Horror-Zahlen

Tierschutz-Horror: Hamburg die Nummer eins bei Tierversuchen

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Katastrophale Erkenntnis: Hamburg verzeichnet bundesweit die meisten Tierversuche pro Einwohner. Tierschützer stellen der Hansestadt ein „Armutszeugnis“ aus.

  • Hamburg: Rekordwert bei Tierversuchen.
  • Höchster Pro-Kopf-„Verbrauch“.
  • Deutscher Tierschutzbund zeigt sich entsetzt.

Hamburg – Gemessen an der Einwohnerzahl ist die Hansestadt Spitzenreiter bei Tierversuchen. Das teilte der Deutsche Tierschutzbund nun in einem Bericht, der sich auf das Jahr 2019 bezieht, mit. Hamburg verzeichnet mit 186.720 Versuchstieren sogar einen doppelt so hohen Pro-Kopf-“Verbrauch“ wie Berlin.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Bevölkerung1,845 Millionen (30. Juni 2020)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Vorwahl040

Hamburg: Deutscher Tierschutzbund veröffentlicht Schockzahlen – Hansestadt mit meisten Tierversuchen

Den dritten Platz belegt Hessen: Hier wurden im Jahr 2019 allein 47.091 Kaninchen für Tierversuche verwendet. Betrachtet man die Anzahl der Tierversuche absolut, so liegt Bayern im bundesweiten Vergleich vorne. Hier wurden im genannten Zeitraum 572.462 Tiere für die Versuche eingesetzt. Darauf folgt Baden-Württemberg mit 498.471 Tieren sowie Nordrhein-Westfalen mit 430.162 Tieren. In allen Bundesländern stieg die Zahl der Tierversuche im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit wurden 2019 insgesamt 2.902.348 Tiere für die Wissenschaft verwendet.

Hamburg verzeichnet bei der Anzahl von Tierversuchen Rekordwerte. (24hamburg.de-Montage)

Tierschützer kritisieren diese Entwicklung massiv. „Bund und Länder scheitern erneut krachend an dem Ziel, die Zahl der Versuchstiere zu verringern. Obwohl von den Verantwortlichen in Politik und Forschung öffentlich vielfach darauf verwiesen wird, dass ausreichend Anstrengungen unternommen würden, um Tierversuche zu reduzieren und zu ersetzen, spiegelt sich dies in kaum einem Bundesland in den Statistiken wider. Ein Armutszeugnis“, findet Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Eine Reduzierung von Tierversuchen könne nur funktionieren, wenn Fördergelder in tierversuchsfreie Forschung fließen würden. Doch das Gegenteil sei der Fall – ein Großteil dieser Gelder fließe „nach wie vor unreflektiert in Tierversuche“.

Tierversuche in Deutschland: Mäuse trifft es laut Landwirtschafts-Ministerium am häufigsten

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind Mäuse die am häufigsten verwendeten Versuchstiere. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 1.438.336 dieser Tiere für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Darauf folgten Fische (347.543), Ratten (196.973), Kaninchen (94.240) und Vögel (35.718). Aus den Zahlen des Ministeriums geht außerdem hervor, dass insgesamt 111.596 Tiere Versuchen mit dem höchsten Schweregrad ausgesetzt wurde. Etwa einer Million Tiere wurde eine genetische Manipulation unterzogen.

Aus Sicht des Ministeriums sind Tierversuche noch nicht ersetzbar. „Obwohl heute schon viele Fragen der Wissenschaft durch den Einsatz von Zellkulturen, computergestützte Verfahren und weitere Alternativmethoden beantwortet werden können, kann auf den Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Zwecke - unter anderem in der medizinischen Forschung - noch nicht verzichtet werden“, heißt es in einem Bericht. Rund 47 Prozent der Versuchstiere würden für die Grundlagenforschung eingesetzt, etwa 13 Prozent für die Erforschung von Erkrankungen von Menschen und Tieren.

Lange Zeit sorgte in Hamburg-Neugraben ein Todeslabor der Firma LPT für Aufschrei, weil dort Hunde und Affen auf brutale Weise gequält wurden. Jetzt gibt es für die Einrichtung andere Pläne, wie 24hamburg.de/tiere berichtet. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa & Friso Gentsch/dpa

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