In Niedersachsen

Vogelgrippe-Horror: Hunderte Wildvögel fallen tot vom Himmel

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Tausende Nutztiere werden als Verdachtsfälle geschlachtet. Zudem sterben infizierte Wildtiere rasend schnell – Die Vogelgrippe schlägt in Niedersachsen heftig zu.

Hamburg/Niedersachsen – Es ist kein schöner Anblick. Aber einer, an denen sich die Landwirte im Norden gewöhnen müssen. Tagtäglich finden sie tote Vögel auf ihren Feldern. Ein Phänomen, das seit kurz vor Ostern auftaucht. Die Ursache dafür? Die Vogelgrippe. Das H5N1-Virus wird zum Killer. Nicht nur, dass aufgrund von Verdachtsfällen und Infektionen bereits tausende Nutztiere getötet werden mussten. Nein, nun breitet sich die Krankheit auch unter Wildtieren rasend schnell aus.

Viruserkrankung:Vogelgrippe H5N1
Alternative Begriffe:Geflügelgrippe, Geflügelpest
Auslösendes Virus:Influenza-A-Virus H5N1
Betroffene Spezies:Vögel
Einordnung:Anzeigenpflichtige Tierseuche

Vogelgrippe: Kadaver der toten Tiere gefährlich – wenn sie ins Kuhfutter geraten

Eine Analyse des für Tierseuchen zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts steht noch aus, das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Doch Jens Gerdes ist sich sicher. „Es kann nichts anderes als die Vogelgrippe sein“, sagt der Pressesprecher Landkreises Leer mit Blick auf das zunehmende Sterben der Wildvögel in Niedersachsen. Die Tiere fallen vermehrt einfach tot auf den Wiesen um. Oder sogar vom Himmel.

Die Vogelgrippe breitet sich so rasend schnell aus, dass Experten mit tausenden toten Wildtieren rechnen. (24hamburg.de-Montage)

Und genau das wird für die Bauern, die von der Vogelgrippe getötete Wildtiere auf ihren Feldern finden, zum Problem: Die Kadaver der toten Tiere bleiben erst einmal liegen. Tun die Vögel dies zu lang, dann können sie ins Grünfutter für die auf den Wiesen stehenden Kühe gelangen. Diese verenden dann daran.

Vogelgrippe: Gemeinden stellen Container für tote Tiere auf – Experten befürchten Vogelsterben wie in Schleswig-Holstein

Um genau dies zu verhindern, haben die betroffenen Gemeinden bereits Container aufgestellt. Darin werden die durch die Vogelgrippe getöteten Tiere entsorgt, um Schlimmeres zu verhindern. Diese Container könnten bald noch voller werden. Befürchten zumindest die Experten. Das Friedrich-Loeffler-Institut rechnet damit, dass sich das H5N1-Virus weiter ausbreitet. Besonders Greifvögel, Möwen und Brachvögel sind gefährdet.

Laut des Instituts droht in Niedersachsen ein ähnliches Vogelsterben wie in Schleswig-Holstein. Dort gibt es seit November 2020 im Wattenmeer 16.000 tote Wildvögel zu beklagen. In der Hansestadt Hamburg mussten wegen der Vogelgrippe bereits die Alsterschwäne in Quarantäne. In Dänemark tötete man Millionen von Nerzen aus Angst vor einer Coronavirus-Mutation. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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