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Wildpark, Wölfe und Wildkatzen im Corona-Winter

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Von: Vivienne Goizet

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Wegen des Coronavirus müssen Wildparks in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein geschlossen bleiben. Dafür lassen sich die Pfleger witzige Social-Media-Posting einfallen.

Lüneburger Heide ‒ Erst hieß es die Wildparks öffnen wieder am 19. Dezember 2020. Doch dann kamen die strengen Corona-Verschärfungen und auch Wildparks müssen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Tiere alle in den Winterschlaf verfallen. In den Gehegen ist auch in der kalten Jahreszeit ordentlich was los.

Wildpark Lüneburger Heide:Wildpark in Hanstedt, Niedersachsen
Adresse:Wildpark 1, 21271 Hanstedt
Eröffnet:20. August 1970
Anzahl der Tiere:1235
Exponate:u.a. Kaninchen-Haus, Wolfsgehege, Hausschweinerassen, Europäische Nerze, Damwild-Freigehege, Fischotter, Wildkatzen
Außergewöhnliche Tiere:Tigerschneckenponys, Highland-Rinder, Wapiti-Hirsche, Timberwölfe, Polarwölfe, Sibirischer Tiger, Schneeleoparden

Was macht ein Wildpark ohne Besucher im Winter? Sie posten fleißig süße Tierbilder und Videos auf Social Media. Im Wildpark Lüneburger Heide gibt es beispielsweise ein paar Tierarten, die erst im Winter so richtig lebendig werden. Dazu zählt unter anderem der sibirische Tiger.

Wildpark-Gehege mit Winter-Tieren

Unter den Großkatzen gibt es auf dem 60 Hektar großen Gelände des Wildpark Lüneburger Heide gleich zwei Exemplare, die im Winter weiter sehr aktiv sind. Sowohl sibirischer Tiger als auch Schneeleopard sind bestens auf kalte Temperaturen und sogar Schnee eingestellt.

Der Schneeleopard legt, wenn es kalt ist, beim Schlafen den Schwanz auf die Nase zum Warm bleiben. Der sibirische Tiger hat rund fünf Zentimeter Fettgewebe unter seinem Fell mit dem er locker Temperaturen von bis zu minus 45 Grad Celsius aushalten kann. Auch die kleinen Wildkatzen sind ganzjährig aktiv und halten weder Winterschlaf noch Winterruhe.

Ein sibirischer Tiger mit Schneemann, eine Wildkatze, ein Fischotter im Schnee und Polarfuchs im Schnee im Wildpark Lüneburger Heide.
Wildkatze, Tiger, Polarfuchs und Fischotter im Schnee im Wildpark Lüneburger Heide. (24hamburg.de-Montage) © Wildpark Lüneburger Heide

Neben den Katzen gibt es aber auch Winter-Canidae, die gut mit niedrigen Temperaturen umgehen können. Im Wildpark in der Lüneburger Heide zählen dazu Polarfüchse und Polarwölfe. Beide gehören zur Familie der Hunde (Latein: Canidae). Das Besondere am Polarfuchs: Er wechselt die Farbe seines Fells zwischen Sommer und Winter. Wenn es warm ist, dann trägt er braun-beige und in der Kälte lieber weiß oder blau. Der Polarwolf unterscheidet sich von seinen Artgenossen neben dem schneeweißen Fell vor allem durch die kleineren Ohren, die so weniger Kälte-anfällig sind.

Normalerweise verkriecht sich der Braunbär den Winter über in seine Höhle. Da es in Deutschland aber nicht so kalt wird, wie in Sibirien, dümpelt er im hiesigen Winter gemächlich durch sein Gehege unweit der Fischotter. Die sind Tier des Jahres 2021 und auch das ganze Jahr sehr aktiv.

Diese Wildpark-Tiere halten Winterschlaf

Bei Tieren gibt es drei Arten von Ausruhen in der Kälte: Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre. Dabei sind Igel, Fledermaus, Siebenschläfer und Murmeltier echte Winterschläfer. Sie fahren ihre Körpertemperatur runter, verlangsamen ihren Herzschlag und schlafen bis zu 30 Tage am Stück. Zwischen September und Mai haben sie nur wenige Wachphasen. In diesen fressen sie nicht, sondern drehen sich lediglich mal um. Bei Igeln schlägt beispielsweise das Herz im Winterschlaf nur fünf Mal pro Minute. Sonst sind es ungefähr 200 Mal.

Winterruhe hingegen halten Tiere wie Dachs, Eichhörnchen und Waschbär. Das bedeutet, sie können zwar auch ihre Körpertemperatur senken, aber nicht so stark wie Winterschläfer. Außerdem wachen sie zwischendurch häufiger auf und suchen dann auch nach Nahrung.

In eine Winterstarre verfallen unter anderem Kröten, Frösche, Schlangen und Schildkröten. Viele Amphibien können ihre Körpertemperatur nicht selber kontrollieren. Deshalb können sie sich schlichtweg nicht mehr bewegen, wenn die Außentemperatur unter einen bestimmten Wert sinkt. Doch ein Glück haben sie ein Frostschutzmittel im Blut, damit sie bei Temperaturen unter 0 Grad nicht einfach ganz einfrieren.

Wildparks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen zur kalten Jahreszeit

Normalerweise sind Wildparks wie der Wildpark Lüneburger Heide (Niedersachsen), Wildpark Eekholt (Schleswig-Holstein) und Wildpark Schwarze Berge (Hamburg) an Heiligabend und zu den Weihnachtsfeiertagen für einen schönen Winterspaziergang geöffnet. Doch das muss 2020 wegen des Coronavirus genau wie die Weihnachtsmärkte ausfallen. Dafür gibt es umso mehr Bilder auf Instagram, Facebook und Co. von kleinen und großen Winter-Tieren.

Auf der Facebook-Seite des Wildpark Eekholt kann man beispielsweise einen Bartkauz in Slow Motion finden. Der Wildpark Schwarze Berge zeigt auf Instagram gerne mal, wie das ist, wenn einem Zebrafinken aus der Hand fressen. Außerdem zeigen die Pfleger auf Facebook wie Tiere statt Türchen beim Adventskalender Futtergeschenke öffnen. Von Waschbären über Alpakas bis Luchse ist alles dabei. Viel süßer geht es kaum, auch wenn es bei den Schildkröten mal etwas länger dauert. Dafür sind die Frettchen etwas flinker.

Die Seehundstation Friedrichskoog kümmert sich während der Schließung weiter um die Aufzucht, Rehabilitation und Versorgung von Seehundebaby-Waisen und verletzten Tieren. Dieses Jahr sind schon vier kleine Heuler dazu gekommen. Das scheint bei dem Rekord-Geburtenjahr für Kegelrobben ein guter Schnitt.

Nichtsdestotrotz kann man online weiter Robben-Bingo spielen. Hierbei machen Menschen Fotos von Kegelrobben und senden sie an die Seehund-Auffangstation. Mittels Fotoidentifikation können ehemalige Stationsbewohner wiedererkannt werden.

Wildparks, Vogelparks und Aquarien auf Social Media

Im Tierpark Gettorf zerrupfen so manche meckernde Bewohner den Tannenbaum, im Tierpark Hagenbeck spielen die Löwen Fußball, und im Wildpark Müden liefen zu Weihnachten nur die Lamas durch die Gaststätte. Aufgrund der aktuellen Verordnung ist natürlich auch Hamburgs berühmter Tierpark Hagenbeck geschlossen.

Bei SEA Life Timmendorfer Strand gibt es zum Fishmas ein Fotoshooting mit den Schildkröten. Der Tierpark Arche Warder protzt mit Mufflons in der Morgensonne. Und der Tierpark Petermoor bringt seine Trauer darüber, dass man nicht öffnen darf mit dem Bild eines Trauerschwans zum Ausdruck.

Auf dem Facebook-Profil des Tierpark Nordhorn gibt es einen tierischen Jahresrückblick voller Tierbabys und beim Zoo Hannover kann man den Eisbären beim Baden zusehen. Beim Zoo am Meer in Bremerhaven spielen die Kaiserschnurrbarttamarine Flaschendrehen. Und im Zoo Osnabrück läuft die Seelöwenshow auch ohne Zuschauer. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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