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Auszahlung Arbeitslosengeld 1: An diesen Tagen kommt das Geld

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Von: Steffen Maas

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Wann kommt das Arbeitslosengeld 1 (ALG 1) beim Empfänger an? Wie lange gilt der Anspruch? Alles zum ALG 1 – Rechner, Bonus, Auszahlung – hier als Überblick.

Hamburg – Deutlich weniger „beliebt“ als das Arbeitslosengeld 2, genannt Hartz 4, ist das Arbeitslosengeld 1. Es steht Menschen zu, die nach einer Phase der Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit geraten – und ist als Lohnersatzzahlung damit eine Art Versicherungsleistung, ehe ein neuer Job gefunden wird. Auch in Hamburg beziehen Menschen das ALG 1, in ganz Deutschland gibt es laut Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2022 rund 739.000 Empfänger. Durch Corona und Ukraine-Krieg ergeben sich für Verbraucher und Arbeitssuchende nun viele Unwägbarkeiten und häufig kommt die Frage auf: Wann wird mein Arbeitslosengeld eigentlich ausgezahlt?

Name:Arbeitslosengeld I
Leistung von:Arbeitslosenversicherung
Rechtliche Grundlage:Drittes Buch des Sozialgesetzbuches (SGB III)
Anzahl Empfänger:739.000 Arbeitssuchende

ALG 1 Bonus 2022: 100 Euro als Energiepauschale

Dabei muss man 2022 noch zwischen den Regelzahlungen und dem Bonus aus dem zweiten Entlastungspaket unterscheiden. Diese Energiepauschale über 100 Euro wird, wie das Arbeitslosengeld prinzipiell, von der Bundesagentur für Arbeit separat ausgezahlt und sollte dementsprechend ein bundesweit einheitliches Auszahlungsdatum haben.

Laut dem Pressesprecher der Agentur für Arbeit in der Hansestadt Hamburg wird der ALG-1-Bonus bis Ende August 2022 automatisch ausgezahlt – eine Antragstellung ist dafür also nicht erforderlich.

ALG 1: Arbeitslosengeld auf Antrag bei der Agentur für Arbeit

Ist man erstmal im System der Arbeitsagentur drin, kommt die Bonuszahlung also ganz von alleine. Das Arbeitslosengeld 1 muss man zuvor jedoch beantragen – und zwar rechtzeitig. Verspätete Meldungen können sonst zu einer Sperrfrist führen, in der der Arbeitssuchende keine Zahlungen erhält.

Plakette Arbeitslosengeld 1 bei der Agentur für Arbeit.
Den Empfang des Arbeitslosengeldes 1 gibt es mittlerweile eigentlich nur noch digital – als Überweisung direkt aufs Empfängerkonto. © Julian Stratenschulte/dpa

Durchgeführt werden kann die Meldung zur Arbeitssuche, die dann als Antrag für das Arbeitslosengeld 1 gilt, ganz bequem online bei der zuständigen Arbeitsagentur. Wirksam wird diese allerdings nur, wenn der Antragsteller zum daraufhin fälligen persönlichen Gespräch erscheint.

Auszahlungen 2022: Das sind die Termine fürs Arbeitslosengeld 1

Doch zurück zum Thema Auszahlungen: Diese erfolgen rückwirkend für den vergangenen Monat. Wer also ab dem Monat August Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat, der erhält die erste Zahlung im September. Auf dem Konto ist das Geld dann immer am ersten Monatstag.

Doch es gibt Ausnahmen: Da die Auszahlung von Arbeitslosengeld 1 in der Regel nur als Überweisung direkt auf das Konto des Empfängers stattfinden, können Feiertage oder Wochenenden, an denen keine Überweisungen erfolgen, den Erhalt verzögern. Für das restliche Jahr 2022 und den Beginn von 2023 ergeben sich dadurch für folgende Anspruchsmonate die entsprechenden Eingangstermine für das ALG 1:

ALG 1 Rechner: So viel bekommen Empfänger

Die Höhe der ALG-1-Zahlung wird vor allem dadurch bestimmt, was Empfänger in den vergangenen fünf Jahren vor der Antragstellung in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis verdient haben. Die Agentur für Arbeit zieht dieses Durchschnittsentgelt heran, zieht gezahlte Lohnsteuer und andere Abgaben ab und setzt als individuelles Arbeitslosengeld 60 Prozent dieses berechneten Leistungsgeldes an. Bei Empfängern mit Nachwuchs beträgt der angewendete Prozentsatz sogar 67 Prozent. Forderungen nach einer Erhöhung, wie etwa beim Arbeitslosengeld 2, haben in Deutschland noch keine Aufmerksamkeit bekommen.

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Durch diese individuelle Berechnung existiert für das ALG 1 also – im Gegensatz zu Hartz IV – kein Minimalbetrag oder Regelsatz. Wollen es Personen so genau wie möglich wissen, bietet die Arbeitsagentur auf ihrer Homepage auch einen ALG-1-Rechner an.

Wer ist berechtigt? Wie lange gilt der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Berechtigt für das Arbeitslosengeld sind dementsprechend nur Bürger und Bürgerinnen, die in den letzten 30 Monaten insgesamt mindestens 12 Monate einer versicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen sind – und damit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Das kann also viele Menschen mit verschiedenen Berufen betreffen, wie das Beispiel des TV-Schauspielers Gerry Hungbauer zeigt, der nach seiner Zeit bei ARD-Telenovela „Rote Rosen“ ebenfalls das Versicherungsgeld beansprucht.

Voraussetzung ist ebenfalls, dass man weiterhin arbeitsfähig ist und zusammen mit der Agentur aktiv nach einer Neubeschäftigung sucht. Der Anspruch erlischt unter bestimmten Bedingungen, etwa, wenn der potenzielle Empfänger selbstverschuldet gekündigt wurde – Impfgegner können sich dagegen aber wohl wehren.

Die Dauer des Anspruches richtet sich dabei nach der Dauer der Arbeitsverhältnisse in den vergangenen fünf Jahren: Das Minimum sind 12 Monate, mit denen der Antragsteller Anspruch auf 6 Monate Arbeitslosengeld hat. Maximum sind ein Anspruch auf 12 Monate Arbeitslosengeld – bei einer Arbeitsdauer von 24 Monaten.

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