. Und danach? Dann droht Verbrauchern eine Preissteigerung nach der anderen.

Hamburg – Für den Chef des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Ingo Wortmann, sind mittelfristige Preissteigerungen im ÖPNV nach Ende des 9-Euro-Tickets unausweichlich. Das sagte der Verbandschef gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das 9-Euro-Ticket startet am 1. Juni und ermöglicht Reisenden die Nutzung des bundesweiten Nahverkehrs zum Preis von lediglich 9 Euro im Monat. Die günstige Monatsfahrkarte gilt jedoch nicht in allen regionalen Verkehrsmitteln. Während des dreimonatigen Angebotszeitraums können Nutzer und Nutzerinnen des 9-Euro-Tickets dabei über die Grenzen der Bundesländer hinaus reisen.

Name:Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)
Gründungsjahr und -ort:1991 in Köln
Mitglieder:über 600
Vorstand:Ingo Wortmann

VDV-Chef: „Wir werden mittelfristig die fehlenden Gelder auf die Fahrpreise umschlagen müssen“

VDV-Chef Wortmann nennt gegenüber dem RND als Grund für die Preissteigerung die fehlenden Zusagen des Bunds für Gelder, die, die steigenden Kosten für höhere Spritpreise, kompensieren würden. „Wir werden mittelfristig die fehlenden Gelder auf die Fahrpreise umschlagen müssen oder das Angebot einschränken“, so Wortmann. Zwar würden die Ticketpreise nicht direkt zum 1. September, also nach Ablauf des Angebotszeitraums des 9-Euro-Tickets, steigen. „Aber in den nächsten Preisrunden“, so Wortmann.

Erschrocken von den steigenden Preisen nach dem 9-Euro-Ticket schlägt eine Frau vor vollem Bahnsteig die Hände über den Kopf.
Böses Erwachen bei 9-Euro-Ticket? „Die Preise werden steigen“. (24hamburg.de-Montage) © Ralph Peters/Imago & Yay Images/imago

Man käme dann leider „in die Situation, dass Menschen, die ohnehin schon belastet sind, für ihre Fahrten mehr bezahlen müssen“, befürchtet der Verbandschef. Dass im Herbst höhere Preise drohen, etwa im Hamburger Verkehrsverbund HVV, ist keineswegs eine neue Befürchtung.

Nach dem 9-Euro-Ticket: Angebot statt Preis für attraktiven ÖPNV ausschlaggebend

Zwar sehe er das Angebot des 9-Euro-Tickets „positiv“, sagte Wortmann gegenüber dem RND, doch gehe er nicht davon aus, dass dauerhaft mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen werden. „Alle bisherigen Erfahrungen mit besonders günstigem ÖPNV zeigen: Zuerst muss das Angebot stimmen, der Preis ist zweitrangig.“ Ähnliches hatte Hochbahn-Chef Henrik Falk aus Hamburg kürzlich in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt geäußert. Auch der Chef der U-Bahnen und Bus-Flotte im HVV sieht nicht in dem Preis, sondern im Angebot den ausschlaggebenden Aspekt für eine Nutzung des ÖPNV.

24hamburg.de Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

VDV-Chef Wortmann: Sehr volle Züge und Busse, im Extremfall Angriffe auf Mitarbeiter

Laut RND rechnet VDV-Chef Wortmann für den Zeitraum der Gültigkeit des 9-Euro-Tickets außerdem mit teilweise extrem vollen Verkehrsmitteln. Er wolle zwar nicht von Chaos sprechen, so Wortmann, „aber es wird sehr viele volle Züge und Busse geben“, prognostiziert er. Dabei nennt er insbesondere Verbindungen in Urlaubsgebiete wie der Promi-Sylt, wo bereits Chaostage angekündigt wurden, an die Ostsee oder den bayrischen Chiemgau, wohin mit diesen Zügen und dem 9-Euro-Ticket gefahren werden kann. „Bei ganz vollen Zügen droht sicherlich eine angespannte Stimmung unter den Reisenden und Fahrgästen“, so Wortmann. „Im absoluten Extremfall“ seien auch tätliche Angriffe auf Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen möglich.

Auch interessant

Kommentare