Sie kreisen um die Kita!

Reinbek: Wildschweine bedrohen Kita-Kinder – jetzt sollen sie sterben

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Eine Wildschwein-Horde verbreitet im Norden Angst: In Reinbek bei Hamburg bedroht die Rotte eine Kita. Jetzt sollen die Tiere sterben.

Reinbek (Schleswig-Holstein) – Es ist genug! Eine Stadt hat einer Wildschwein-Horde den Kampf angesagt. Die Tiere können zur einer echten Plage werden – so auch in Reinbek bei Hamburg. Seit langer Zeit terrorisieren Wildschweine die Stadt, zerstören Zäune, verwüsten Gärten. Doch jetzt bedrohen sie auch noch Kita Kinder – jetzt sollen sie sterben.

Stadt in Schleswig-Holstein: Reinbek
Kreis: Stormarn
Bevölkerung: 25.671 (Stand: 31. Dezember 2008)
Bürgermeister: Björn Warmer (SPD)
Kfz-Kennzeichen: OD

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, kreisen regelmäßig bis zu 25 Wildschweine um den Waldkindergarten im Vorwerksbusch. Eltern haben Angst um ihre Kinder. Das bringt das Fass zum Überlaufen: Damit sich die Wildschwein-Welle nicht weiter ausbreitet, wollen nun Jäger die Tiere zur Strecke bringen.

Wildschwein-Terror bei Hamburg: Töten mit Schalldämpfern

Förster Maximilian Scheel und ein Jagd-Kollege legen sich an Wochenenden nachts auf die Lauer: Zwischen 20:00 und 02:00 Uhr sitzen sie auf dem Hochsitz – und schießen die Säue ab. Acht haben sie bereits erledigt, berichtet das Hamburger Abendblatt. Die Jäger nutzen Schalldämpfer, um die Nachbarn nicht zu wecken.

Wildschweine bedrohen Kinder in einer Waldkita. Nun sollen sie gejagt werden. (24hamburg.de-Collage)

Das Schuss-Gebiet ist unübersichtlich: Bahnstrecke und Wohngebiet grenzen direkt an. Maximilian Scheel vermutet bis zu 40 Wildschweine, die sich im Vorwerksbusch herumtreiben. Einmal sei ihnen sogar eine Jugendgruppe in die Quere gekommen, doch Angst vorm Abschuss müsse keiner haben. Wenn Hindernisse auftauchen, ziehen die beiden Jäger einfach weiter. Auch Wärmebildkameras setzen die beiden ein. So wollen sie verhindern, dass Mutter- und Jungtiere abgeschossen werden.

Wildschwein-Terror bei Hamburg: Leinenpflicht für Hunde bis zum 15. Juli 2021

Denn in Hamburg und Schleswig-Holstein ist Brut- und Setzzeit, Wälder und Wiesen gelten als Schongebiete. Bis zum 15. Juli 2021 sollen Tiere so die Möglichkeit bekommen, sichere Rückzugsorte zu haben – um ihren Nachwuchs unbehelligt gebären zu können. Auch Spaziergänger und Sportler sind dazu angehalten, sich nicht von den Wegen zu entfernen.

Um sogenannte Bodenbrüter wie etwa Hasen und Rehkitze zu schonen gilt für Hunde die Leinenpflicht. Ebenfalls bis zum 15. Juli 2021. Jäger Markus Kukla im Hamburger Abendblatt: „Oftmals genügt schon der Geruch von Hund und Mensch, dass Jungtiere von den Elterntieren gemieden werden und schließlich verenden.“ Er bittet Gartenbesitzer, ihre Hecken und Büsche bis zum 15. Juli 2021 nicht zu schneiden. So bleiben auch Kleintiere geschützt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Florian Schuh/dpa & Jens Büttner/dpa

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