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2023 Schluss mit EC-Karten: Was das Aus der Zahlungs-Methode für Verbraucher bedeutet

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Die Maestro-Karte soll im Sommer für immer verschwinden. Diese Alternativen gibt es, werden aber kritisch gesehen.

Hamburg – In Deutschland hängt man wie in kaum einem anderen westlichen Land am Bargeld. Während in vielen anderen Ländern bereits die Kartenzahlung die Norm ist und Münzen und Scheine eher überrascht beäugt werden, brauchten die Deutschen lange, um sich mit der Karte wirklich anzufreunden. Laut des Handelsforschungsinstituts EHI wurde die Girokarte erst 2019 das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen.

Umso bedauerlicher ist es daher, dass die klassische EC-Karte nun vor dem Aus steht. Ab Juli 2023 soll die Maestro-Karte eingestampft werden.

ZahlungsmittelMaestro-Karte
Einführung1991
InhaberMaestro
MuttergesellschaftMastercard

Giro-, Debit-, EC- und Kreditkarte: Was ist der Unterschied?

Die Debitkarte ist ein Begriff, der ursprünglich für alle Karten galt, mit der Zahlungen und Abhebungen getätigt werden können, die direkt vom Konto des Karteninhabers abgebucht werden. Dazu zählt die EC-Karte, die auch Girokarte genannt wird. Mittlerweile haben sich aber viele Banken angeeignet, sowohl eine Girokarte als auch eine extra Debitkarte anzubieten.

Der Grund dafür ist, dass man für die Girokarte vielerorts Gebühren zahlen muss, während die Debitkarte normalerweise ohne Gebühren verwendet werden kann. Außerdem sind Debitkarten in der Theorie weltweit anwendbar, werden allerdings im Ausland nur bedingt akzeptiert, weil hier die Gebühren für die Händler höher sind und diese daher die Karte verweigern können.

Hand mit Kartenlesegerät und eine Hand mit einer EC-Karte, im weißen Kreis ein Stoppschild
Die ECK-Karte soll 2023 endgültig aus dem Verkehr gezogen werden. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/photothek & IMAGO Images/Panthermedia

Die Kreditkarte ist meist weltweit einsetzbar und unterscheidet sich von den normalen EC -Karten oder Girokarten dadurch, dass das Konto nicht sofort belastet wird. Hier werden die Ausgaben erst gesammelt und dann monatlich oder zu anderen festgelegten Zahlungszielen als Ganzes abgebucht.

EC-Karte vor dem Aus: Maestro-Funktion eingestampft – was das für Verbraucher bedeutet

Die Karte, auf die Verbraucher in Zukunft verzichten müssen, ist die EC- oder Girokarte mit den klassischen Maestro-Funktionen. Weil die Gebühren für diese immer teurer werden, kann und will es sich der Herausgeber Mastercard nicht mehr leisten, die Karte in Betrieb zu lassen.

Aus diesem Grund werden ab dem 1. Juli 2023 keine Maestro-Girokarten mehr ausgegeben. Viele Banken in Deutschland reagieren bereits jetzt darauf, indem sie die Karte gebührenpflichtig machen oder zum Auslaufmodell deklarieren, das nicht mehr angeboten wird. Die etwa 100 Millionen Maestro-Karten, die in Deutschland im Umlauf sind, können laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) allerdings bis zu ihrem jeweiligen Ablaufdatum problemlos weiter eingesetzt werden. Spätestens am 31. Dezember 2027 wird dann aber auch die letzte Maestro-Karte abgelaufen sein.

Wie geht es weiter? Verbraucherschutz sieht Alternativen für die EC-Karte kritisch

Wenn die eigene Maestro-EC-Karte abgelaufen ist, dann erscheint laut BVR ein anderes Akzeptanzsymbol auf der neugelieferten Karte, oder aber man sieht sich nach einer Alternative zur EC-Karte um. Die gibt es von den Anbietern Visa und Mastercard in Form von Debit- und Kreditkarten zu Genüge, allerdings ist der Verbraucherschutz in Deutschland skeptisch. Diese beiden amerikanischen Anbieter kontrollieren durch ihre Duopol-Stellung den Markt und die Gebühren sind dementsprechend hoch.  

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„Wenn Maestro wegfällt, dürfte Girocard unter Druck geraten. Die US-Konzerne Mastercard und auch Visa pushen derzeit ihre eigenen Zahlungskartensysteme“, erklärt Claudio Zeitz-Brandmeyer, Referent für Zahlungsverkehr und Digitalisierung beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Deshalb fordern Verbraucherschützer einen gesetzlichen Deckel für die Gebühren – zumindest so lange, bis es ein europäisches Modell für Debit- und Kreditkarten gibt.

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