Rückkehr der Jäger im Norden

Gefährliche Raubtiere vor Hamburgs Toren: Alle fürchten sich vorm bösen Wolf – das sagen Experten

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Vor der norddeutschen Millionen-Stadt Hamburg treibt sich ein Wolfsrudel in den Wäldern herum. Experten gehen davon aus, dass die Wölfe sich dauerhaft dort einnisten. Welche Gefahr geht von den Raubtieren für Menschen und Haustiere aus?

  • Neues Wolfsrudel vor den Toren der Freien und Hansestad Hamburg* gesichtet.
  • Tiere siedeln sich womöglich dauerhaft in der Nähe von Hamburg an.
  • Anzahl der Wölfe in Niedersachsen steigt laut Experten.

Stade (bei Hamburg) – Bereits Anfang des Jahres 2020 wurde ein neues Wolfspaar in den Wäldern vor Hamburg gesichtet. Jetzt gibt es im Landkreis Stade erneut Zuwachs: Zwei ausgewachsene Wölfe siedeln sich mit ihren beiden Welpen in der Nähe der Hansestadt an.

Tiere:Wolf
Wissenschaftlicher Name:Canis lupus
Familie:Hunde (Canidae)
Ordnung:Raubtiere (Carnivora)
Lebenserwartung:6 – 8 Jahre (In der Wildnis)
Höhe:66 – 81 cm (Erwachsener, Schulterhöhe)
Länge:1,2 – 2 m (Erwachsener)
Gewicht:Männlich: 30 – 80 kg (Erwachsener), Weiblich: 23 – 55 kg (Erwachsener)

Wölfe vor Hansestadt Hamburg: Rudel in Niedersachsen geortet – Wolf-Experte hatte bereits Vermutung

Wie die Mopo berichtet, gab es im Januar 2020 bereits erste Hinweise auf eine neue Wolfrudelbildung vor Hamburg: In Sauensiek, Wiegersen und Wohnste wurden vermehrt Nutztiere von den Raubtieren gerissen. Raoul Reding, Wolfsbeauftrager der Landesjägerschaft Niedersachsen äußerte zu dem Zeitpunkt bereits die Vermutung: „Die Anzeichen für eine Rudelbildung sind hoch“. Damit lag er nicht ganz falsch: das Wolfspaar wurde im September erneut bei Sauensiek und Wiegersen gesichtet – und zwar mit Nachwuchs.

Vor den Toren Hamburgs wurde ein neues Wolfsrudel gesichtet (24hamburg.de-Montage)

Die beiden Wolfsbabys sollen schon im Mai geboren worden sein. Die Wolfsfamilie halte sich nicht nur im Landkreis Stade, sondern auch noch in den Landkreisen Rotenburg und Harburg auf. Wie der Wolf-Experte gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt erklärte, sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Wölfe dauerhaft vor Hamburg ansiedeln werden: „Die Tiere wandern so gut wie nie weg“.

Wölfe in Niedersachsen: Anzahl der Raubtiere steigt – immer mehr Wolfsrudel und Wolfpaare gesichtet

Die Anzahl der bestätigten Wolfsrudel in Niedersachsen ist mittlerweile von 28 auf 35 gestiegen – das neue Wolfsrudel in Stade mitgerechnet. Auch zwei neue Wolfspaare wurden registriert. Insgesamt geht Wolf-Experte Reding von etwa 400 Wölfen in Niedersachsen aus.

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland erfolgte bereits im Jahr 2000 – zuvor hielten sich die Raubtiere etwa hundert Jahre nicht im Land auf. „Mittlerweile sind große Teile Norddeutschlands wieder permanent von Wölfen besiedelt“, informiert die Landesjägerschaft Niedersachsen auf ihrer Website. In Niedersachsen wurden Wölfe erstmals wieder im Jahr 2012 gesichtet, genauer in der Lüneburger Heide bei Munster

Wölfe seien sehr soziale Tiere, die in Rudeln leben. Im Alter zwischen 11 und 22 Monaten verlassen die Jungtiere dann ihre Eltern, um ein eigenes Territorium zu finden. Wölfe sind Fleischfresser, die am Tag etwa 2-4 Kilogramm Fleisch benötigen. Am häufig reißen die Raubtiere Rehwild, aber auch Rot- und Schwarzwild zählen bevorzugt zu den Opfern der Wölfe.

Seltene und gefährliche Tiere in Deutschland: Auch Haie und Krokodile gesichtet

Die Sichtung des neuen Wolfsrudels vor Hamburg erinnert stark an weitere Tier-Entdeckungen, über die 24hamburg.de/tiere* erst kürzlich berichtete. So wurde in Sachsen-Anhalt ein Krokodil gesichtet*, das Anwohner und Polizei in Aufruhr versetzt. Auch in der Nordsee tauchten in Sommer 2020 Haie vor einer beliebten Urlaubsinsel auf.* Putzig hingegen war ein seltener Tier-Fund*, den ein Junge zufällig beim Keschern im Meer machte. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/Georg Wendt/dpa/picture alliance

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